Feuerwehr ist mit Lautsprecherwagen unterwegs

Lesedauer: 4 Min
 Die Feuerwehr fordert mit Lautsprecherdurchsagen dazu auf, zu Hause zu bleiben.
Die Feuerwehr fordert mit Lautsprecherdurchsagen dazu auf, zu Hause zu bleiben. (Foto: Archiv- cg)
Schwäbische Zeitung
iw

Seit 13.30 Uhr ist die Feuerwehr am Samstag mit Lautsprecherwagen unterwegs gewesen und forderte die Bürger auf, zu Hause zu bleiben.

„Mehrfach wurden wir gefragt, ob das nicht übertrieben sei. Nein – ist es nicht“, so die Stadtverwaltung auf Facebook. Die neue Verordnung des Landes gelte seit Samstag, 0 Uhr. „Und uns ist es wichtig, möglichst viele Menschen schnell darüber zu informieren.“ Die Durchsagen der Feuerwehr seien der beste Weg dafür – gerade auch für die, die nicht bei Facebook oder Insta unterwegs sind...

Konkret besagen die neuen Verordnungen des Landes, dass Gaststätten seit Samstag komplett geschlossen sind. Es gibt keine Ausnahmen mehr. Lediglich Speisen zum Mitnehmen dürfen noch verkauft werden. Friseurbetriebe müssen nach der Verordnung ab Samstag ebenso schließen wie Kosmetikstudios, Nagelstudios, Studios für kosmetische Fußpflege, Tattoo-/Piercing-Studios, Massage- und Sonnenstudios.

In der Öffentlichkeit dürfen sich keine Gruppen mit mehr als drei Personen mehr aufhalten. Ausgenommen sind nur Familien. Durchreisen von Personen aus Krisengebieten werden eingeschränkt.

An den Tuttlinger Stadteingängen, zum Beispiel aus Richtung Emmingen-Liptingen, stehen große Plakate, die die Menschen auffordern, daheim zu bleiben. „Ihr Sohn wollte nur noch mal kicken gehen...“, heißt es da zum Beispiel. Und dazu ist Blumenschmuck abgebildet wie bei einer Beerdigung.

Verstöße gegen die neuen Richtlinien werden streng geahndet. Bei Verstößen können Geldstrafen bis zu 25 000 Euro sowie mehrjährige Haftstrafen verhängt werden.

Am Sonntag hat sich gezeigt, dass die Menschen die Vorschriften weitgehend ernst nehmen. Auf den Straßen war kaum Verkehr, die Fußgängerzone wie leergefegt. Vor allem Familien mit kleinen Kindern waren im Bereich der Donau unterwegs, aber nicht in Gruppen.

Am Sonntagabend, 18 Uhr, wird es hier und dort Musik aus den Fenstern zu hören geben: Musikverbände hatten dazu aufgefordert, zu Hause bei geöffnetem Fenster die „Ode an die Freude“ zu singen oder zu spielen. „So können wir zwar körperlich auf Abstand sein, uns aber trotzdem über die gemeinsame Musik zusammenschließen“, so Matthias Kremer, Vorsitzender des Stadtverbands für Musik in Tuttlingen. „Auch wenn der Text nicht ganz passt, spielen wir für die Menschen, die schwer erkrankt sind, die einen lieben Menschen verloren haben, und an die, denen das noch bevorsteht.“ Dabei wollten die Musiker auch den Frauen und Männern danken, die das öffentliche Leben aufrecht erhalten in Berufen wie Politiker, Polizist, Arzt, Krankenpfleger, Verkäufer, Lastwagen-Fahrer und mehr, sagt Kremer.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen