Gerstner und Leibinger zum VfL Mühlheim

Lesedauer: 9 Min
Andreas Leibinger (rechts), der hier das 3:1 für den SV Gosheim beim SC 04 Tuttlingen erzielt, trägt in der kommenden Saison das
Andreas Leibinger (rechts), der hier das 3:1 für den SV Gosheim beim SC 04 Tuttlingen erzielt, trägt in der kommenden Saison das Trikot des VfL Mühlheim. (Foto: hkb)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur
Roland Habel

In der Fußball-Bezirksliga Schwarzwald hat der SV Gosheim zwei Tage nach dem 3:1-Sieg beim SC 04 Tuttlingen am Ostermontag beim 2:2 in Bochingen zwar die ersten Punkte in der Rückrunde eingebüßt, führt aber immer noch die Tabelle der zweiten Saisonhälfte an. In der Nachspielzeit lesen Sie außerdem, dass der SV Gosheim mit Markus Gerstner, Andreas Leibinger (beide zum VfL Mühlheim) und Patrick Hermle (zum SSC Tübingen) nach der Saison drei wichtige Spieler verliert und dass Patrick Schneider den 32 000. Treffer der Bezirksliga erzielt hat.

Beim 3:1-Erfolg in Tuttlingen am Karsamstag zeigten die Gosheimer vor allem in der Defensive eine starke Leistung. „Wir sind mit dem momentanen Verlauf sehr zufrieden“, freute sich Markus Federle nach den drei Punkten bei den Donaustädtern. „Wir haben aus dem Spiel heraus nichts zugelassen, hatten nur bei Standards einige Probleme“, meinte der Coach. Federle: „Wir haben nach vorne zwar nicht brilliert, aber unsere Situationen in der Offensive gehabt und dann auch unsere Tore gemacht.“

Die Gosheimer waren bei ihren Angriffen wesentlich zielstrebiger und im Abschluss konsequenter. „Wir haben genau zu den richtigen Zeitpunkten unsere Tore erzielt“, sagte Federle. Nach der 1:0-Halbzeitführung des SVG hatten die Tuttlinger zu Beginn der zweiten 45 Minuten ihre besten Offensiv-Aktionen, kamen aber nicht zum Abschluss. In dieser Phase versetzte Sebastian Nann mit seinem zweiten Tor zum 2:0 den Gastgebern einen Dämpfer. Die Tuttlinger brauchten ein Elfmetergeschenk des nicht immer überzeugenden jungen Schiedsrichters Tobias Neumann aus Rottweil, um in der 69. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer zu kommen. „Das war ein unfassbarer Elfmeter gegen uns“, sagte Federle. „Wenn das Spiel noch 2:2 ausgeht, würde ich mich verschaukelt vorkommen. So einen Elfmeter kann man nicht geben.“ Zehn Minuten später sorgte dann Andreas Leibinger mit dem Tor zum 3:1 für die Entscheidung. „Mit unserem dritten Tor war der Widerstand der Tuttlinger gebrochen, sonst wäre es wohl zu einer heißen Schlussphase gekommen“, meinte der Gosheimer Trainer nach dem Spiel.

Sein Gegenüber Ertan Tasdemirci war nach der Partie bedient: „Wir haben nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind nicht so in die Zweikämpfe gekommen, Gosheim war aggressiver. Das erste Gegentor aus 40 Metern, als wir uns weggeduckt haben, hat uns etwas die Motivation geraubt.“ Die Tuttlinger konnten spielerisch nicht überzeugen und sich kaum eine Torchance erspielen. Der Gosheimer Torhüter Markus Gerstner war kaum einmal ernsthaft gefordert. Tasdemirci: „Gosheim hatte sicher nicht mehr Chancen als wir, hatte aber im Angriff die Qualität, Tore zu machen. Die Gosheimer waren effektiver.“ Die Tuttlinger kommen als Tabellendritter in den bisherigen neun Heimspielen erst auf neun erzielte Treffer.

Am Samstag in Tuttlingen trug Michael Schnee zum zweiten Mal das Gosheimer Trikot. Nach einem 20-minütigen Einsatz im Spiel zuvor, musste der frühere langjährige Spielertrainer des FC Frittlingen diesmal 90 Minuten ran. Federle: „Eigentlich war er als Ersatzspieler vorgesehen. Doch da Patrick Hermle vor dem Spiel über Migräne klagte, musste er von Beginn an ran.“ Schnee bot eine gute Leistung. Mit seiner Routine traf der noch in diesem Monat 40 Jahre alt werdende Fußballer immer die richtigen Entscheidungen. Federle: „Er hat seine Zweikämpfe gewonnen und stellt auf dem Platz etwas dar.“ Schnee wohnt in Denkingen. Er trainiert jedoch eine Jugendmannschaft in Gosheim, sein Sohn spielt dort in der Jugend.

Patrick Hermle nach Tübingen

Für die kommende Saison kündigt sich beim SV Gosheim ein personeller Umbruch an. Torhüter Markus Gerstner und Stürmer Andreas Leibinger wechseln zum wahrscheinlichen Landesliga-Aufsteiger VfL Mühlheim. „Das ist sicher“ bestätigte Federle. „Mit Michael Mayer haben wir einen Torhüter, der mit Markus Gerstner auf Augenhöhe ist, da haben wir kein Problem. Aber Andi Leibinger im Feld bekommen wir nicht ersetzt“, sagt der Coach und ergänzt: „Er muss das jetzt aus sportlichen Gründen probieren. Da er viele Positionen spielen kann, wird er sich in Mühlheim auch durchsetzen.“ Mit neun Treffern ist der 22-jährige Leibinger in der laufenden Saison der erfolgreichste Gosheimer Stürmer. Gerstner hat bereits früher mehrere Jahre beim VfL Mühlheim das Tor gehütet. Mit seiner Erfahrung kann der bald 34-Jährige ein guter Rückhalt für die Ettenberg-Elf sein.

Mit Patrick Hermle verlieren die Gosheimer einen weiteren Spieler. „Auch sein Abgang tut uns richtig weh“, sagt Federle. Patrick Hermle studiert in Tübingen und schließt sich dort dem SSC an. Der SSC Tübingen führt nach 19 Spielen mit 46 Punkten die Tabelle der Bezirksliga Alb vor der TuS Metzingen (20 Spiele/43 Punkte) an. Außerdem steht hinter der sportlichen Zukunft von Patrick Decker, der an Arthrose in der Hüfte leidet, ein Fragezeichen.

Ein Wechsel deutet sich auch auf der Position des Trainers an. „Es ist nicht die erste Option, dass ich weitermache“, sagt Federle. „Durch die Abgänge ist es der Wunsch des Vereins, einen Spielertrainer zu verpflichten. Wenn wir einen geeigneten Spielertrainer finden, im richtigen Alter und mit dem fußballerischen Können, dann müssen wir das auch machen.“ Dem Vernehmen nach sind die Gosheimer mit einem Kandidaten in guten Gesprächen.

32 000. Bezirksliga-Tor

Patrick Schneider vom SC Wellendingen hat am Ostersamstag den 32 000. Treffer in der Geschichte der Fußball-Bezirksliga Schwarzwald (seit der Saison 1978/79) erzielt. Schneider war mit seinem neunten Saisontor in der 37. Minute Wellendingens Torschütze zum 2:0 (Endstand 2:2) gegen die SG Böhringen/Dietingen. Das Bezirksliga-Tor Nummer 31 999 markierte Sören Lurz vom Tabellenführer VfL Mühlheim zum 2:0-Zwischenstand (Endergebnis 6:1) gegen den SV Villingendorf. Auch Treffer Nummer 32 001 geht aufs Konto eines Spielers aus dem Kreis Tuttlingen: Emanuel Alexi (SpVgg Trossingen) zum 3:1 (Endstand 4:1) gegen die SG Aichhalden/Rötenberg.

Insgesamt fielen am 21. Bezirksliga-Spieltag, einschließlich der Donnerstags-Partie Fatihspor Spaichingen – SV Zimmern II (0:10), 40 Tore. Das entspricht einem Schnitt von fünf Treffern pro Partie. Saisonrekord sind allerdings weiterhin die 43 Treffer vom achten Spieltag (Schnitt 5,38); auch der zwölfte Spieltag verlief mit 42 Treffern (Schnitt 5,25) noch torreicher. Minusrekord für einen kompletten Spieltag sind die 20 Tore (Schnitt 2,5) vom 20. Spieltag am 24./25. März. Insgesamt fielen in der laufenden Bezirksliga-Saison bisher 630 Tore (Schnitt 3,96).

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen