Durchhausen hofft auf eine Million Euro

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Haus vor dem ein Bauzaun steht
Die Vulkanbar soll mit Mitteln aus dem ELR-Programm abgebrochen werden. Mit einer Platzgestaltung soll eine Verbesserung des Wohnumfeldes entstehen. (Foto: Andrea Utz)
Andrea Utz

Durchhausen will ELR-Schwerpunktgemeinde werden. Damit hat sich der Gemeinderat beschäftigt und einstimmig das Gemeindeentwicklungskonzept verabschiedet als Grundlage für eine Antragsstellung als ELR-Schwerpunktgemeinde.

Schwerpunktgemeinden sind ein Förderangebot des ELR des Landes Baden-Württemberg. Auf Basis einer umfassenden Entwicklungskonzeption werden sie über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren prioritär in den jeweiligen ELR-Jahresprogrammen gefördert und erhalten einen um zehn Prozent erhöhten Fördersatz für gemeinwohlorientierte Projekte. In einem landesweiten Wettbewerb werden jeweils im September die neuen Schwerpunktgemeinden ausgewählt. Entscheidend im Auswahlverfahren sind die Ziele und Projekte in den Handlungsfeldern flächensparende Siedlungsentwicklung, demografische Entwicklung sowie Schutz von Natur und Landschaft.

Ende des vergangenen Jahres gab es in Durchhausen zwei Bürgerbeteiligungen. Mit den Ergebnissen befasste sich der Rat in seiner Klausurtagung im Februar 2019; hier wurde der Maßnahmenplan für das Gemeindeentwicklungskonzept entwickelt. Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Freiburg stellte das von ihm ausgearbeitete Gemeindeentwicklungskonzept vor. Das Konzept gliedert sich in die Themen Wohnen, Arbeiten, Grundversorgung, Gemeinbedarfseinrichtungen sowie Natur und Landschaft. 20 Maßnahmen auf kommunaler und privater Ebene umfasst die Aufstellung. Er blickte auf die Bürgerbeteiligung zurück, welche er als „sehr aufschlussreich und gut aus der Gemeinde angenommen“ empfunden hat. Besonders hob er die große Zahl der Jugendlichen hervor, welche sich eingebracht haben. Im Vorfeld zur Erstellung der Konzepts wurden alle Eigentümer von Baulücken und leerstehenden Gebäuden befragt. Hier freute sich Fischer über die hohe Anzahl von Rückantworten und die Bereitschaft, in den nächsten fünf Jahren einige Gebäude wieder zu aktivieren bzw. Baulücken zu schließen.

Aus allen diesen Ergebnissen und Beratungen hat Fischer nun das vorliegende Konzept ausgearbeitet. Die beantragte Fördersumme betrage rund eine Million Euro, erläuterte Fischer die Zusammenstellung aller Förderungen. Dabei wurde bei den privaten Maßnahmen Schätzungen zugrunde gelegt. Neben kommunalen Projekten, die als Schwerpunktgemeinde mit 50 Prozent gefördert werden, sollen private Wohn- und Gewerbemaßnahmen mit 30 beziehungsweise 15 Prozent vom ELR profitieren.

Bürgermeister Simon Axt ergänzte, dass es ihn freue, dass es gelungen sei, dass sich Bevölkerung und Gemeinderat gemeinsame Ziele gesetzt haben und man nun einen Förderantrag stelle. Mit der Sanierung des Vereinshauses sowie der Alten Dorfkirche und einer Platzgestaltung zwischen diesen beiden Gebäuden soll eine wesentliche Aufwertung der Dorfmitte erreicht werden. Man wolle die Bevölkerung in die Ausgestaltung weiter mit einbinden, um den Wunsch aus der Bürgerbeteiligung nach einem belebten Dorfzentrum, das auch sozialer Treffpunkt ist, möglichst gut umzusetzen. Ergänzt werde der Förderantrag durch den Abbruch der ehemaligen Vulkanbar und eine Platzgestaltung in diesem Bereich, was ebenfalls zur Aufwertung des historischen Dorfkerns beitrage.

Mehrere Rückfragen aus dem Gemeinderat gab es hinsichtlich privater Maßnahmen, der weiteren Projektbegleitung und der Höhe der Fördersätze. Fischer sagte, dass alle Eigentümer von Baulücken und leerstehenden Gebäuden angeschrieben wurden. Aus den Rückmeldungen habe man die privaten Maßnahmen abgeleitet. Bestandteil des Förderantrags sei ein Budget für die weitere Bürgerbeteiligung, die mit 50 Prozent gefördert werde. Dieser Fördersatz gelte für sämtliche kommunalen Projekte.

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