Heribert Prantl setzt den Schlusspunkt

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 Mit Heribert Prantl kommt am Mittwoch, 6. November, ein Hochkaräter nach Tuttlingen.
Mit Heribert Prantl kommt am Mittwoch, 6. November, ein Hochkaräter nach Tuttlingen. (Foto: Presse)
Schwäbische Zeitung

Heribert Prantl, der bekannte Publizist und langjährige Leiter des Ressorts Meinung der größten täglichen Abo-Zeitung der Bundesrepublik, der Süddeutschen Zeitung, liest zum Abschluss des „16. Tuttlinger Literaturherbsts“ am Mittwoch, 6. November, 20 Uhr im Großen Saal der Stadthalle Tuttlingen aus seinem Buch „Vom großen und kleinen Widerstand“.

Heribert Prantl arbeitete nach seinem Jurastudium (studienbegleitend absolvierte er eine Journalistenausbildung und volontierte unter anderem bei „Stuttgarter Nachrichten“) zunächst als Rechtsanwalt und war in den 1980er Jahren als Richter und Staatsanwalt tätig. 1988 kam er als Redakteur für das Ressort Innenpolitik zur „Süddeutschen Zeitung“, das er später auch leitete.

2011 wurde er Mitglied der Chefredaktion und übernahm 2018 die Leitung des neu geschaffenen Meinungsressorts. Nach 31 Jahren bei der „Süddeutschen Zeitung“ (davon acht Jahre in der Chefredaktion) gab Heribert Prantl seine Ämter zum 1. März diesen Jahres zwar ab. Als Autor und Kolumnist ist der 65-Jährige aber weiterhin für die SZ tätig.

„Ich darf die Pflicht beenden und mich nun der Kür widmen“, so sieht Prantl seinen Schritt, mit dem er seine administrativen Aufgaben abgab. Er ist Honorarprofessor für Rechtswissenschaften an der juristischen Fakultät der Universität Bielefeld, Dr. jur. und Ehrendoktor der Theologie und politischer Publizist, der für seine Bücher vielfach ausgezeichnet wurde, so mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Kurt-Tucholsky-Preis und dem Brüder- Grimm-Preis.

„Wenn die Würde des Menschen wieder im Konjunktiv steht, wenn der Rassismus wieder auflebt – dann ist der Aufstand der Enkel und Erben der Weißen Rose aufgerufen“, sagt Prantl zu seinem neuen Buch, und weiter: „Dieser kleine Widerstand ist wichtig, weil es nie mehr dazu kommen darf, dass es den großen Widerstand braucht.

Der kleine Widerstand gehört daher zur wehrhaften Demokratie; auch der Widerstand dagegen, dass sich heute Rechtsextremisten zu Widerständlern stilisieren. Zum Widerstand gehört aber nicht nur der gegen die extremistischen Populisten. Zum Widerstand gehört auch der gegen Totalerfassung und Sicherheitswahn.“

In „Vom großen und kleinen Widerstand“ würdigt Heribert Prantl Widerständler und Whistleblower. Das Buch ist ein Lobpreis auf die Unangepassten, auf die Demokraten des Alltags, auf die Verteidiger der Grundrechte und eine Verbeugung vor den Geschichten und der Geschichte des Widerstands. Es ist ein kleines Denk-Mal für die Gedenktage, für Feiertage und die Sonntage.

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