Elterntaxis bringen sicheren Schulweg in Gefahr

Lesedauer: 5 Min
Klaus Vogt und Raymond Jean weisen auf die Ampel vor der Karlschule hin, die Kinder unbedingt benutzen sollten.
Klaus Vogt und Raymond Jean weisen auf die Ampel vor der Karlschule hin, die Kinder unbedingt benutzen sollten. (Foto: Simon SCHNEIDER)
Simon Schneider

Die Schulranzen sind gepackt und die Schultüten randvoll mit Leckereien bestückt – damit ist für die Erstklässler alles bereit für ihre Einschulung in dieser Woche. In Bereitschaft ist dann auch die Polizei. Sie kontrolliert rund um die Schulen die Verkehrssituationen und nimmt den sicheren Schulweg in den Fokus.

Ein besonderes Auge auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer haben die Verkehrserzieher Klaus Vogt und Raymond Jean von der Polizei Tuttlingen. Sie beobachten häufig Eltern, die ihre Kinder bis vor die Schule fahren, dabei vieles falsch machen und die Hauptgefahr darstellten: Egal, ob sie ihre Kinder nicht angeschnallt auf dem Beifahrersitz zur Schule fahren, sie zur Straßenseite aussteigen lassen oder unerlaubt oder gar in der zweiten Reihe parken – all das beobachten die Polizisten regelmäßig. „Die Polizei bittet darum, dass die Eltern ihre Kinder nicht bis direkt vor die Schule fahren, denn der Elternverkehr ist die Hauptgefahrenquelle“, so der Appell von Raymond Jean.

Somit ist der Schulweg ohne Eltern meist viel sicherer. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Beispiel: die Tuttlinger Karlschule. „Die Schüler sollten hier auf jeden Fall die Ampeln nutzen“, weiß Klaus Vogt. Die Neuhauser Straße, die an der Schule entlangführt, ist gerade am frühen Morgen stark befahren. Deshalb raten die Verkehrserzieher von einem Queren dieser und auch den Seitenstraßen dringend ab. Insgesamt vier Ampeln rund um die Karlschule stehen den Schülern zur Verfügung. „Nach dem Betätigen der Ampel, empfehlen wir, dass die Schüler wieder einen Schritt vom Bordstein zurückgehen und warten, bis die Fußgängerampel grün anzeigt“, erklärt Vogt und ergänzt: „Bevor die Schüler die Straße überqueren, sollten sie sich grundsätzlich immer vergewissern, dass die Autos auch wirklich stehen bleiben.“ Das gleiche gelte beim Zebrastreifen.

Sollte doch ein Queren einer Straße ohne Ampel und Zebrastreifen nötig sein, müsse der Schüler darauf achten, nicht zwischen zwei parkenden Autos auf die Straße zu laufen, und erst dann denn Gehweg zu verlassen, wenn aus beiden Fahrtrichtungen kein Auto zu sehen ist – gerade weil Kinder die Geschwindigkeit von Fahrzeugen schlecht einschätzen können.

Und auch die Abholung der Schützlinge birgt großes Gefahrenpotenzial. Wenn Eltern auf der anderen Straßenseite parken, ihrem Kind winken, sei dieses nur auf die Mutter oder Vater fixiert. „Dabei ist die Gefahr groß, dass das Kind die Straße überquert ohne nach links und rechts zu schauen“, sagt Vogt.

Deshalb empfehlen die Verkehrserzieher den Eltern dringend, mit ihren Kindern vor der Einschulung den Schulweg abzulaufen, auf mögliche Gefahren hinweisen, und darauf, an welcher Stelle ihr Kind sicher die Straße überqueren sollte. Sinnvoll sei es auch, die Erstklässler die ersten Wochen zu Fuß zu begleiten.

Der sichere Schulweg ist an der Karlschule jedenfalls gegeben, und dass nicht nur wegen den Ampeln. Auch die Gehwege auf den Seiten des Schulgebäudes sind beispielsweise baulich mit Grünpflanzen von der vielbefahrenen Neuhauser Straße so getrennt, sodass auch bei einem Herumalbern der Schüler untereinander nur eine geringe Gefahr bestehe, auf die Straße zu gelangen. Die Polizei weißt ebenso darauf hin, dass ein Schulwegplan verpflichtend vorgegeben sei mit den nötigen Empfehlungen eines sicheren Schulweges.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen