„Englische Woche“ der Landesliga steht im Zeichen der Bezirksderbys

Lesedauer: 7 Min
 Die SpVgg Trossingen (rote Trikots) muss sich nach dem klaren Sieg gegen Böblingen nun im Bezirksderby mit Bösingen messen.
Die SpVgg Trossingen (rote Trikots) muss sich nach dem klaren Sieg gegen Böblingen nun im Bezirksderby mit Bösingen messen. (Foto: Helmut Bucher)
rn und wlw und rosp

In der Fußball-Landesliga steht am Mittwoch der sechste Spieltag auf dem Programm. Aus dem Landkreis sind die SpVgg Trossingen, der VfL Mühlheim und der SC 04 Tuttlingen ab 19 Uhr im Einsatz.

VfB Bösingen – SpVgg Trossingen (rn). Für die Bösinger geht es drei Tage nach dem 4:2 bei den Young Boys Reutlingen erneut auf einen Liganeuling. Die Rollen sind klar verteilt. Mit zwölf Punkten aus fünf Spielen legte der VfB einen fast perfekten Saisonstart hin. Trossingen hat nach dem 5. Spieltag sieben Punkte auf der Habenseite, zeigte beim SV Zimmern (1:0) und dem SV Böblingen (4:0) aber, dass sie inzwischen in den Landesliga-Rhythmus gekommen ist.

Von der Ausgangsituation lässt sich Bösingens Trainer Peter Leopold nicht beeindrucken. „Mit der Favoritenrolle können wir nichts anfangen, und dafür gibt es auch keine Punkte“, sagt er. Er erwartet im Bezirksderby eine konzentrierte Leistung über 90 Minuten. Mit der Vorstellung in Reutlingen war der Bösinger Übungsleiter im Großen und Ganzen zufrieden – bis auf die Phase nach dem Führungstreffer. „Da waren wir zu unkonzentriert und haben dem Gegner Chancen zugelassen.“

Gegen Trossingen, das Leopold beobachtet hat, rechnet er nicht mit einem Selbstläufer: „Trossingen agiert aus der Abwehr heraus kompakt, im Mittelfeld lauf- und zweikampffreudig und im Angriff entschlossen und konsequent, da kommt einiges auf uns zu“, warnt er. Überragend bei Trossingen sei Neuzugang Vanja Velemirov, der gegen Böblingen mit einem sehenswerten Kopfball einen Treffer erzielte. Der 23-jährige Serbe spielte schon als 18-jähriger in der zweiten Liga seines Heimatlandes.

Leopold erwartet eine kampfbetonte Partie mit vielen Zweikämpfen. Verletzungsbedingt fehlt Angreifer Marius Müller.

VfL Mühlheim – SV Seedorf (wlw). Der zweite Teil der „englischen Woche“ beschert dem VfL den Vergleich mit dem Aufsteiger des Bezirks Schwarzwald. Mit einem Spiel mehr ausgetragen, steht der Gast aus Seedorf in der Tabelle gleich um neun Ränge besser da als der VfL. Außerdem ist der SVS eine von vier Mannschaften, die bisher noch kein Spiel verloren haben.

Mühlheim, durch die Auswirkungen des Coronavirus mit zwei Spielen im Rückstand, hat daheim bisher gute Partien abgeliefert. Nach zwei Niederlagen gegen den TSV Ehningen und die SG Empfingen (jeweils 0:3) will Mühlheim wieder Zählbares verbuchen. Dazu müssen die VfL-Stürmer die herausgespielten Chancen besser verwerten und sich vor des Gegners Tor auch etwas zutrauen.

Ein Augenmerk wird der Gastgeber auf den Seedorfer Torjäger Jonas Haag legen müssen, der auf der noch jungen Liste mit drei Toren den Rang sieben einnimmt. „Die Mannschaft will zurück in die Spur“, sagt Spielertrainer Maik Schutzbach. Man wolle auf dem neuen Winterrasenplatz, der erstmals für ein Verbandsrundenspiel genutzt wird, keine Gastgeschenke verteilen. Im Team wird auf alle Fälle Kapitän Philipp Wolf fehlen. Er hat sich in Empfingen bei einem Sturz am Rande des Platzes so schwer verletzt, dass er operiert werden musste und deshalb für längere Zeit ausfallen wird. „Der Kader ist einfach zu klein“, sieht der Spielertrainer die lange Liste der Verletzten mit Sorgen.

SC 04 Tuttlingen – SV Zimmern. Beim SC 04 freut man sich auf das Bezirksderby im heimischen Donaustadion und hofft in der zweiten „englischen Woche“ auf eine gute Kulisse. In der Hinrunde der Vorsaison entführte der SVZ aus der Kreisstadt drei Punkte (3:1).

Vergleicht man die damalige SVZ-Startelf mit der vom jüngsten Ligaspiel gegen den SV Nehren (2:2) fallen zahlreiche personelle Änderungen auf. Der neue Zimmerner Trainer Gunter Welzer gibt mindestens ein Unentschieden als Ziel aus.

Die Ausgangslage beider Teams ist mit den Abgängen, den vielen jungen Spielern und den unterschiedlichsten Ergebnissen zum Saisonstart gar nicht so verschieden. „Das wird ein 50:50-Spiel“, vermutet SC 04-Coach Andreas Keller. Voraussetzung dafür sei, dass seine Mannschaft wie im zweiten Durchgang bei der SpVgg Holzgerlingen (3:3) spiele. Beim Tabellen-18. glich Joker Razvan Radu den 1:3-Pausenrückstand mit einem Doppelpack aus. Keller fordert zudem von seiner Elf, ans Limit zu gehen – ansonsten könnte es gegen den SV Zimmern auch schwierig werden, zu punkten. Mit den Erfolgen gegen die SV Böblingen (3:0) und den VfB Bösingen (1:0) setzten die Zimmerner bislang Ausrufezeichen und reagierten gut auf den misslungenen Saisonstart gegen die SpVgg Trossingen (0:1).

Nach überstandener Muskelverletzung wird Kapitän Marcel John bei den Donaustädtern wieder im Kader zurück sein. Bei den Gästen werden mehrere Spieler urlaubs- oder arbeitsbedingt fehlen. Verletzungsbedingt falle eventuell auch Oskar Szymanski aus, sagt Welzer. „Wir haben nicht den optimalen Kader zur Verfügung“, erklärt er vor der Partie in Tuttlingen.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen