„Gäste Gottes“ kommen zusammen

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 Rege war die Teilnahme am Fastenbrechen des FEZA-Kulturvereins.
Rege war die Teilnahme am Fastenbrechen des FEZA-Kulturvereins. (Foto: Claudia Steckeler)
Claudia Steckeler

Die Mitglieder des FEZA-Kulturvereins in Tuttlingen haben zum Fastenbrechen (Iftar) eingeladen. Zahlreiche Gäste aus der Bevölkerung, aber auch Vertreter öffentlicher Einrichtungen und des Gemeinderates, haben sich zum gemeinsamen Essen und Gedankenaustausch in den Räumlichkeiten des Kulturzentrums getroffen. An diesem Freitagabend, der unter dem Thema „Neue Heimat in Tuttlingen“ stand, haben zwei Mitmenschen mit Asylhintergrund teilgenommen, die über ihr Leben und ihre Flucht berichteten.

Noch bis zum 6. Juni ist der Fastenmonat Ramadan der Muslime. In dieser Zeit wird von der Morgendämmerung (zirka 5 Uhr), bis zum Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr auf jegliche Speisen und Getränke verzichtet – und an jedem Abend wird das Fastenbrechen regelrecht gefeiert. Dabei wird versucht, immer einen Gast dabei zu haben, damit das Fastenbrechen noch schöner wird. So ist der Ramadan auch ein Monat des Besuchs und des gastfreundlichen Empfangs. „Es ist eine Ehre, wenn an diesem Abend Freunde und Bekannte empfangen werden“, erklärten die FEZA-Mitglieder. „Diese Gäste werden auch Gast Gottes genannt, weil sie besondere Gäste sind.“

Bevor jedoch gemeinsam gefeiert wurde, berichteten Murat Korkmaz und Abdhulla O. über ihr Leben in der Türkei, über Verhaftungen, Beeinträchtigungen, den Verlust ihrer Arbeitsplätze, und Murat Korkmaz erzählte von der abenteuerlichen, gefährlichen Flucht mit der Familie in ein freies, selbst bestimmtes Leben. Abdhulla O. konnte im Zuge einer Familienzusammenführung nach Deutschland reisen.

Beide haben sich in Deutschland mit ihren Familien eine neue Existenz aufgebaut. „Ich bin über das demokratische System in Deutschland glücklich und fühle mich nun in Sicherheit. Wir haben die Gelegenheit bekommen, ein neues Leben aufzubauen und möchten daher auch unseren Beitrag leisten“, erklärte Murat Korkmaz. Abdhulla O. erklärte abschließend, „Wir haben eine sehr schwierige Zeit hinter uns gelassen und sind nun glücklich, dass die gesamte Familie gesund und munter in Frieden leben kann.“

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