Frauenwirtschaftsforum stellt sich neu auf

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Die Neuen an der Spitze des Frauenwirtschaftsforums: Gerda Schneider und Ute Villing. (Foto: Dorothea Hecht)
Schwäbische Zeitung

Das Frauenwirtschaftsforum der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hat sich neu aufgestellt. Gerda Schneider und Ute Villing sind die beiden neuen Koordinatorinnen, die sich vor allem eins vorgenommen haben: Die Frauen in der Region noch besser zu vernetzen.

Was ist ein gutes Netzwerk? Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Gerda Schneider, neue Koordinatorin des Frauenwirtschaftsforums, schrieb eine Mail an Aesculap-Vorstand Hanns-Peter Knaebel und bat darum, die Auftaktveranstaltung des Forums am Montagabend im Aesculapium abhalten zu dürfen. Kein Problem, schrieb der zurück, und legte sogar noch ein Büffet drauf.

Natürlich kann das an der Großzügigkeit des Aesculap-Chefs gelegen haben oder an der nett formulierten E-Mail – wahrscheinlich war es aber die Tatsache, das Gerda Schneider seit Jahren als Assistentin des Vorstands in dem Medizintechnik-Unternehmens arbeitet und Knaebel persönlich kennt.

Netzwerke wie diese zu nutzen und vor allem weitere aufzubauen – darum geht es dem Frauenwirtschaftsforum, das sich kürzlich neu aufgestellt hat. Die Tuttlingerin Gerda Schneider und Ute Villing aus Gosheim stehen nun an der Spitze des Netzwerks. Ihr Ziel ist es, das Forum zu professionalisieren, das machten sie am Montagabend klar. Erster Vortragsgast war Felicitas Janßen, Marketing-Chefin bei Aesculap.

War das Frauenwirtschaftsforum bei seiner Gründung vor zehn Jahren noch ein loser Verband, der aus einem Stammtisch für Unternehmerinnen hervorging, hat die bisherige Koordinatorin Tatjana Dujmic das Netz in den vergangenen Jahren über die gesamte Schwarzwald-Baar-Heuberg-Region gesponnen. Etwa 150 selbstständige und berufstätige Frauen sind im Verteiler des Forums, zwischen 20 und 60 besuchen die Veranstaltungen, beim Auftakt am Montag waren es noch weit mehr.

Schneider und Villing wollen dieses große Interesse nutzen und die Aktivitäten noch ausbauen: Teil dieses Vorhabens sind eine neue Homepage, viele Veranstaltungen und vor allem: Wachstum. Sie wollen sich da keine Zahl vornehmen, sagen die beiden, „aber wenn sich irgendwann 300 Frauen auf der Website vorstellen, wäre das schon super“, meint Schneider. Auf der Homepage sammeln sie Kurzprofile und Kontaktdaten von Mitgliedern des Forums, Zweck ist nicht nur der Austausch untereinander, sondern auch das Knüpfen von Geschäftskontakten.

Dass gerade Frauen so ein Netzwerk brauchen, davon sind die beiden Koordinatorinnen überzeugt. „Ich habe erst mit 30 erkannt, dass Ehrgeiz nichts Schlechtes ist“, sagt etwa Ute Villing von sich selbst. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie die Business School Alb-Schwarzwald in Balingen und ist damit in Kontakt mit vielen berufstätigen Frauen: „Ich will Frauen dazu gewinnen, Netzwerke besser zu nutzen.“

Dabei gehe es sowohl um den Austausch und darum, Vorbild zu sein, als auch um den gegenseitigen Nutzen, betont Schneider. Sie selbst bietet mit einer eigenen Firma Seminare rund um Verwaltungsorganisation und Kommunikation an. Vielen Frauen falle es schwer, Beruf und Familie zu vereinen, nicht nur wegen der Rahmenbedingungen, „sondern auch weil sie sich fragen, ob sie alles auf einmal machen müssen“, meint Schneider. Dabei sei es gerade in der ländlichen Region so, „dass Frauen im Business gebraucht werden. Vor allem bei Mittelständlern auf dem Land sind oft mehr Frauen in der Führungsriege, als auf den ersten Blick ersichtlich ist“.

Weitere Informationen gibt’s unter . Gruppen gibt es auch bei Facebook und im Netzwerk Xing.

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