Dos Mundos bringen spanischen Sommer

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 Die Gruppe Dos Mundos begeistert die Zuhörer im und um das Zelt im Umläufle in Tuttlingen.
Die Gruppe Dos Mundos begeistert die Zuhörer im und um das Zelt im Umläufle in Tuttlingen. (Foto: Sabine von Döllen)
Sabine von Döllen

Musik, Menschen, Ambiente, und überdies der laue Sommerabend sind die Zutaten für einen gelungenen Abschluss bei „Sommer im Zelt“ gewesen. Mit dem ihnen ureigenen Charme und Humor begeisterten Melanie Muñoz und Paddy Brohammer als „Dos Mundos“ am Samstagabend das Publikum im und um das Zelt im Umläufle.

Schon nach den ersten Klängen der Latino-Band wippten bei den rund 200 Zuhörern, die sich auch auf den umliegenden Wiesen ausgebreitet hatten, Hände und Beine mit. Die Stücke sprühten vor Lebensfreude oder regten melancholisch und leise zum Nachdenken an. Dabei haben sie ihr durch Muñoz’ eingangs gesetztes Ziel, „wir wollen euch den spanischen Sommer vermitteln“, mit viel Feuer und Verve umgesetzt. Mühelos und authentisch boten „Dos Mundos“ Songs mit Tiefgang, wie „La Libertad“, mit dem Appell, keine Angst davor zu haben, seine Ideen und Ansichten zu äußern, auch im Umgang mit Fremden. Oftmals entstehen die Texte nach der Lektüre eines guten Buches, wie bei „Lass es nicht zu“ nach Gerald Hüthers „Würde“ – eine Aufforderung Haltung zu zeigen. Für einen ganz besonderen Gänsehaut-Moment sorgte das von Anna-Noelia selbst geschriebene empathische Stück „Allein auf dem Meer“ über die Verzweiflung der Flüchtlinge. Bei Stücken wie diesem, wenn die ganze Familie unbefangen und authentisch auf der Bühne steht, wird klar, „Dos Mundos“ ist längst nicht mehr nur ein Duo. Christof „Stiefel“ Manz muss bei seiner Begrüßung mit den Worten: „Sie sind der Stolz unserer Heimat“ geahnt haben, dass es ein Abend des Genusses werden würde. Seinen Wunsch, „die deutsch-spanische Zusammenarbeit möge noch lange leben“, unterstrich das Publikum mit intensivem Applaus.

Mit nicht nachlassender Dynamik reichten die Stücke von Stephin Merritt’s „Book of Love“, „Fragile“ von Sting oder einem katalanischen Kinderlied mit Muñoz am Piano, bis zum selbstgeschriebenen und abwechselnd auf deutsch und spanisch gesungenen Stück nach Rainer Bieder. Die Zugabe schließlich – eine Wonne sondergleichen. Lia-Salomé schmetterte „Barfuß am Klavier“ mit klarer und kraftvoller Stimme, bevor das Schlaflied Cucurrucucu Paloma die Zuhörer nach Hause begleitete.

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