Generationenwechsel bei Medizintechnikunternehmen Karl Storz

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 Karl-Christian Storz und Sybill Storz mit Oberbürgermeister Michael Beck (rechts) bei der Einweihung des neuen Kreisverkehrs m
Karl-Christian Storz und Sybill Storz mit Oberbürgermeister Michael Beck (rechts) bei der Einweihung des neuen Kreisverkehrs mit dem Firmennamen (Foto: Gerards/Archiv)

Die Eigentümerin und Geschäftsführerin des Tuttlinger Medizintechnikunternehmens Karl Storz hört auf. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom Montag schreibt, gibt Sybill Storz die Geschäftsführung ab 1. Januar 2019 vollständig an ihren Sohn Karl-Christian Storz ab. Sybill Storz behält jedoch den Vorsitz im Verwaltungsrat des Unternehmens.

Mutter und Sohn führen den Tuttlinger Endoskopespezialisten aktuell beide als geschäftsführende Direktoren. Der Schritt zur Veränderung hatte sich angedeutet: Sybill Storz ist inzwischen 81. Vor einigen Jahren hatte Karl-Christian Storz, der sich um Forschung und Entwicklung im Unternehmen gekümmert hatte, mehr Verantwortung in der Firma übernommen. Beim großen Mitarbeiterfest vor drei Wochen am Hauptsitz in Tuttlingen hatten dann einige Mitarbeiter die Ankündigung erwartet – dort war sie aber noch ausgeblieben.

Nun ist klar: Sybill Storz gibt die Geschäfte an ihren Sohn ab. Sie werde aber, heißt es in der Mitteilung, das Unternehmen aus dem Verwaltungsrat heraus weiterhin tatkräftig unterstützen. „Bereits seit über einem Jahr haben wir diesen Schritt sorgfältig vorbereitet, indem wir die Struktur und die Verantwortung für verschiedene Bereiche sukzessive für die Zukunft angepasst haben“, wird Sybill Storz in der Mitteilung zitiert. „Wir haben somit gemeinsam an einem gesteuerten und geplanten Generationsübergang gearbeitet, damit Mitarbeiter, Kunden und Partner weiterhin auf die Stabilität und Innovationskraft von Karl Storz vertrauen dürfen.“

Sie freue sich, dass Karl-Christian sein Wissen und seine Tatkraft bereits seit über 20 Jahren aktiv in das Unternehmen eingebracht habe und vor allem im Bereich der globalen Ausrichtung der Unternehmensgruppe wichtige Akzente gesetzt habe. „Mit diesen Voraussetzungen ist er bestens für die neue Aufgabe gerüstet“, so Sybill Storz.

Bereits seit über einem Jahr haben wir diesen Schritt sorgfältig vorbereitet, indem wir die Struktur und die Verantwortung für verschiedene Bereiche sukzessive für die Zukunft angepasst haben“

Sybill Storz zur Übergabe

 

Karl-Christian Storz wiederum freut sich, „ein bestens bestelltes Feld“ zu übernehmen. „Hierbei ist es mir besonders wichtig, dass wir uns unserer über 70-jährigen Tradition bewusst sind. Ausgehend von diesem stabilen Fundament und Erfolgsfaktor arbeiten wir auch zukünftig mit Leidenschaft, Erfahrung, Qualitätsbewusstsein und Innovationskraft an Lösungen, auf die sich unsere Kunden verlassen können, um Patienten optimal behandeln zu können. Wir sind offen und vorbereitet für die Dynamik der Märkte und passen auch zukünftig unsere Geschäftsstrategie, wo nötig, an neue Marktbedürfnisse an“, so Karl-Christian Storz.

Mit der Übergabe der Geschäftsführung an die dritte Generation betont das Unternehmen seine nachhaltige Strategie, auch zukünftig als unabhängiger und familiengeführter Technologieführer in der Medizintechnik global tätig zu sein.

Seit 1996 führte Sybill Storz das Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmen Karl Storz Endoskope, das sie nach dem Tod ihres Vaters Karl Storz übernommen hatte. Sie hat diverse Ehrungen für ihr Engagement erhalten. So etwas den Prix Veuve Clicquot als "Unternehmerin des Jahres 2004", die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg, die Rudolf-Diesel-Medaille, das Siegel der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, der Preis soziale Marktwirtschaft der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Preis "Unternehmerin des Jahres 2006" des Europäischen Rats für Frauen, Unternehmen und Handel sowie der Preis des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac für die beste Unternehmerin Europas. 2007 wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, 2014 erhielt Sybill Storz den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.

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