Fernsehsendung „Tüll und Tränen“ dreht in der Region

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 Annegret Weitzel ist die erste „Braut, die sich traut“ im Tuttlinger Fachgeschäft Home Bride ihr Traumkleid vor laufender Kamer
Annegret Weitzel ist die erste „Braut, die sich traut“ im Tuttlinger Fachgeschäft Home Bride ihr Traumkleid vor laufender Kamera auszusuchen. Beraten wurde sie dabei von Freundinnen und Inhaber Christian Sailler. (Foto: Steckeler)
Claudia Steckeler

Je näher der Drehtermin rückt, umso mehr liegen bei Annegret Weitzel die Nerven blank, denn sie ist die erste Braut „die sich traut“. Die für die VOX-Serie „Zwischen Tüll und Tränen“ im Tuttlinger Geschäft Home-Bride und Home-Living & Hair vor laufender Kamera ihr Traumkleid auswählt.

Unterstützt wird sie dabei von ihren Freundinnen Karina Böhme, Natascha Wolf und Sybille Kempf – und natürlich von Geschäftsinhaber Chris Sailler.

Seit Montag dieser Woche sind die Fernsehleute mit ihrer Aufnahmeleiterin Jessica Scharfenberg in Tuttlingen unterwegs. Zum einen, um für einen Vorspann zur Serie Eindrücke von Chris Sailler und seinem persönlichen Umfeld zu sammeln, die Stadt Tuttlingen kurz vorzustellen, und dann natürlich die Suche nach dem Traumkleid festzuhalten.

„Das war total anstrengend und aufregend“, erklärt Chris Sailler. „Wir haben am ersten Tag zehn Stunden gedreht. Manche Szenen mussten mehrmals wiederholt werden, weil ich mich verhaspelt habe, oder zu direkt in die Kamera geschaut habe, zum Beispiel.“

Ich hatte schon immer ein Faible für Sissi.

Chris Sailer, Geschäftsinhaber

Bei dem Dreh ging es auch um ganz persönliche Dinge, wie die Frage warum Chris Sailler solch ein Geschäft eröffnet hat. „Ganz einfach, weil mir Kleider gut gefallen, weil ich schon immer ein Faible für Sissi hatte“, erklärt er, und erzählt lachend, dass er für den Dreh selbst in ein Brautkleid schlüpfen musste.

So sollte der Bezug zu seinen in Tuttlingen bereits bekannten Travestie-Shows hergestellt werden. „Allerdings ohne Make-Up und Perücke. Für mich ist das übrigens kein Fetisch, sondern meine Shows sind mein Hobby“, sagt Sailler.

Aufmerksam geworden auf das Tuttlinger Geschäft ist der Sender durch ein Castingvideo, mit dem sich Chris Sailler beworben hatte. Er wurde aus zahlreichen Bewerbern aus ganz Deutschland ausgesucht. „Wahrscheinlich weil sie das Spezielle, das Ausgefallene, ja etwas Außergewöhnliches suchten“, meint er. „Sicherlich auch, weil sie bisher noch kein Geschäft aus der hiesigen Region hatten“, schätzt Sailler.

Glück für die erste „Fernseh-Braut“, die am Dienstagmorgen zunächst völlig ruhig im Geschäft auftaucht. Hier werden noch schnell im eigenen Friseursalon die Haare in Form gebracht – und dann heißt es warten, denn das Team ist noch mit Chris Sailler an der Donau unterwegs.

Ich bin seit 2013 standesamtlich verheiratet.

Annegret Weitzel

Je näher der Uhrzeiger gen 10 Uhr rückt, ihr offizieller Drehtermin, umso nervöser wird aber auch Annegret Weitzel. Sie ist übrigens durch Zufall auf die Aktion aufmerksam geworden. „Ich bin seit 2013 standesamtlich verheiratet“, erzählt sie. Damals war sie mit ihrem Sohn hochschwanger und wollte mit der weißen Hochzeit deshalb noch warten.

„Es war aber auf jeden Fall klar, dass ich noch kirchlich und in Weiß heiraten werde“, betont Annegret Weitzel. Doch dann kamen das neue Haus und eine zweite Schwangerschaft dazwischen. Bis nun zwei Jahre nach der Geburt der Tochter klar war: „nächstes Jahr wird Hochzeit gefeiert.“

Bedenken wegen des Alters

Auf der Suche nach einem Brautkleid wurde sie von ihrer Freundin Natascha Wolf auf das Geschäft in Tuttlingen und dessen Suche nach Bräuten für die Serie „Zwischen Tüll und Tränen“ aufmerksam gemacht. „Ich habe nicht lange gefackelt und spontan erklärt, dass ich da mitmachen will“, berichtet sie lachend.

Allerdings hatte sie auch Bedenken, weil sie schon 50 Jahre alt ist. Was sich beim ersten Telefonat mit Chris Sailler als völlig unbegründet herausstellte. Sie hat den Zuschlag erhalten und fiebert nun den Aufnahmen entgegen.

Mein Mann ist froh, dass er nicht vor die Kamera muss.

Annegret Weitzel, Fernseh-Braut

Ihre Freundinnen fanden es übrigens alle „cool“, dass sie sich dafür entschied. Ihr sechsjähriger Sohn auch, und „mein Mann ist froh, dass er nicht vor die Kamera muss“, erzählt sie fröhlich. Am Ende des gut fünfstündigen Drehtages ist sie glücklich und zufrieden, denn sie hat es gefunden: Ihr ganz persönliches Traumkleid, dessen Aussehen noch geheim ist und erst in der Sendung gelüftet wird.

„Während der Dreharbeiten im Brautstudio ging es total locker und fröhlich zu“, erzählt Annegret Weitzel am Ende begeistert. „Tränen gab es auch keine, denn ich bin nicht so sehr der emotionale Typ“, bemerkt sie fröhlich. Wann der genaue Sendetermin ist, kann Aufnahmeleiterin Jessica Scharfenberg noch nicht sagen. Sobald er bekannt ist, werden wir ihn veröffentlichen.

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