Extremläufer Benedikt Hoffmann wird mit Nationalteam Vizeweltmeister über 50 Kilometer

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 Feiern den Vizeweltmeistertitel über 50 Kilometer: Jan Kerkmann, Andreas Straßner, Marcel Bräutigam, Benedikt Hoffmann und Fran
Feiern den Vizeweltmeistertitel über 50 Kilometer: Jan Kerkmann, Andreas Straßner, Marcel Bräutigam, Benedikt Hoffmann und Frank Merrbach (von links) vom deutschen Nationalteam. (Foto: privat)
Simon Schneider

Er ist weltweit einer der schnellsten Läufer über 50 Kilometer – der Ultraläufer Benedikt Hoffmann. Bei der Weltmeisterschaft im rumänischen Brasov belegte der 34-Jährige Platz 13 und holte mit der deutschen Nationalmannschaft in der Teamwertung WM-Silber.

Das Startfeld war in Brasov am vergangenen Sonntagvormittag bei angenehmen 17 Grad hochklassig besetzt. Großbritannien, die USA und vor allem die starken Ultralaufnationen wie Japan und Südafrika standen gleich mit mehreren Top-Athleten an der Startlinie. Dort reihte sich auch Benedikt Hoffmann ein, der in Stockach wohnt, an der Tuttlinger Fritz-Erler-Schule unterrichtet und im Trikot der deutschen Nationalmannschaft neben sieben weiteren aus seinem Team mitmischte.

Die insgesamt rund 80 Langstreckenläufer mussten zunächst eine fünf Kilometer lange Einführungsrunde laufen, um sich danach auf fünf Runden mit je neun Kilometer zu behaupten. „Obwohl der Stadtkurs 275 Höhenmeter hatte, war es eine gut zu laufende Strecke“, findet Hoffmann, der einen schnellen Rennbeginn erwartete. „Das war aber nicht der Fall. Wie es in Meisterschaftsrennen typisch ist, ging es bis Kilometer 22 im verhaltenen Tempo voran“, schilderte der Gymnasiallehrer den Rennverlauf. Er war bis dorthin fester Bestandteil der 20-köpfigen Spitzengruppe. „Mir war klar, dass das Rennen irgendwann schneller werden wird. Die Versuchung war für mich groß, so lange wie möglich in dieser Führungsgruppe mitzulaufen“, sagte der Ausnahmeläufer unserer Zeitung.

Während seine Teamkollegen Marcel Bräutigam und Andreas Straßner die ersten Tempoverschärfungen solide mitgingen, entschied sich Hoffmann, sein „eigenes Rennen zu gestalten“. In einer Dreiergruppe lief er schließlich bis Kilometer 40 und nutzte den Windschatten zweier Engländer. Auf den verbleibenden zehn Kilometern setzte er sich von diesen beiden ab, legte eine schnelle letzte Runde hin und beendete schließlich auf Position 13 die Weltmeisterschaft über 50 Kilometer in Rumänien in einer Zeit von 2.55.09 Stunden. Das entspricht im Durchschnitt 3.30 Minuten je Kilometer. Weltmeister wurde der Spanier Iraitz Arrospide, der sieben Minuten vor Hoffmann das Ziel erreichte.

„Ich bin nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung. Ich lag eine knappe Minute hinter meiner persönlichen Bestzeit auf diese Distanz. Dennoch war das Ergebnis akzeptabel, gerade auch vor dem Hintergrund, dass meine spezifische Vorbereitung auf die WM nur fünf Wochen ging, da ich noch bis Ende Juli auf Berglaufwettkämpfe fokussiert war“, so sein Fazit. Das „sehr gut organisierte WM-Rennen“ habe ihm dennoch viel Spaß bereitet.

Sein 13. Platz hatte aber vor allem für die Mannschaftswertung eine positive Auswirkung: Da Marcel Bräutigam bis auf Platz vier vorgelaufen war und Andreas Straßner als Siebter die Ziellinie überquerte, feierte Hoffmann den Vizeweltmeistertitel mit dem deutschen Nationalteam im 50-Kilometer-Ultralauf.

Ausblick: Der große Höhepunkt in dieser Saison steht für Benedikt Hoffmann noch bevor. In Argentinien startet der 34-Jährige im November bei der Berglauf-Langdistanz-Weltmeisterschaft und bereitet sich ab sofort darauf vor.

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