Ex-Weltmeisterin beschert spannenden Trainingstag

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 Die Ringer-Mädchen lauschten beim Training der ehemaligen Weltmeisterin Aline Rotter-Focken.
Die Ringer-Mädchen lauschten beim Training der ehemaligen Weltmeisterin Aline Rotter-Focken. (Foto: pm)
Schwäbische Zeitung

Mit 47 Mädchen zwischen sieben und 16 Jahren aus ganz Süddeutschland sind die zwei Trainingseinheiten mit der ehemaligen Ringer-Weltmeisterin (2014) Aline Rotter-Focken in der Donau-Halle gut besucht gewesen. Eingeladen hatte Claus Döbbrick, Ringer-Jugendleiter des ASV Nendingen. Aus Kapazitätsgründen gab es auch Absagen.

Bei diesen Trainingseinheiten stellten die Teilnehmerinnen unter Beweis, dass das Ringen auch ein Sport für Mädchen ist.

Die Teilnehmerinnen bewältigten teilweise enorme Anreisewege, kamen sogar aus Vereinen wie Unterföhring bei München oder Freiburg und natürlich aus den Ringerhochburgen der heimischen Region. Darunter waren Mädchen, die schon Medaillen bei Deutschen Meisterschaften geholt hatten, genauso wie Ringerinnen, die erst einige Wochen trainieren und denen ihr erster Wettkampf noch bevorsteht.

Alle Teilnehmerinnen erlebten einen spannenden Trainingstag. Aline Rotter-Focken, als Trainerin eigentlich bisher unerfahren, schaffte es mit ihrer sympathischen und entspannten Art, alle Mädchen trotz der großen Altersspanne und teilweise enormen Erfahrungsunterschieden zu fordern, zu fördern und zu begeistern. Die Weltmeisterin zeigte den Nachwuchs-Sportlerinnen etliches aus ihrem Repertoire – unter anderem ihren Lieblingsgriff, den sie angewandt hatte, als sie später Weltmeisterin wurde: ein Vorbeireißer kombiniert mit einem Beinangriff. In Zweiergruppen übten die Ringerinnen den Ablauf verschiedener Grifffolgen. Die Einheit am Nachmittag bestand aus Ringkämpfen mit vielen Partnerwechseln, die aus verschiedensten Ausgangslagen starteten. Aline Rotter-Focken ließ es sich dabei nicht nehmen, selbst als unterlegene Sparringpartnerin zu dienen. Unterstützung bekam sie von Laura Ilardo, Trainerin der KG Wurmlingen/Tuttlingen.

Bei der von der ehemaligen Weltmeisterin spontan angebotenen Autogrammstunde wurde sie förmlich „überrannt“. Keines der Mädchen ging zum Essen, ohne eine Autogrammkarte und ein Autogramm zu ergattern.

Aline Rotter-Focken, die bei den jüngsten Europameisterschaften den dritten Platz belegte, beantwortete auch alle Fragen der neugierigen Mädchen. Dabei wurde deutlich, dass auch eine Weltmeisterin mit denselben Sorgen und Problemen rund um den Ringsport beschäftigt ist. Diese Parallelen waren aber Ansporn und Motivation für die Mädchen, mit Fleiß, Willen und Durchhaltevermögen auch eine große Karriere im Ringsport erreichen zu können.

Als Anerkennung für ihr Engagement überreichte Markus Scheu im Namen des ASV Nendingen Aline Rotter-Focken einen Blumenstrauß. Christine Gerspacher schenkte ihr eine Cuty Nail Nagelschere. Im Namen aller Teilnehmerinnen erhielt sie vom Organisator des Camps, ASV-Jugendleiter Claus Döbbrick, ein T-Shirt mit den Unterschriften aller Teilnehmerinnen. Sollte Aline Rotter-Focken dieses T-Shirt, wie versprochen, tatsächlich einmal auf einem Foto tragen, werden sicher viele Mädchenherzen höherschlagen. Auf jeden Fall werden aber 47 Mädchen bei den Olympischen Spielen 2020 für Aline Rotter-Focken die Daumen drücken.

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