FC 08 setzt sich im Jubiläums-Duell gegen TV Jahn 6:2 durch

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Eine Neuauflage der sportlichen Kräftemessen von einst: Die beiden 89er-Meistermannschaften von FC 08 (weißes Trikot) und TV Ja
Eine Neuauflage der sportlichen Kräftemessen von einst: Die beiden 89er-Meistermannschaften von FC 08 (weißes Trikot) und TV Ja (Foto: Roland Habel)

Der sportliche Ehrgeiz bei den Recken von einst war beleibe noch nicht erlahmt. Davon zeugten zahllose im Lager der Tuttlinger SC 04-Senioren hin- und her geschickte E-Mails, in denen die „Altstars“ von FC 08 und TV Jahn alles daransetzten, den früheren Kontrahenten eine möglichst breite Brust zu zeigen. Und sogar während der Handwerkerferien trainierten die AH-Spieler heuer.

Im Donaustadion schlug nun nach den vielen starken Worten die Stunde der Wahrheit – beim Jubiläums-Duell der beiden Meistermannschaften von FC 08 und TV Jahn aus dem Jahre 1989. Und es setzte sich klar das höherklassige Team von damals durch.

Die Spieler des FC 08, Bezirksligameister 1989, bezwangen ihre Alterskollegen vom TV Jahn (1989 Kreisliga-A-Meister) mit 6:2 (3:0). Die von Ralf Kanzleiter betreuten Nullachter besaßen vor allem in der Offensive Vorteile, nicht zuletzt dank einstigen Top-Akteuren im Mittelfeld wie Michael Braun, Giuseppe Barroi und Dubravko Herceg. Gut, dass der TV Jahn, bei dem Wolfgang „Scholle“ Kaufmann und Heribert Baur an der Linie standen, mit Klaus Büttner (erste Halbzeit) und Michael Berger über zwei ganz hervorragend haltende Torhüter verfügte. Sie vereitelten weitere gute 08-Chancen.

In beiden Teams wirkten auch Spieler mit, die zwar nicht zu den Meistermannschaften 1989 gehörten, aber um diese Zeit herum das Trikot von FC 08 beziehungsweise TV Jahn trugen. Beim FC 08 stand der Wurmlinger Jürgen Pschorn zwischen den Pfosten. Jörg Wockenfuß, Schlussmann des 89er-Meisterteams ist ja früh gestorben, ebenso wie Mittelfeldspieler Jürgen Ott. Diesen beiden sowie dem vor drei Jahren 61-jährig verstorbenen 08-Meistertrainer von 1989, Reinhold Demmerle, galt eine Gedenkminute vor der Partie.

Eher freudig war hingegen der Grund dafür, dass es für Alwin Marschalleck ein besonderer Tag war. Der Schiedsrichter-Routinier, der sein 1027. Spiel leitete, konnte just am Samstag den 59. Geburtstag feiern. Marschalleck sorgte in der zweiten Hälfte zur Feier des Tages für eine kleine Gaudi und quasi eine Premiere bei innerdeutschen Fußballspielen. Er verwendete „Freistoß-Spray“ – in Form zweckentfremdeten Rasierschaums…

Michael Braun erzielte schon nach vier Minuten den Führungstreffer für den FC 08. Ein Jahn-Eigentor bedeutete das 2:0 (27.), und erneut Braun markierte das 3:0 (38.). Rainer Hohner (47.) und Dubravko Herceg (55.) erhöhten gar auf 5:0, ehe endlich auch mal die Jahnler jubeln durften: Mit einem Doppelschlag in der 64. und 65. Minute verkürzte Hannes Schmieder auf 5:2. Der letzte Treffer gelang dann Giuseppe Barroi per schönem Weitschuss (72.). Einige Akteure auf beiden Seiten hatten da schon, zumal bei dem sommerlichen Wetter, den Strapazen Tribut zollen müssen – auch der Wahl-Emminger Gerhard Werner vom 08-Team, der einst mit beiden Vereinen Meister geworden war und wegen einer Zerrung relativ früh die Segel strich.

Der einstigen Rivalität zwischen beiden Vereinen setzten Dr. Gerhard Weiss für den FC 08 und der heutige SC 04-Sportvorstand Erik Bühler für den TV Jahn nach der Partie symbolisch ein definives Ende: Sie begruben vor dem Sportheim das „Kriegsbeil“.

Vor jetzt 50 Jahren, ein weiterer Grund zum Feiern am Samstag, ist die AH-Abteilung des damaligen FC 08 gegründet worden. Beim Empfang im SC 04-Sportheim begrüßte der heutige Abteilungsleiter Dr. Gerhard Weiss unter anderem den ersten AH-Chef, den späteren Vereinsvorsitzenden Eugen Schmid, der eigens aus Nürtingen angereist war, den früheren FC 08-Vorsitzenden Harald Krantz sowie die SC 04-Ehrenvorsitzenden Adolf Gerach und Ralf Kanzleiter. Einem der ebenfalls gekommenen vielen „alten“ AH-Mitglieder, Helmut Blessing, konnte zum 84. Geburtstag gratuliert werden. Mit von der Partie war sogar ein 08-Aktver aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, Walter Haller.

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