Donauwehr: Ganz oder gar nicht

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Eine Überraschung ist es nicht: Das Landratsamt hatte von Beginn an klargemacht, dass die Chancen auf den Vollaufstau gering sind. Die Argumente: schlechte Wasserqualität, mangelnde Durchgängigkeit für Wasser-Lebewesen.

Besser macht das den Meter-Abstau nicht. Er ist genau das, was er immer war: ein fauler Kompromiss. Von den 25 Zentimetern weniger merkt man bislang wenig, es ist im Wortsinn Gras drüber gewachsen. Aber das wird sich ändern. Die Bäume werden nur zum Teil bleiben, Bootfahren auf der Donau wird es wohl nicht mehr geben, die Betonplatten im Schlauch werden zutage treten. Allein ästhetisch bräuchte es einen Umbau – der wohl Millionen kostet. Im Gegenzug wäre die Gewässerqualität nur unmerklich besser. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit?

Den Rechtsweg zu gehen, könnte sich für die Stadt also durchaus lohnen. Oder, wenn schon Geld investieren, dann für den Komplett-Umbau ohne Wehr. Dann hätte Tuttlingen zumindest wieder einen Fluss, der auch fließt.

d.hecht@schwaebische.de

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