Honberger Narren sagen Kinder-Umzug ab

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2015 gab es ihn noch: den Kinder-Umzug der Honberger. Für 2016 haben sich nicht genug Teilnehmer gefunden.
(Foto: Hecht/Archiv)
Claudia Steckeler

Zum ersten Mal seit rund 30 Jahren wird es in diesem Jahr am Fastnachts-Dienstag in Tuttlingen keinen Kinderumzug und keinen Kinderball geben. Der Umzug der kleinen Tuttlinger Narren, an dem sich in den vergangenen Jahren stets zehn bis 15 Gruppen beteiligt hatten, fällt in dieser Saison mangels Beteiligung aus.

Die Präsidentin der Honberger, Brigitte Wiede, und Pressewartin Claudia Sautter bedauern dies sehr, doch sie hatten keine Wahl. „Wir haben die Kindergärten und Grundschulen angeschrieben und bis zum ersten Anmeldetermin überhaupt keine Zusagen erhalten“, erklärt Claudia Sautter. In den meisten Fällen gab es gar keine Rückmeldung, manche Einrichtungen schickten wenigstens eine Absage.

Alle wurden daraufhin noch einmal an die Veranstaltung für den Tuttlinger Narrensamen erinnert, doch auch da kamen keine Zusagen, und so wurde am Montag, 18. Januar, die Belegung der IKG-Aula abgesagt. „Am Mittwoch darauf hatten wir dann doch noch zwei Zusagen von zwei Gruppen mit jeweils rund 30 Kindern erhalten“, bestätigt Claudia Sautter, doch mit dieser geringen Zahl könne kein eigener Umzug auf „die Beine“ gestellt und im Anschluss auch kein Kinderball durchgeführt werden.

„Es stimmt, dass auch Eltern mit Kindern am Ball teilnehmen, die nicht am Umzug mitlaufen, dies ist jedoch eine geringe Zahl. Die angemeldeten Gruppen füllen die IKG-Aula. In einer fast leeren Aula zu feiern macht keinen Sinn und rechtfertigt auch den großen personellen und finanziellen Aufwand nicht“, stellt Claudia Sautter fest. Übrigens, alle am Umzug angemeldeten und beteiligten Gruppen hatten vom Narrenverein eine kleine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 50 Euro erhalten, „für das Material der Kostüme zum Beispiel“, erklärt Claudia Sautter.

Als Grund der Absage wurde dem Narrenverein mitgeteilt, dass Elternvertreter und Eltern nicht bereit gewesen seien, die Institutionen zum Beispiel beim Basteln der Kostüme zu unterstützen. Auch der Migrationshintergrund wurde angeführt. Viele der ausländischen Kinder würden seitens der Eltern keine Unterstützung erfahren, da ihnen die hiesigen Traditionen einfach nicht bekannt seien.

„Wobei wir, der Narrenverein, von den Kindergärten und Grundschulen sehr oft angesprochen werden, und es dort auch sehr erwünscht ist, dass wir mit einer Abordnung zur Häsvorstellung kommen, das Kischtämännle-Lied einstudieren, und den Kindern erklären, was hinter der Tradition der Fastnacht steckt. Darüber freuen wir uns sehr, das machen wir auch gerne, weil wir die Tradition der Fastnacht weiter vermitteln und aufrecht erhalten wollen“, betonte Claudia Sautter abschließend.

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