Ein Mann und eine Frau sitzen an einem runden Tisch
Doktor Siegfried Eichin und Sozialarbeiterin Martha Gassner kümmern sich um Menschen, die besorgt sind, sich mit dem Hi-Virus oder anderen Geschlechtskrankheiten infiziert zu haben. (Foto: Linda Seiss)

Der Unterschied zwischen HIV und AIDS:

HIV ist ein Virus, das zur Erkrankung des menschlichen Abwehrsystems führt. Wenn ein Mensch das Virus in sich trägt, also HIV-positiv ist, spricht man von einer HIV-Infektion. Nach der Infektion können unter anderem grippeähnliche Symptome auftauchen. Gerade zu Beginn einer Infektion vermehren sich die Viren im Körper sehr stark. Das heißt, dass das Risiko einer Ansteckung dann besonders hoch ist.

Eine unbekannte HIV-Infektion schädigt das Immunsystem im Laufe der Zeit immer mehr. Das führt dazu, dass sich andere Erreger zunehmend ausbreiten und zu schweren Erkrankungen führen können. Das passiert nicht von heute auf morgen. Dieser Prozess dauert oft Jahre. Mit Medikamenten lässt sich das Fortschreiten der HIV-Infektion aufhalten. Eine HIV-Infektion bis heute noch nicht heilbar. Aber mit einer entsprechenden HIV-Therapie wird betroffenen Menschen eine weitgehend normale Lebenserwartung vorausgesagt. Die Medikamente unterdrücken die Vermehrung des HI-Virus so wirkungsvoll, dass die Übertragung auf andere Menschen bei einer erfolgreichen Therapie als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt wird.

Wenn jemand den HI-Virus in sich hat und entsprechende Medikamente nimmt, kann auch das Ausbrechen von AIDS verhindert werden. AIDS steht als Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ – man spricht von einer erworbenen Schwäche des Immunsystems. Wird die HIV-Infektion aber nicht behandelt, kann sich der Körper irgendwann nicht mehr gegen Erreger wehren und erkrankt an normalerweise harmlosen Krankheiten schwer. Dann wird von AIDS gesprochen. Wie Doktor Siegfried Eichin vom Gesundheitsamt in Tuttlingen erklärt, ist AIDS eine Bündelung von Symptomen. Beispiele dafür sind Infektionskrankheiten, die in der Stärke unüblich sind, eine Pilzinfektion der Lunge oder schwere Durchfälle.

Aber: „Ein klassisches AIDS-Krankheitsbild sehen die Ärzte kaum noch“, schildert Martha Gassner, Sozialarbeiterin beim Gesundheitsamt in Tuttlingen.

Zahl der Erkrankungen, Neuinfektionen und Todesfälle

„Die Zahlen der Neuinfektionen sind auf einem konstanten Niveau“, sagt Doktor Siegfried Eichin. Das Robert Koch Institut (RKI) schätzt, dass sich im vergangenen Jahr 2400 Personen (2017: 2500) mit HIV infiziert haben. Insgesamt ist die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland bis Ende 2018 auf 87 900 gestiegen, teilt das Institut mit. Aber: „Es gibt eine große Dunkelziffer“, sagt Martha Gassner. Denn es werde davon ausgegangen, dass 10 600 Menschen nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind – diese HIV-Infektionen also noch gar nicht diagnostiziert seien.

Beim Gesundheitsamt in Tuttlingen sind in den zurückliegenden Jahren keine Personen positiv auf den HI-Virus getestet worden. Wie das Landratsamt Konstanz berichtet, sind beim dortigen Gesundheitsamt

2019 etwa 550 Tests gemacht worden – auch dort sei keiner positiv ausgefallen.

Trotz der inzwischen guten Behandlungsmöglichkeiten sterben in der heutigen Zeit noch immer Menschen an den Folgen von HIV: 2018 gab es laut RKI-Schätzung 440 Todesfälle. Seit Beginn der Epidemie in den 1980er-Jahren schätzen die Wissenschaftler die Anzahl der Todesfälle auf 29 200.

One-Night-Stand oder ungeschützter Geschlechtsverkehr: Viele sind sich danach unsicher, ob sie sich mit dem HI-Virus infiziert haben. Und das, obwohl kostenlose Aidsberatungen angeboten werden.

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Der Unterschied zwischen HIV und AIDS:

HIV ist ein Virus, das zur Erkrankung des menschlichen Abwehrsystems führt. Wenn ein Mensch das Virus in sich trägt, also HIV-positiv ist, spricht man von einer HIV-Infektion. Nach der Infektion können unter anderem grippeähnliche Symptome auftauchen. Gerade zu Beginn einer Infektion vermehren sich die Viren im Körper sehr stark. Das heißt, dass das Risiko einer Ansteckung dann besonders hoch ist.

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Zahl der Erkrankungen, Neuinfektionen und Todesfälle

„Die Zahlen der Neuinfektionen sind auf einem konstanten Niveau“, sagt Doktor Siegfried Eichin. Das Robert Koch Institut (RKI) schätzt, dass sich im vergangenen Jahr 2400 Personen (2017: 2500) mit HIV infiziert haben. Insgesamt ist die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland bis Ende 2018 auf 87 900 gestiegen, teilt das Institut mit. Aber: „Es gibt eine große Dunkelziffer“, sagt Martha Gassner. Denn es werde davon ausgegangen, dass 10 600 Menschen nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind – diese HIV-Infektionen also noch gar nicht diagnostiziert seien.

Beim Gesundheitsamt in Tuttlingen sind in den zurückliegenden Jahren keine Personen positiv auf den HI-Virus getestet worden. Wie das Landratsamt Konstanz berichtet, sind beim dortigen Gesundheitsamt

2019 etwa 550 Tests gemacht worden – auch dort sei keiner positiv ausgefallen.

Trotz der inzwischen guten Behandlungsmöglichkeiten sterben in der heutigen Zeit noch immer Menschen an den Folgen von HIV: 2018 gab es laut RKI-Schätzung 440 Todesfälle. Seit Beginn der Epidemie in den 1980er-Jahren schätzen die Wissenschaftler die Anzahl der Todesfälle auf 29 200.

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