„Durch Klimaschutz entstehen Jobs“

Lesedauer: 5 Min
Durch Klimaschutz entstehen auch Arbeitsplätze - etwa bei den Herstellern von Elektroautos und ihre Zulieferern.
Durch Klimaschutz entstehen auch Arbeitsplätze - etwa bei den Herstellern von Elektroautos und ihre Zulieferern. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Zu einem der „drängendsten Themen der Politik“ – „Strategien zu Klimaschutz und Klimawandel“ – hat der Kreisverband Tuttlingen von Bündnis90/Die Grünen den Staatssekretär aus dem baden-württembergischen Umweltministerium, Andre Baumann, nach Tuttlingen eingeladen.

„Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spüren kann, und wir sind die letzte Generation, die die Klimakatastrophe aufhalten kann“, machte der grüne Staatssekretär zu Beginn seines Vortrages deutlich. Die mittlere Jahrestemperatur sei weltweit und auch in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren gestiegen. Seit 1880 sei zum Beispiel die mittlere Jahrestemperatur in Baden-Württemberg um rund 1,4 Grad Celsius gestiegen. Alleine für dieses Jahr würden Dürreschäden in Deutschland in Höhe von rund drei Milliarden Euro beklagt.

Dies sei allerdings nichts im Vergleich zu den Klimawandelschäden in anderen Regionen der Welt, so Baumann, der von einem Aufenthalt in der Sahara berichtete. Der Klimawandel vernichte schon jetzt weltweit die Lebensgrundlagen. Studien zufolge sei der Klimawandel eine der Hauptursachen für die weltweite Migration. „Wir stehen erst am Anfang des Klimawandels und Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie viele Menschen flüchten, wenn die globale Temperatur um drei bis vier Grad Celsius angestiegen ist. Klimaschutz ist auch darum eine prioritäre politische Aufgabe“, stellte Baumann klar.

Neuen Studien zufolge könne selbst bei plus zwei Grad der grönländische Eispanzer abschmelzen. Dies würde zu einem Meeresspielanstieg um sieben Meter führen, prophezeite der Umweltstaatssekretär.

Baumann erläutere, dass das Land die baden-württembergischen Klimaziele im Klimaschutzgesetz festgeschrieben habe. Das Land müsse bis zum Jahr 2050 90 Prozent der Treibhausgas-Ausstöße verringert haben. Im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept seien konkrete Maßnahmen vereinbart worden. „Wir haben in Baden-Württemberg erste wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt: Die Erneuerbaren Energien werden ausgebaut; mit dem Erneuerbaren Wärme-Gesetz werden Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich vorangebracht“, so Baumann. Das Land sei auf einem guten Weg, nun gelte es, sich weiter anzustrengen, damit ambitionierte Klimaziele erreicht werden.

Technik hilft bei Klimaschutz

Das Gute sei, dass alle Technologien für einen erfolgreichen Klimaschutz zur Verfügung stünden. Klimaschutz sei dabei auch wirtschaftlich sinnvoll, so Baumann. „Energiewendemaßnahmen kurbeln unsere Wirtschaft an. Durch Klimaschutz entstehen Jobs, Jobs, Jobs”, freut sich Baumann. „Die Welt schaut auf uns: Wenn wir in Baden-Württemberg zeigen, Klimaschutz kann erfolgreich betrieben werden und die Wirtschaft profitiert davon, dann werden viele andere Länder unserem Beispiel folgen.“

In der sich anschließenden Diskussion wurde darüber gesprochen, wie jeder Einzelne einen Beitrag für den Klimaschutz leisten kann. „Jede Kommune und jedes Unternehmen kann einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Da gibt es viele gute Beispiele, wie das geht.“

Der grüne Kreisverband hat die Anwesenden gebeten, die Kommunalwahlen und die Europawahl zur Abstimmung über den Klimaschutz zu machen. „Wir brauchen mehr Klimaschutz in der Europäischen Union und auch die Gemeinden sollten mehr für den Klimaschutz tun“, so Kreisvorstandssprecherin Angelika Störk.

Angeregt wurde die Erarbeitung von kommunalen Klimaschutzzielen und -konzepten. Außerdem sollten Kommunen eine Photovoltaik-Pflicht für Dachflächen in Neubau-Gebieten festsetzen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen