Europa ist auch in Tuttlingen präsent

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Luisa Boos, die für die SPD ins Europaparlament einziehen will, ist auf Einladung des SPD-Ortsverbandes zu Gast in Tuttlingen un
Luisa Boos, die für die SPD ins Europaparlament einziehen will, ist auf Einladung des SPD-Ortsverbandes zu Gast in Tuttlingen und besucht dabei auch die neue Galerie von Willi Kamm. (Foto: Anja Schuster)

Zu einem Nachmittag unter dem Schlagwort Europa hat der Tuttlinger SPD-Ortsverband am Freitag eingeladen. „Wir wollten das bürgerschaftliche Engagement für Europa in den Blick rücken“, sagte Mathias Schwarz, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Dazu hatten die Sozialdemokraten Luisa Boos eingeladen, die für die SPD für das Europaparlament kandidiert.

Zum Auftakt trafen sich die SPD-Mitglieder in der Galerie „Danube Art“ von Willi Kamm in Möhringen, die am Freitag mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet wurde. In dem Gebäude, in dem früher zunächst ein Kindergarten der damals noch eigenständigen Stadt Möhringen und später eine Ballettschule untergebracht waren, will Kamm den Freiraum nutzen, um sich auszuprobieren.

Aber auch, um sein Projekt „Black to Black“ voranzutreiben. Ein Projekt, das am Beispiel der Donau länderübergreifend, europaweit die Menschen miteinander verbinden soll. Und zwar von Schweigen, einem kleinen Ort an der deutsch-französischen Grenze wo Willi Kamm seine Wurzeln hat, bis nach Odessa, wie Kamm sagte. „Ich suche Leute, die sich mit mir auf diese Reise machen.“ Zur Eröffnung gab es von Möhringens Ortsvorsteher Herwig Klingenstein einen Stich des Naturfreundehauses Donauversickerung.

Die Vision einer europäischen Staatsbürgerschaft

Auf eine Reise machen, will sich auch Luisa Boos. Eine, die sie aber nicht bis ans Schwarze Meer, sondern nur bis nach Straßburg führen soll – ins Europaparlament. Denn dafür kandidiert die 34-jährige, frühere Generalsekretärin der baden-württembergischen SPD. Politisiert worden sei sie schon früh. Zu Zeiten des Balkankrieges, da ihre Mutter aus dem heutigen Bosnien stamme. „Daher hat mich früh die große Frage nach Krieg und Frieden beschäftigt.“ Und für einen dauerhaften, länderübergreifenden Frieden ist in ihren Augen eine starke Europäische Union unerlässlich. Darum kandidiere sie auch für das Europäische Parlament, „das einzige Parlament, das mich reizt“. In einer Zeit, „in der sich Regierungen verhakt haben und die Stimmung immer weiter nach rechts abdriftet“, sei es wichtig, dass die Bürger wieder an die Gestaltungsmacht der Politik glauben, sagte Boos.

Im Mittelpunkt ihrer Vision steht daher eine europäische Staatsbürgerschaft. Doch dafür brauche man eine europäische Verfassung. Ihr Ziel ist es, in fünf Jahren ein Verfassungskonvent einzuberufen.

Doch nicht nur in Kamms Visionenwerkstatt lebt der europäische Gedanke in Tuttlingen. Auch bei der Europa-Union, den jungen Europäischen Föderalisten, TUTstock und der Volkshochschule werde das bürgerschaftliche Engagement für Europa hochgehalten, sagte Schwarz. Und natürlich beim Rittergartenverein, der seit mehr als drei Jahren regelmäßig das Format „10 Minuten für Europa“ organisiert, bei dem am Freitag auch Boos zum Abschluss ihres Besuchs sprach.

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