„Ein sehr langer und sehr schöner Abend“

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Gregor Meyle und seine Band versprühten am Montagabend gute Laune im Festivalzelt.
Gregor Meyle und seine Band versprühten am Montagabend gute Laune im Festivalzelt. (Foto: Valerie Gerards)
Crossmedialer Volontär

Wenn das Publikum im zweiten Lied den Refrain schon lauter mitsingt als der, der auf der Bühne steht, dann ist das nicht das schlechteste Zeichen. Das war der Fall beim Auftritt von Gregor Meyle auf dem Honberg-Sommer am Montag.

Zum dritten Mal war der sympathische Musiker auf dem Tuttlinger Festival. Bei den Auftritten in den Jahren 2015 und 2016 hat sich Meyle wohl schon einige Fans aus der Region gesammelt. Das bestätigt sich auch, als der 39-Jährige ins Publikum fragt, wer denn alles schon einmal eines seiner Konzerte gesehen habe. Schlagartig gehen hunderte Hände im Konzertzelt nach oben. Meyle antwortet flapsig: „Mit Recht“ und erntet den ersten Lacher des Abends. Es ist nicht der letzte.

Einem Millionenpublikum wurde Meyle bekannt durch die Musiksendung „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“. Dass der Musiker vor Live-Publikum aber erst so richtig loslegt, konnte er auf dem Honberg beweisen. Mit Band, ausgestattet mit Geigen, Trompete, Klavier, Saxophon und Posaune, brachte der gebürtige Schwabe die Leichtigkeit, die in seinen Songs steckt, auf die Bühne und nahm das Publikum mit auf seine musikalische Reise mit Elementen aus Jazz, Folk und Rock.

Der Titel seines aktuellen Studioalbums spiegelt passend wider, was seine Musik auszeichnet: „Die Leichtigkeit des Seins“. Und vor Publikum zeigt sich das am Besten. So versprühte der gebürtige Backnanger gute Stimmung, während sein Publikum textsicher seine Hits mitsang. Auf der Bühne war Meyle mal gefühlvoll und ruhig, mal rockig und laut. Natürlich spielte er auch bekannte Hits wie „Keine ist wie du“ oder „Niemand“.

Die Markenzeichen sind dabei

Natürlich hatte der Sänger seine Markenzeichen dabei: Hut, Bart und Brille: Während des Konzerts war er seinen Zuhörern nah, witzelte auf der Bühne und sang aus voller Lunge für das Publikum.

Es wirkte, als spiele ein Jugendfreund ein kleines Konzert nur für eine Handvoll Leute. Dabei ist der 39-Jährige mit fünf Studioalben alles andere als ein Frischling. Der Honberg ist die vierte Station von 19 Konzerten, die Meyle in diesem Sommer in Deutschland spielt. Und auch auf dem Honberg versprach Meyle den Zuschauern im Zeltrund: „Das wird ein sehr langer und sehr schöner Abend.“ Und das hielt er für seine Fans ein. Seine Musik klang besonders: Mal hoffnungsvoll, mal ernst.

Nachdem er 2008 Platz zwei in einer Castingshow von Stefan Raab belegte, hätten wohl die wenigsten geglaubt, dass daran an eine langfristige Musikerkarriere erwächst. Doch auch die Teilnahme an „Sing meinen Song“ 2014 katapultierte Meyle wieder in die Öffentlichkeit und half dem Liedermacher, endgültig seinen Platz in der Musikerszene zu sichern. So erhielt er bereits Gold Awards für die Alben „New York-Stintino“ und „Meile für Meyle“, hatte eine eigene Fernsehsendung, gewann einen Echo und den deutschen Fernsehpreis. Im Zelt auf dem Honberg wirkte es, als wäre den Zuhörern das ganz egal. Sie wollten einfach nur zur Musik von Meyle feiern.

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