Ein Viertel der Tuttlinger hat „Rücken“

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 Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Ein Viertel der Bevölkerung leidet darunter.
Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Ein Viertel der Bevölkerung leidet darunter. (Foto: Arno Burgi)
Schwäbische Zeitung

Rückenleiden sind weit verbreitet: Ein knappes Viertel (22,2 Prozent) der Bevölkerung war deswegen 2017 beim Arzt. Dies geht aus dem Rückenreport der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg hervor, den die Krankenkasse zum Tag der Rückengesundheit am 15. März veröffentlicht hat.

„Unsere Lebensweise – viel Sitzen, wenig Bewegung – verlangt dem Rücken einiges ab“, erklärt Tobias Croonenbroeck, Gesundheitsexperte bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Wir müssen unserem Körper mehr Abwechslung verschaffen, sonst haben wir es über kurz oder lang im Kreuz.“ Hinzu kommen Schäden durch falsche Körperhaltung, etwa beim Tragen schwerer Gegenstände. Dies alles führt dazu, dass im Jahr 2017 17 500 AOK-Versicherte oder laut AOK-Hochrechnung rund 30 000 Personen im gesamten Landkreis mit Rückenschmerzen beim Arzt waren.

Alle Altersstufen betroffen

Grundsätzlich sind alle Altersstufen betroffen, bei den 30- bis 34-Jährigen beispielsweise 14 Prozent. Die Häufigkeit steigt bis etwa 60 Jahre an. Bei den 60- bis 64-Jährigen waren 38 Prozent deswegen in Behandlung. Insgesamt sind Frauen deutlich häufiger wegen Rückenschmerzen beim Arzt: Im Durchschnitt der vergangenen Jahre betrug der Frauenanteil an allen Rückenpatienten im Landkreis 59 Prozent.

Neben der gesundheitlichen Beeinträchtigung für die Betroffenen verursachen Rückenleiden auch wirtschaftliche Einbußen im Landkreis – die Mitarbeiter fehlen krankheitsbedingt im Unternehmen. Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg schätzt den Schaden für 2018 aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen durch den Ausfall an Bruttowertschöpfung im Landkreis auf rund 43 Millionen Euro.

Mehr Gehen statt Sitzen

Gegen Rückenschmerzen kann jeder aktiv werden, so AOK-Experte Tobias Croonenbroeck: „Der Rücken dankt einem jede Abwechslung, die er von der starren Sitz- oder Stehhaltung bekommen kann. So kann man beim Telefonieren aufstehen oder mal zu einem Kollegen laufen statt ihn anzurufen. In der Freizeit hilft es, bei kurzen Wegstrecken mal das Auto stehenzulassen und zu laufen oder zwischendurch einfach eine Runde um den Block zu drehen.“

Wenn man die Schmerzen aber nicht selbst in den Griff bekommt oder sie stärker sind, rät Croonenbroeck dazu, unbedingt ärztlichen Rat einzuholen und über eine Therapie zu sprechen.

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