Grippewelle bleibt hartnäckig in der Region

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Die Grippewelle ist auch in Tuttlingen noch nicht vorbei.
Grippewelle bleibt in Tuttlingen hartnäckig (Foto: Karl-Josef Hildenbrand)

Die Grippewelle ist diesen Winter in Tuttlingen hartnäckiger gewesen, als etwa 2015. „Letztes Jahr war es schon wieder am Abklingen, dieses Jahr hält die Krankheitswelle noch an“, so Dr. Siegfried Eichin, Leiter des Gesundheitsamts des Landratsamts Tuttlingen zur aktuellen Situation.

Nicht, dass die Zahl der Erkankungen außergewöhnlich hoch gewesen wäre, doch in dieser Grippesaison seien „Erreger unterwegs, auf die die Impfung vom Herbst nicht mehr anschlägt“, sagt Eichin.

Durch Tröpfcheninfektion verstärkt die Runde machen

Den Grund sehen die Experten, wie etwa auch das Robert-Koch-Institut (RKI), zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention, im sogenannten H1N1-Erreger, dem Influenza-Virus Typ B, der in diesem Winter durch Tröpfcheninfektion verstärkt die Runde machte. „Das Virus scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Personen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war“, so das Robert Koch-Institut

Dem Gesundheitsamt in Tuttlingen wurden seit Anfang des Jahres 37 Fälle von echter Influenza gemeldet, davon viele Typ B-Meldungen. „Unsere Meldezahlen sind aber immer nur die Spitze des Eisbergs“, weist Eichin darauf hin, dass die allerwenigsten Patienten einen Influenza-Schnelltest durchführen, geschweige denn, ihre Erkrankung dem Gesundheitsamt melden.

Etwa 300 kleine Influenza-Patienten

Sein Rat: Mit einer Grippe-Impfung solle man auf jeden Fall bis zum Herbst warten, bis der neue, an die Viren angepasste Impfstoff auf den Markt komme.

Das Thema Impfen ist es auch, dass dem Tuttlinger Kinderarzt Dr. Ralph Maier sehr am Herzen liegt. Etwa 300 kleine Influenza-Patienten, „deutlich mehr als im vergangenen Jahr“, hatten er und seine Kollegen in dieser Saison behandelt. „Zwei bis drei Wochen war es heftig, jetzt lässt es nach“, weist er auf den Monat März hin, in dem die Kinderarztpraxis im Ärztehaus an der Neuhauser Straße oft übervoll mit kleinen Patienten war.

Seine Fallzahlen sprechen für sich: „Bis auf zwei Fälle waren davon alle ungeimpft.“ Seine Empfehlung: „Ab dem Herbst auf jeden Fall gegen Grippe impfen lassen.“

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