Hoffmann wird Deutscher Vizemeister auf 50 km

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Ultralauf: Benedikt Hoffmann läuft leichten Schrittes dem Ziel entgegen.
Ultralauf: Benedikt Hoffmann läuft leichten Schrittes dem Ziel entgegen. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Mit einer Zeit von 2.54.43 Stunden ist Benedikt Hoffmann am vergangenen Samstag Deutscher Vizemeister über 50 Kilometer im brandenburgischen Grünheide geworden. Der Tuttlinger Gymnasiallehrer hat sich damit auch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft gesichert.

Bis dorthin war es ein harter Weg, der genau 50 Kilometer lang war und ihm im Vorfeld Trainingswochen mit über 200 Kilometer in Laufschuhen abverlangte. Die Erwartungshaltung an Benedikt Hoffmann war groß. Denn er führte in den vergangenen zwei Jahren die deutsche Jahresbestenliste über 50 Kilometer an und zählte somit bei dem 50-Kilometer-Lauf in Grünheide neben Marcel Bräutigam, dem zweimaligen deutschen Marathonvizemeister und Florian Neuschwander, der über 50 Kilometer eine Bestzeit von 2.52 Stunden vorweisen konnte, zu den Favoriten der insgesamt 62 Starter.

Ziel: Eigenen Rhythmus finden

Bei kühlen aber trockenen Wetterverhältnissen starteten die Läufer durch – und das ab dem ersten Kilometer: „Das Rennen ging schnell los mit 3.15 Minuten auf den ersten Kilometern. Deshalb habe ich mich zunächst zurückfallen lassen, um meinen Rhythmus zu finden“, sagte Hoffmann unserer Zeitung. Neuschwander und Bräutigam gaben das Tempo vor. Die erste Fünf-Kilometer-Runde spulte der Tuttlinger Lehrer in 17.30 Minuten bei dem 50-Kilometer-Wettkampf ab, der seit vielen Jahren bei der Deutschen Ultralaufvereinigung (DUV) etabliert ist.

Bis zu Kilometer 25 reduzierte sich der Abstand von Hoffmann auf Florian Neuschwander, der zu dem Zeitpunkt auf Platz zwei lag. „Nach 25 Kilometern ging ich an ihm vorbei und schaffte es, in den weiteren zehn Kilometern bis zu einer Minute Abstand herauszulaufen“, stellte Hoffmann fest, der für TSG 1845 Heilbronn startete. In der ersten Hälfte des Rennens betrug der Abstand zum führenden Bräutigam für Hoffmann lediglich 60 Sekunden. „Ab Kilometer 30 drehte er aber auf und ich konnte ihm nichts entgegensetzen“, resümierte Hoffmann und ergänzte: „Von dort an war meine Aufgabe, dass ich den zweiten Platz vor Neuschwander verteidigen muss“, so die Devise Hoffmanns, der an der Fritz-Erler-Schule unterrichtet.

Auf der letzten Fünf-Kilometer-Runde packte Benedikt Hoffmann seine ganzen Kraftreserven aus. Dennoch wackelte plötzlich der scheinbar sichere zweite Platz auf den letzten 1000 Metern. Damit stieg die Spannung nochmals für die Zuschauer. Schuld daran war Neuschwander, der sich herangekämpft hatte. Schließlich war es ein „langgezogener Endspurt“ von Hoffmann, der ihm den zweiten Platz in einer Gesamtzeit von 2.54.43 Stunden ins Ziel rettete. Nur zehn Sekunden hinter ihm überquerte Neuschwander die Ziellinie. Souveräner Sieger wurde Marcel Bräutigam in 2.51.55 Stunden. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen. Ich wollte unbedingt unter die besten drei kommen. Das habe ich geschafft und bin glücklich damit“, lautet das Fazit des Ausnahmesportlers.

Norm für WM-Quali geschafft

Benedikt Hoffmann lag mit seiner Endzeit nur 31 Sekunden hinter seiner persönlichen Bestzeit und erfüllt damit auch die Norm für die WM-Qualifikation. Die Weltmeisterschaft über 50 Kilometer findet im September in Rumänien statt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Benedikt Hoffmann, Marcel Bräutigam und Florian Neuschwander dort erneut aufeinandertreffen. Bis es soweit ist wird Hoffmann viele weitere tausend Kilometer entlang der Donau drehen – entweder in den Pausen oder nach Unterrichtsende.

Sein nächstes Highlight steht bereits in den Osterferien an. Dort will Hoffmann bei einem Tierschutzprojekt in Südafrika einen fünftägigen Etappenlauf absolvieren. Im Juni und Juli misst er sich in verschiedenen Wettbewerben mit den weltbesten Bergläufern, um sich für die Europameisterschaften im Berglauf auf die Kurzdistanz im südschweizerischen Zermatt zu qualifizieren.

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