Gymnasiasten absolvieren Workshops am Campus

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 Annika Schmid, Lisa Frick, Samuel Dilger und Jan Zeller (von links) im Hüftimplantate-Workshop.
Annika Schmid, Lisa Frick, Samuel Dilger und Jan Zeller (von links) im Hüftimplantate-Workshop. (Foto: HFU)
Schwäbische Zeitung

22 Schüler des Technischen Gymnasiums Tuttlingen haben Medizintechnik-Workshops am Hochschulcampus absolviert. Gut zwei Stunden erhielten die Zwölftklässler Einblicke in die Welt der Medizintechnik. Die Kurse wurden von den Professoren Kurt Greinwald, Mike Fornefett und Martin Haimerl geleitet, so eine Pressemitteilung.

In den Workshops „Spirometrie-Messsysteme zur Lungendiagnostik“ und „Hüftimplantate“ lernten die Gymnasiasten die Anforderungen an diese Systeme und Produkte kennen. „Dazu gehören beispielsweise die Hygiene, Zulassung und das Risikomanagement“, so die Professoren. Studiendekan Greinwald stellte den Bachelor-Studiengang „Medizintechnik – Technologien und Entwicklungsprozesse“ und die Praxisnähe zur Industrie vor: „Nach dem Bachelor-Abschluss stehen unseren Absolventen alle Wege in einer der attraktivsten Branchen offen.“

Die Gymnasiasten testeten das Volumen der Lunge beim Atmen anhand von Spirometrie-Messsystemen. Sie lernten, dass mit diesem diagnostischen Verfahren Rückschlüsse auf krankhafte Veränderungen der Lunge beim Patienten gezogen werden können. In diesem Zusammenhang sprachen sie über die Erhebung von Anforderungen als Basis für die Gestaltung des Medizinprodukts. Dazu gehören einwandfreie Hygienebedingungen im klinischen Umfeld. „Durch eine ausreichende Hygiene können Übertragungen von Krankheiten vermieden werden“, so Professor Fornefett. Professor Haimerl erarbeitete mit seiner Gruppe, welche Risiken bei einem Hüftimplantat vertretbar sind und welche nicht: „Die Zulassung von Medizinprodukten unterliegt strengen Regeln und Normen. Zu Recht – schließlich geht es um die Gesundheit von uns Menschen.“

Lehrer Thomas Nellessen von der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule bietet Medizintechnik als Wahlfach an. Grund genug für die Medizintechnik-Professoren des Hochschulcampus Tuttlingen, mit der Schule in der Lehre zu kooperieren: „Das ist außergewöhnlich an Gymnasien. Wir möchten mit unseren Workshops zeigen, welche Karriere die Schüler nach dem Abitur einschlagen können und welche Perspektiven sie beispielsweise am Hochschulcampus Tuttlingen haben.“

Der Bachelor-Studiengang „Medizintechnik - Technologien und Entwicklungsprozesse“ am Hochschulcampus Tuttlingen kombiniert ingenieurwissenschaftliche und fachspezifische Module. Das Studium bietet drei Vertiefungsrichtungen an: Produkt- und Prozessmanagement, Instrumente und Geräte sowie Digitalisierung und Computer-assistierte Systeme. Bewerbungsschluss für das Medizintechnik-Studium wie auch für die Bachelor-Studiengänge Ingenieurpsychologie, Mechatronik und Digitale Produktion sowie Werkstoff- und Fertigungstechnik ist der 15. Juli.

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