Ein nicht alltägliches Fußballspiel ist dieser Tage auf dem Kunstrasenplatz des FV Möhringen über die Bühne gegangen. Der GSV Freiburg und der GSV Karlsruhe standen sich beim 1:6 im Tuttlinger Stadtteil gegenüber.

Auf dem ersten Blick war es ein normales Fußballspiel. Mit den beiden Teams, des GSV Freiburg und des GSV Karlsruhe, wurde der Vergleich aber zu etwas Besonderem: Das Außergewöhnliche war die Kommunikation im Spiel. Die Spieler laufen für zwei Gehörlosen-Sportvereine (GSV) auf.

Insgesamt verlief das Spiel nicht anders als bei hörenden Akteuren, sagte der Schiedsrichter dieser Partie, der junge Aldinger Daniel Dosch. „Für mich war das Spiel wie jedes andere. Trotzdem musste ich mich an die ungewohnte Flagge in meiner Hand und an die Verständigung nur mit Mimik und Gestik gewöhnen.“ Die Flagge gilt als Hilfsmittel, um die Missachtung der Regeln zu signalisieren. Das Hören des Pfiffs gestaltet sich schwierig. „Anderseits hat mir der Umstand geholfen, dass zwei Spieler mich mit Hörgerät verstanden. In schwierigen Situationen, die mit der Gestik nicht verständlich erklärbar waren, konnte ich auf sie zurückgreifen“, fügte der Bezirksliga-Schiedsrichter hinzu, der zum ersten Mal ein solches Spiel pfiff. Das Spiel, das vom GSV Karlsruhe 6:1 gewonnen wurde, war „insgesamt fair“, sagte der Schiedsrichter nachher.

Das Spiel in Möhringen zeigte auch das gute Miteinander der beiden Fußballverbände Südbaden und Württemberg im Grenzbereich: Über den Bezirksschiedsrichterobmann (BSO) des Südbadischen Fußballverbandes, Bezirk Schwarzwald, Guido Selig (Bonndorf) ging die Anfrage an den Tuttlinger Kollegen, Nenad Popovic (Trossingen), ob in der Tuttlinger Gruppe ein Schiedsrichter diese Begegnung leiten könne. Daniel Dosch aus Aldingen erklärte sich bereit, diese Begegnung zu leiten, die ein gewisses Einfühlungsvermögen sowie Empathie und Flexibilität erforderte.

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