Das in der Gegend einmalige historische Ensemble aus Kirche, Pfarrscheuer, Pfarrschöpfle und Pfarrhaus, das die Ortsmitte von E
Das in der Gegend einmalige historische Ensemble aus Kirche, Pfarrscheuer, Pfarrschöpfle und Pfarrhaus, das die Ortsmitte von Eßlingen prägt, bleibt erhalten. (Foto: Claudia Steckeler)
Claudia Steckeler

Das in der Gegend einmalige historische Ensemble aus Kirche, Pfarrscheuer, Pfarrschöpfle und Pfarrhaus, das die Ortsmitte von Eßlingen prägt, bleibt erhalten. In der Sitzung des Ortschaftsrats am Donnerstagabend ist beschlossen worden, dass die Tuttlinger Verwaltung ermächtigt wird, das Pfarrhaus zu einem Preis von 30 000 Euro, zuzüglich der Grunderwerbsnebenkosten, zu kaufen.

Bei der Bürgerwerkstatt zur Ortsentwicklung in Eßlingen am 20. September 2018 war der Erhalt des „Vierergestirns“ priorisiert worden. Noch befindet sich das denkmalgeschützte Pfarrhaus im Eigentum des Katholischen Kirchenfonds Eßlingen, dessen Vertreter jedoch Verkaufsbereitschaft signalisiert hatten. „Die Stadt Tuttlingen sieht sich in der Verantwortung, das Ensemble bestmöglich zu erhalten, deshalb soll das Pfarrhaus nicht in private Hände kommen“, betonte Karin Kohler, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Forst bei der Stadt Tuttlingen.

Am 19. März kam es deshalb zu einem Gespräch zwischen Bürgermeister Emil Buschle, Pfarrer Martin Patz, als Vertreter der Seelsorgeeinheit, und Dominik Matt, Verwaltungsbeauftragter der Erzdiözese Freiburg, um die Details eines Kaufvertrags auszuarbeiten. Seitens der Erzdiözese Freiburg wurde der Verkauf sehr begrüßt, denn der anfallende, aufwändige Sanierungsstau sowie die Absprachen mit der Denkmalschutzbehörde waren ihr bewusst.

Diese notwendigen, denkmalgerechten Maßnahmen sind bereits 2014 von einem Architekturbüro in einem Vorentwurf bearbeitet und auf rund eine Million Euro geschätzt worden. „Die Höhe der Sanierungs- und Umbaukosten hängt davon ab, wie das Pfarrhaus zukünftig genutzt werden soll“, erklärte Ortsvorsteher Hartmut Wanderer. Entsprechend der Ergebnisse des Ortsentwicklungskonzepts könnten nach dem Ankauf in einem weiteren Dialogprozess mit der Bürgerschaft bedarfsgerechte Nutzungskonzepte für das Pfarrhaus entwickelt werden, so der Ortsvorsteher.

Im Raum stünden verschiedene Variationen: Kleinere Veranstaltungsräume, die Musikschule, die Volkshochschule und das Haus der Natur hätten Interesse zur Nutzung gezeigt, eventuell könnte ein kleines Bistro integriert, und im Dachgeschoss vielleicht ein kleines Heimatmuseum mit einem Versammlungsraum untergebracht werden. Karin Kohler wies darauf hin, dass mit dem Betrieb der Windkrafträder am Winterberg die Pachteinnahmen in die Ortsentwicklung fließen, und so die hohen Folgekosten nach dem Ankauf des Pfarrhauses mitgetragen werden können. „Die Abstimmung für die Genehmigung der Windkraftanlage beim Landratsamt laufen“, erklärte Karin Kohler. Zudem gäbe es Fördermittel durch die ENR.

Ortsvorsteher Hartmut Wanderer berichtete noch, dass auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer vom Regierungspräsidium Freiburg bei ihrem Besuch mit Oberbürgermeister Michael Beck in Eßlingen zugesagt habe, dass sie alles an Fördermitteln zur Verfügung stellen werde, um das einmalige „Vierergestirn“ zu erhalten. Der Ortschaftsrat war sich am Ende darin einig, „jetzt wird erst einmal gekauft, dann geht es, im Dialog mit den Eßlinger Bürgern, in die ausführliche Planungsphase.“ Erfreut zeigte sich der Rat darüber, dass das Pfarrhaus nah dem Ankauf zu 100 Prozent dem Ortsteil Eßlingen gehört; dies wurde von Karin Kohler auf Anfrage bestätigt.

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