Freifunk soll bald freies WLAN bieten

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Bisher gibt es in der Fußgängerzone nur WLAN am Marktplatz. Das soll sich dank Freifunk bald ändern.
Bisher gibt es in der Fußgängerzone nur WLAN am Marktplatz. Das soll sich dank Freifunk bald ändern. (Foto: Sabine Krauss)
Christian Gerards

Ein Bürger-WLAN wollen Hans-Peter Bensch und die Stadt Tuttlingen in Tuttlingen aufziehen. Dazu suchen sie Mitstreiter, die ihr privates WLAN-Netz für die Öffentlichkeit öffnen. Ein zweiter Router neben dem eigenen sorgt dafür, dass sich niemand in das private Netzwerk unbefugt reinhacken kann. Die Anbieter stellen lediglich einen Teil ihrer Bandbreite zur Verfügung.

„Aufstellen, anschließen und einschalten“, so einfach soll das Bürger-WLAN bereit gestellt werden können. Das sagt Tilo Levante, der schon erfolgreich ein Bürger-WLAN „Freifunk Dreiländereck“ in und um Grenzach-Wyhlen aufgebaut hat. Er unterstützt Bensch und die Stadt beim Aufbau des hiesigen Bürger-WLAN. Am Freitag wurde bereits bei Bensch in Mattsteig der erste Router dafür scharf gestellt. Bensch stellt ab sofort seine Breitbandverbindung für andere zur Verfügung.

„300 Kommunen mit Bürger-WLAN gibt es in Deutschland bereits“, berichtet Bensch. In der Region hingegen gebe es bisher ein solches Angebot nicht. Der Tuttlinger Gemeinderat, in dem auch Bensch sitzt, habe den Vorstoß positiv aufgenommen. „Ein öffentliches WLAN gibt es bisher nur am Marktplatz und am Wohnmobil-Stellplatz“, informiert City-Manager Alexander Stengelin.

Mehrwert für den Einzelhandel

Mit dem Bürger-WLAN sollen sich mobile Endgeräte von einem Zugriffspunkt zum anderen vernetzen können. Damit soll eine möglichst durchgehende WLAN-Versorgung möglich werden. Das ist aber nur der Fall, wenn man sich für einen Internetzugriff nicht extra anmelden muss, wie es etwa im Irish-Pub notwendig ist. „99,5 Prozent der Bandbreite wird nicht genutzt“, macht Bensch deutlich, dass zusätzliche Nutzer für den Privatanschluss kein Problem darstellen sollten.

Zwischen 20 und 60 Euro kostet ein zusätzlicher Router, der für den Freifunk taugt und über Levante bezogen werden kann. Vor allem Restaurants, Cafés und der Einzelhandel könnten hierdurch einen Mehrwert generieren. „Die Leute nutzen das Internet immer mehr für ihre Kaufentscheidung. Dabei geht es nicht mehr in erster Linie darum, einen Preis im Internet zu vergleichen, sondern man verschickt heute ein Foto an die Verwandten oder Freunde, um eine Einkaufshilfe zu erhalten“, betont Stengelin.

Von daher sieht er keine zusätzliche Internet-Konkurrenz auf den Einzelhandel zukommen. „Wenn der Kunde unschlüssig ist und geht, dann kommt er selten zurück“, meint Stengelin. Er betont, dass sich einige Gastronomen gut vorstellen können, dem Freifunk beizutreten. „Mit dem WLAN bleiben die Gäste möglicherweise länger in dem Café oder Restaurant sitzen und bestellen einen zusätzlichen Kaffee“, sagt Stengelin.

Bald soll dazu nach dem Vorbild im Dreiländereck ein Verein gegründet werden. „Sieben Leute dafür zusammen zu bekommen, ist nicht das Problem“, sagt Bensch. Die Aufgabe sei es nun, die Mitstreiter zu finden, die dem Bürger-WLAN in Tuttlingen zu einem Erfolg verhelfen. „Wer sein Breitband zur Verfügung stellt, muss auch nicht unbedingt Mitglied im Verein werden“, sagt Levante. Bensch hofft, dass auch die Stadt einen Router im Rathaus zur Verfügung stellt. Das hätte Signalwirkung für weitere Mitstreiter.

Ehrgeiziges Ziel bis Jahresende

Das Ziel sei es laut Bensch, bis Jahresende ein großteils zusammenhängendes Netz für die Bahnhof- und Königstraße zu bekommen. Sollte es in jedem dritten Haus einen Freifunk-Router geben, gebe es laut Levante ein verbundenes Netz. Aber: „Freifunk ist nicht dazu gedacht, das eigene Hauptnetz zu ersetzen“, betont Bensch. Die Bandbreite würde im Freifunk auch reduziert werden.

Infos gibt es bei Hans-Peter Bensch unter Telefon 07461/ 160137 oder im Internet unter

www.freifunk-tuttlingen.de

Plätze mit kostenlosem WLan in der Region

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