Doc Quincy macht müde Beine munter

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Dr. Quincy und seine Lemonshakers groovten, was das Zeug hielt.
Dr. Quincy und seine Lemonshakers groovten, was das Zeug hielt.
Schwäbische Zeitung

Die Hüften kreisen immer noch, die Beine wackeln ebenso noch gut geölt in Elvis-Manier: Eigentlich sollte mit dem Rock’n’Roll 2011 endgültig Schluss sein, doch Achim Rist alias Doc Quincy aus Villingen (Leadsänger und Bassist) und seine Lemonshaklers konnten nach dem einmaligen Comeback beim Opening des Honberg-Sommers 2014 die Finger nicht von ihren Instrumenten lassen. So eröffneten die Rock’n’Roller abermals das Festival – mutmaßlich nicht zum letzten Mal.

So als wären sie nie weg gewesen, legten die Lemonshakers gleich mit „Lollipop“, dem Evergreen von The Chordettes los. Ein Auftakt nach Maß! Und da die 50er und 60er Jahre das bevorzugte musikalische Terrain vom „Doc“ und seinen Mannen ist, durften die Tanzwütigen das Zelt bei „Johnny B. Good“ von Chuck Berry und „Great balls of fire“ von Jerry Lee Lewis zum Glühen bringen. Zwischen den swingenden Tanznummern kam aber auch das Gefühl nicht zu kurz. Mit „Pretty woman“ und „Hey babe“ machte sich die Band daran, die Fans auf Schmusekurs und Klammerblues zu schicken. Der Doktor weiß eben immer noch genau, wie er müde Beine und lahme Hüften munter macht. Auch im zweiten Teil ging es munter weiter mit Vollgas-Rock’n’Roll. Hits wie „Tutti frutti“ von Little Richard oder „No particular place to go“ von Chuck – die Lemonshakers „shook that place to the ground“. Auch wenn Doc Rist seine Crew als „Rollatoris“ angekündigt hatte.

Damit auch dem Wehmütigsten der Fans klar wurde, dass es dann Schluss sein sollte, wenn es am Schönsten ist, bereitete der „Doc“ die Fangemeinde schonend darauf vor, dass das Ende des Konzerts gekommen war. Allerdings eher zweideutig mit „Why won’t you stay“ von Jackson Brown und dann mit Frank Sinatras „My way“. Interpretationsmöglichkeiten gibt es viele. Aber: die Burschen werden wieder kommen, weil sie die Bühne sonst vermissen würden.

Vorher hatte die junge Singer-Songwriterin Jenny Bright das Publikum mit verträumten Countryballaden verzaubert und mit ihrer variablen Stimme sich in die Herzen des Publikums gesungen. Die junge Schwarzwälderin schreckte auch nicht davor zurück, dem Johnny-Cash-Klassiker „Ring of fire“ mal zart und weich eine feminine Seite einzuhauchen. Mit viel Applaus wurde sie verabschiedet.

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