„Hamlet“ – Endlich wieder Shakespeare

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Was ist wahr und was nicht?
Was ist wahr und was nicht? (Foto: MONIKA FORSTER)
Schwäbische Zeitung

Uraufgeführt wurde William Shakespeares Tragödie „Hamlet“ 1601 in London. Mehr als 400 Jahre später ist es das meistgespielte Stück der Weltliteratur und ein bis heute brisantes Generationendrama. Am Donnerstag, 25. April, um 20 Uhr bringt das Landestheater Schwaben aus Memmingen das Werk in einer Inszenierung von Jochen Strauch auf die Bühne der Stadthalle Tuttlingen.

Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, des Königs von Dänemark, ist Hamlets Welt aus den Fugen: Die Umstände des Todes sind ungeklärt, die Königin ist schon wiederverheiratet – mit dem Schwager Claudius, dem neuen, äußerst diplomatischen Herrscher.

Prinz Hamlet, vom Studium heimgekehrt zur Trauerfeier des Vaters, gerät in den Strudel des politischen Umbruchs und in einen tiefen inneren Konflikt: Politik und Persönliches, alte und neue Welt lassen sich nicht in Einklang bringen. Der Geist von Hamlets Vater spricht von Mord und fordert Rache.

Überall scheinen Gefahr und Intrige zu lauern, im Hofstaat, bei seinen Freunden, sogar bei der geliebten Ophelia. Hamlet, überfordert und verzweifelt, stellt sich wahnsinnig. Oder wird er tatsächlich verrückt unter dem Druck, erwachsen zu werden, handeln zu müssen, ohne zu wissen wie? Was ist wahr und was ist Täuschung, welche Weltsicht ist die richtige? Was macht uns zum politischen Menschen? Hamlet zaudert lange und läuft dann Amok – mit dramatischen Folgen.

Prinz Hamlet, Shakespeares wohl berühmteste und schillerndste Figur, ist ein Suchender und Fanatiker, ein existentiell Getriebener und Liebessehnsüchtiger zugleich. Ein sensibler junger Mensch, der an der Realität zu zerbrechen droht. Und ein rätselhafter Mensch in einem rätselhaften Thriller um Ehebruch und Mord, Lug und Trug, Heimtücke und Verrat. Jan Arne Looss verkörpert diesen zerrissenen Menschen grandios.

Vor der mit Standing Ovations gefeierten Premiere der Inszenierung im Oktober 2018 erklärte Regisseur Jochen Strauch, welche Fragen für ihn im Zentrum seiner Interpretation der legendären Tragödie stehen: „Was ist wahr und was nicht in einer Welt voller Fake News? Wie halten sich zynische Herrscher an der Macht? Und wie ist das Private mit dem Politischen verbunden?“

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