Herbert Noack nimmt Zuhörer auf Jakobsweg mit

Lesedauer: 3 Min

Anja Hess (links) und Dieter Lang (rechts), zwei erfahrene Jakobswegpilger aus Neuhausen, tauschten sich mit Herbert Noack (Mit
Anja Hess (links) und Dieter Lang (rechts), zwei erfahrene Jakobswegpilger aus Neuhausen, tauschten sich mit Herbert Noack (Mitte) aus. (Foto: Winfried Rimmele)
Winfried Rimmele

Autor Herbert Noack hat im VHS-Raum aus seinem Krimi „Albtraum Jakobsweg“ vorgelesen. „Wenn sie vorhaben, den Jakobsweg zu gehen, sollten sie dieses Buch nicht lesen“, begann der Autor seine Lesung.

Gespannt und dicht gedrängt verfolgten die rund 40 Zuhörer die Geschichte der Romanhelden Franz und Sarah, die ihre Pilgerreise am Kloster Beuron im Donautal beginnen. Doch ihr Glück wird schnell getrübt, als ein Mönch ermordet wird – der Albtraum beginnt.

Zerstört die Kommerzialisierung die Aura des legendären Jakobswegs? Bereits heute werden „all inclusive Pilger Pakete (aiPP) angeboten und sinnsuchende Pilger von dubiosen Geschäftemachern hinters Licht geführt.

Prächtige Fotos machten den Abend ebenso zu einem spannenden Erlebnis wie Noacks Berichte über die Kuriositäten und Besonderheiten an magischen Orte wie Einsiedeln oder Le Puy-en-Velay. Besonders Le Puy-en-Velay spielt eine tragende Rolle. Auf einem ehemaligen Vulkanschlot thront die Kirche Saint-Michel d’Aiguilhe (heiliger Michael auf der Nadel). Auf dem benachbarten Vulkankegel, dem Rocher Corneille, steht die Statue der Notre–Dame de la France, 1860 in einer Größe von 16 Metern errichtet, aus dem Metall von 213 während des Krimkrieges bei Sewastopol erbeuteten Kanonen gegossen und heute rosa angemalt. Die Statue wird nachts angestrahlt und gibt dabei ein besonderes Bild ab.

Die schwarze Madonna oder die weiß gekleideten Büßer haben den Autor auf seinen Wanderungen inspiriert, einen Krimi zu schreiben. Und so ist Noacks Buch nicht nur ein spannender Krimi. In seinen Erzählungen fließen auch zahlreiche Erlebnisse mit ein, die Noack während seiner Wanderungen sammelte, auch wenn diese natürlich in Wirklichkeit nicht tödlich endeten.

Die Faszination der Pilgerreise auf dem Jakobsweg brachte Noack mit dem Ausspruch seiner Tochter, die er auf eine Wanderung mitnahm, auf einen Nenner: „Mein Kopf ist leer, mein Herz ist voll“. Noack verstand es vortrefflich, Passagen in Auszügen vorzulesen, um die Spannung zu erhalten. Abgerundet wurde der Abend durch die Bewirtung mit Neuhauser Brezeln, französischem Wein und Schweizer Käse.

Anschließend ließen sich viele Besucher vom Autor ihr persönliches Exemplar mit einer Widmung versehen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen