Enslin-Haus: Stadt wartet mit Auftrag für Gutachten

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Das denkmalgeschützte Enslin-Haus steht vor dem baubereiten Union-Areal. Ob das Haus abgerissen werden darf, soll eine Untersuc
Das denkmalgeschützte Enslin-Haus steht vor dem baubereiten Union-Areal. Ob das Haus abgerissen werden darf, soll eine Untersuchung belegen. Den Auftrag dazu hat die Stadt noch nicht vergeben. (Foto: M. Jansen)
Schwäbische Zeitung

Die Zukunft des Enslin-Hauses auf dem Union-Areal ist immer noch nicht geklärt. Das sagte Arno Specht, Sprecher der Stadt Tuttlingen, auf Anfrage unserer Zeitung. Und wahrscheinlich wird eine Entscheidung über einen Abbruch des denkmalgeschützten Gebäudes so schnell auch nicht getroffen.

Damit droht, sich die neue Bebauung des rund 3300 Quadratmeter großen Geländes deutlich zu verzögern. Seit Mai 2016 waren dort alte Gebäude – mit Ausnahme des 1804 erbauten Enslin-Hauses – abgerissen worden. Erst wenn der Investorenwettbewerb in den nächsten Wochen beendet ist, so Specht, werde sich die Verwaltung wieder damit beschäftigen, wie es mit dem alten Fachwerkhaus, das mittig vor einer großen freien Fläche steht, weitergeht.

Gutachten ist „aufwendig und kostspielig“

Das Denkmalamt fordert von der Stadt eine bautechnische Untersuchung. In dem Nutzungskonzept soll die Stadt darlegen, ob und wie das Haus Enslin innerhalb der neubebauten Fläche genutzt werden könnte und was ein Abriss kosten würde. Das Gutachten, erläutert Specht, sei aufwendig und kostspielig. Die Stadt werde dies erst nach Ende des Investorenwettbewerbs in Auftrag geben. „Das machen wir, wenn klar ist, wie auf dem Areal gebaut werden soll.“ Den Sieger, der das Gelände kaufen und bebauen darf, wird der Gemeinderat im Februar oder März küren.

Integration sei nicht möglich oder nicht sinnvoll

Die bisherigen Entwürfe der Investoren, meint der Stadtsprecher, würden allerdings eher den Daumen über dem alten Gebäude senken. „Es gibt keinen Entwurf, der die Integration des Enslin-Hauses favorisiert“, sagt Specht. Die Meinungen würden von „nicht möglich bis nicht sinnvoll“ reichen.

Auf dem zentral gelegenen Gelände am Hauptbahnhof soll ein innerstädtisches Wohn- und Dienstleistungszentrum entstehen, inklusive Einzelhandel und Gastronomie. Der Investor muss die Bebauung innerhalb von drei Jahren realisieren.

Die Stadt Tuttlingen war 2014 in das Union-Areal eingestiegen, nachdem der bisherige Investor, der auf dem Gelände ein Einkaufscenter bauen wollte, abgesprungen war. Nach dem Erwerb der Grundstücke auf der Fläche stellte die Stadt einen Abrissantrag. Als das Denkmalschutzamt Bedenken gegen den Abriss des Hauses Enslin anmeldete, wurde der Antrag aufgeteilt.

Der Abriss der meisten Gebäude auf dem Gelände ist abgeschlossen. Nur das Haus Enslin steht weiterhin.

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