„Große Chance für unsere Gemeinde“

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 Das Zentrum Durchhausens ist kompakt - Kirche, Vereinsheim, Rathaus und Halle liegen alle zentral beieinander. Im kommenden Jah
Das Zentrum Durchhausens ist kompakt - Kirche, Vereinsheim, Rathaus und Halle liegen alle zentral beieinander. Im kommenden Jahr soll der Ortskern saniert werden. (Foto: Archiv: Silvia Müller)
Schwäbische Zeitung

Durchhausen ist zur Schwerpunktgemeinde im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ernannt worden. Die Gemeinde kann zusätzliche Landesgelder abrufen, um beispielswiese den Ortskern zu sanieren. Unsere Redakteurin Sabine Felker hat sich mit Bürgermeister Simon Axt über die Bedeutung des Programms für die 1000 Einwohner-Gemeinde unterhalten.

Ihre Gemeinde hat sich für das ELR-Programm beworben. Als nun Ende vergangener Woche der Förderbescheid aus dem Ministerium Ländlicher Raum kam, wie hat sich das angefühlt?

Ich war wirklich erleichtert, dass der Antrag angenommen worden ist. Das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit, ein Signal an alle Bürger, dass es sich lohnt, sich zu beteiligen und natürlich eine große Chance für die Entwicklung unserer Gemeinde.

Wie viel Fördergelder bekommt Durchhausen?

Wir haben eine Million Euro beantragt und gehen davon aus, dass wir diese auch bekommen.

Welche Projekte wollen Sie gemeinsam mit dem Gemeinderat umsetzen?

Nächstes Jahr wollen wir mit der Sanierung des Vereinshauses starten. Zu wissen, dass wir da nun eine Lösung haben, da fällt mir schon ein großer Stein vom Herzen. An dem Haus gibt es einiges zu tun. Das Fundament ist total marode, es ist im wahrsten Sinne des Wortes auf Lehm, Kies und Bretter gebaut. Auch innen gibt es Probleme. Denn die Narrenzunft, die im zweiten Obergeschoss untergebracht ist, kann dieses nicht mehr nutzen, weil eine Außenfluchttreppe fehlt. Im ersten Obergeschoss haben wir zwar ein Fenster vergrößert, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, aber trotzdem dürfen sich hier nur 20 Personen im Raum aufhalten. Wenn wir die Außentreppe haben, sind diese Beschränkungen aufgehoben. Dazu kommt, dass wir für das Gebäude enorm hohe Stromrechnungen bezahlen, weil mit einer Elektroheizung geheizt wird. Eine neue Heizung ist also auch dringend notwendig.

Als zweites Projekt steht der Abriss der „Vulkanbar“ an, die die Gemeinde vor rund neun Monaten kaufen konnte. Wir möchte dort einen kleinen Platz gestalten und einen Fußweg vom Neubaugebiet anlegen. Eine Baulücke, die für einen Neubau genutzt werden kann, entsteht dort außerdem.

Auch die Ortskernsanierung fällt ins ELR-Programm …

Genau, die werden wir auch angehen. Das Gebiet erstreckt sich von der alten Dorfkirche bis zum Vereinshaus. Wie die Sanierung und Platzgestaltung genau aussehen soll, wollen wir gemeinsam mit den Bürgern entwickeln. Erste Ideen gab es bei den Bürgerworkshops Ende letzten Jahres, nun sollen die Ideen weiter vorangetrieben werden.

Die Umsetzung der Ideen soll dann ab 2021 in Angriff genommen werden.

Erfreulich ist, dass auch private Projekte gefördert werden können. So können Baulücken geschlossen, Sanierungen und Umnutzungen von Häusern angegangen oder Firmen, die an den Ortsrand aussiedeln oder erweitern wollen, unterstützt werden.

Glauben Sie, dass so mancher Durchhausener diese Gelegenheit nutzt?

Das weiß ich sogar, denn wir haben im Vorfeld eine große Umfrage gemacht. Wir haben schon konkrete Rückmeldungen und hoffen, dass so manches Projekt der Impuls für andere Hausbesitzer sein kann, ebenfalls aktiv zu werden.

Wie schwierig ist es für Privatpersonen, Fördergelder zu beantragen?

Da sollte es keine Schwierigkeiten geben. Denn zum einen haben wir ein Planungsbüro an der Hand, das Fragen beantworten kann. Zum anderen stehen wir als Gemeindeverwaltung helfend zur Seite. Wir können beraten und auch die nötigen Unterlagen bearbeiten.

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