Frühere Tuttlinger Nelkenkultur wird weiter bebaut

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Frühere Nelkenkultur wird weiter bebaut
Frühere Nelkenkultur wird weiter bebaut (Foto: Matthias Jansen)
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Auf dem Gebiet der früheren Nelkenkultur östlich der Balinger Straße könnten bald vier Doppelhaushälften und zwölf Reihenhäuser entstehen. Der Technische Ausschuss der Stadt Tuttlingen hat dem Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag einstimmig empfohlen, nach der Veränderung des bestehenden einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Dies soll im beschleunigten Verfahren geschehen.

„Ich bin erstaunt, dass nach so kurzer Zeit die Planung geändert wird. Aber wenn es hilft, preiswerten Wohnraum zu sichern“, sagte Ulrike Martin (LBU), die wie die anderen Ausschussmitglieder dem Vorhaben zustimmte. Im vergangenen Jahr war bereits ein Bebauungsplan aufgestellt worden, um auf dem Gebiet der Nelkenkultur später einmal Wohnraum zu schaffen. Weil der Besitzer des Geländes laut Sitzungsunterlagen nun bereit ist, das Wohnhaus samt der Gartenfläche aufzugeben und zu verkaufen, konnte die Verwaltung ihre Planungen für den nördlichen Teil konkretisieren. Die historische Villa im südlichen Teil des Grundstücks ist von den Bauplänen aber nicht betroffen.

Eigenes Blockheizkraftwerk versorgt Häuser in Neubaugebiet

Durch die Firma Werner Wohnbau aus Niedereschach sollen 16 Wohneinheiten in vier Doppelhaushälften und zwölf Reihenhäusern entstehen. Für jede Wohneinheit sind eine Garage und ein Stellplatz vorgesehen. Die Erschließung und Zufahrt erfolgt über eine Privatstraße, die die Balinger Straße mit der Zollernstraße verbindet. Über ein Blockheizkraftwerk in dem Neubaugebiet sollen die einzelnen Wohnräume versorgt werden. „Das ist ein kleines Wärmenetz für das Areal. Dadurch benötigt nicht jedes Haus einen eigenen Heizraum“, erklärt Planer Markus Hirt von Werner Wohnbau. Die Technikzentrale, die Energie und Wärme liefern soll, werde wie eine Garage aussehen und in den Garagenhof integriert.

Die Häuser auf der 0,52 Hektar großen Fläche sollen vor allem jungen Familien Wohnraum bieten. Jede Einheit wird 136 Quadratmeter groß sein. Über die genauen Kosten kann Hirt noch nichts sagen. Da müsste erst die Erschließung des Gebiets abgeschlossen sein. Das Unternehmen plant für die Reihenmittelhäuser (Grundstücksgröße zwischen 260 und 380 Quadratmeter) mit Kosten unter 450 000 Euro. Die Doppelhaushälften, die auf zwischen 340 und 385 Quadratmeter großen Grundstücken stehen, sollen 470 000 Euro kosten. Für den Preis erhielten die Kunden die Häuser schlüsselfertig, „ohne Malerarbeiten und das Verlegen des Boden“, sagt Hirt.

Mit Baubeginn wird nicht vor dem Sommer gerechnet

Mit dem Beginn der Arbeiten wird nicht vor dem Sommer gerechnet. Zunächst einmal muss das Baurecht geschaffen werden. Mit der Änderung des Bebauungsplans beschäftigt sich der Tuttlinger Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag, 29. April.

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