Ein Rundgang durch die Stadtgeschichte

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 Beim ersten Stehlen-Rundgang weihen (von links) Oberbürgermeister Michael Beck, Andreas Dittes (Aesculap), Regina Stern (Karl S
Beim ersten Stehlen-Rundgang weihen (von links) Oberbürgermeister Michael Beck, Andreas Dittes (Aesculap), Regina Stern (Karl Storz), Museumsleiterin Gunda Woll und Leah Hilzinger von der Abteilung Tourismus die neuen Infotafeln ein. (Foto: Linda Egger)
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Warum ist der Tuttlinger Marktplatz eigentlich quadratisch angeordnet und wo in der Stadt wurde früher überall Bier gebraut? Wer künftig durch Tuttlingen spaziert, kann auf insgesamt 21 Stelen Wissenswertes und Kurioses rund um die Stadt und ihre Geschichte erfahren. Am Dienstag hat Oberbügermeister Michael Beck die Stelen offiziell eingeweiht und der Öffentlichkeit präsentiert.

Rund 50 000 Euro hat sich die Stadt die Infotafeln kosten lassen, die die Tuttlinger Stadtgeschichte präsenter machen sollen. Aus dickem Glas - teils frei stehend, teils an Hauswände geschraubt – sollen sich die neuen Stelen harmonisch ins Stadtbild einfügen. „Ich hoffe, sie bleiben vor Vandalismus weitestgehend verschont – auch daran muss man ja heutzutage leider denken“, sagte OB Beck vor zahlreichen interessierten Zuhörern, die der Einladung der Stadt zu einem ersten kleinen Stelenrundgang gefolgt waren.

Nicht nur für Touristen

Insgesamt teilen sich die Stelen auf zwei verschiedene Rundgänge auf: Die „Tuttlinger Blickpunkte“ bieten an neun verschiedenen Standorten Informationen über klassische Sehenswürdigkeiten, aber auch stadtgeschichtliche Aspekte. Der Rundgang sei so konzipiert, dass er sich auch zu Fuß gut ablaufen lasse, erklärte Leah Hilzinger von der Abteilung Tourismus der Stadt. „Der Rundgang richtet sich natürlich an Touristen, aber auch an Einheimische, um zu sehen, dass Tuttlingen schöner ist und mehr zu bieten hat, als man manchmal vielleicht denkt“, sagte sie.

Der zweite Rundgang mit dem Titel „vom Gewerbe zur Industrie“ umfasst zwölf verschiedene Stationen und hat einen wirtschaftsgeschichtlichen Schwerpunkt. Wer diesen Pfad zu Fuß bewältigen möchte, muss ordentlich Puste mitbringen, reicht die Strecke doch auf rund 10,8 Kilometern einmal quer durch die ganze Stadt. Doch schließlich sei das Ganze eigentlich auch nicht als Wanderstrecke gedacht, stellte Museumsleiterin Gunda Woll klar: „Der Grundgedanke war, für die Stadt relevante Orte zu markieren.“

Relikte der Industriegeschichte

Auf jeder der Stelen ist ein Foto zu sehen. Teilweise zeigen sie Gebäude, die längst aus dem Stadtbild verschwunden sind. So stand am Marktplatz beispielsweise einst die erste Schuhfabrik Tuttlingens. Früher habe es unzählige Schuhmacher in der Stadt gegeben, erklärte Gunda Woll. Während die erste Station des Rundgangs im Ludwigstal, der „Wiege der Tuttlinger Industrie“ liegt, gibt es auch in der Innenstadt Spuren der Tuttlinger Industriegeschichte. So widmet sich eine Stehle der alten Messerschmiede. „Das ist das Bindeglied zur Herstellung medizinischer Instrumente“, erläuterte Gunda Woll und zeigte auf ein altes Foto, das das historische Gebäude auf einer Postkarte aus dem Jahr 1900 zeigt.

Neben einem kurzen Infotext ist auf jeder Stehle auch eine Karte abgebildet. „Sie zeigt den aktuellen Standort und die nächsten Tafeln, die von dort aus erreicht werden können“, so Woll.

Neue Stehlen: Rundgänge durch Tuttliingen bieten Infos zur Stadtgeschichte
In Tuttlingen stehen seit kurzem 21 neue Infostehlen. Sie sollen die Stadtgeschichte präsenter machen und sowohl für Einheimische als auch Touristen Wissenswertes und Kurioses über die Stadt erzählen. Am Dienstag wurden die Rundgänge offiziell eröffnet.
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