Diese Menschen setzen sich für andere ein

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Handeln statt wegschauen – dafür wurden nun 14 Bürger aus dem Landkreis Tuttlingen geehrt.
Handeln statt wegschauen – dafür wurden nun 14 Bürger aus dem Landkreis Tuttlingen geehrt. (Foto: Claudia Steckeler)
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Mutig, beherzt und überlegt sind sie eingeschritten, ohne sich dabei selbst in zu große Gefahr zu bringen. Dafür sind am Dienstagabend im Landratsamt 14 Bürger aus dem Landkreis Tuttlingen ausgezeichnet worden. Durch ihre Zivilcourage unterstützten sie nicht nur die Arbeit der Polizei, sondern setzen auch für alle Bürger ein deutliches Zeichen für ein aufmerksames und achtsames Miteinander.

„Zivilcourage ist nicht selbstverständlich und verdient eine besondere Anerkennung. Das gilt insbesondere für denjenigen, der mutig humane und demokratische Werte, ohne Rücksicht auf seine Person, in der Öffentlichkeit vertritt“, betonte Landrat Stefan Bär, der gemeinsam mit Polizeidirektor Peter Westhoff den Helden eine Medaille des Polizeipräsidium Tuttlingen sowie ein Präsent in Form eines Gutscheines für die Stadthalle Tuttlingen überreichte.

„Wir alle wollen in einem Staat mit individuellen Freiheitsrechten wohnen. Dabei ergänzen sich Freiheit und Sicherheit, sie bedingen sich“, bemerkte Westhoff. „In dieser freiheitlichen Bürgergesellschaft ist die Polizei, die nicht immer überall und ständig vor Ort sein kann, zur Aufklärung von Straftaten auf Personen wie sie angewiesen. Personen, die als aktive Gesellschaftsmitglieder Verantwortung übernehmen, nicht wegschauen, aufmerksam sind, zur Aufklärung von Straftaten wertvolle Anhaltspunkte liefern und als Zeugen auftreten.“

Jeder, der selbst einmal in eine Notlage komme, erwarte Hilfe und fordere diese für sich ein, so Westhoff. „Mit ihrem uneigennützigen, beherzten Handeln haben sie ein Zeichen gesetzt. Sie sind ein Vorbild im ideellen Sinn“, waren sich die Verantwortlichen einig, bevor sie die einzelnen Taten nannten. Durch das Einschreiten konnte zum Beispiel ein Täter, der eine Zugbegleiterin im Ringzug angegriffen und verletzt hatte, gestellt werden. Das Leben eines verwirrten, leblos auf einer Straße liegenden Mannes wurde durch das beherzte Eingreifen eines anderen ebenso gerettet, wie ein hinterhältiger Enkeltrick verhindert. Es wurden aber auch Diebstähle und eine Unfallflucht beobachtet, die durch umsichtige Handyfotos und die schnelle Verständigung der Polizei aufgeklärt werden konnten. Geehrt wurde auch die Gruppe, die einem Paketzusteller erste Hilfe leistete, der aus dem Wagen gezerrt, geschlagen und getreten wurde.

Mittels der landesweiten Aktion „Tu was“ werden die Bürger informiert und dazu aufgefordert, nicht wegzuschauen. „Um noch eine breitere Basis, Bürger jeglichen Alters anzusprechen, wurde der Bereich „Zivile Helden“ geschaffen und in die bestehende Aktion integriert“, erklärte Bettina Rommelfanger, die die Abteilung Prävention beim Polizeipräsidium in Tuttlingen leitet. Gemeinsam mit Michael Ilg und weiteren Kollegen versucht sie unter anderem mittels Vorträgen und Infoständen, die Bevölkerung für das Thema „Zivilcourage“ zu sensibilisieren, denn: „Die Polizei ist nahezu täglich auf die Unterstützung seitens der Bevölkerung angewiesen. Sei es bei der Aufklärung und Verhinderung von Straftaten oder bei der Bewältigung von Unglücksfällen.

Für ihr unerschrockenes Einschreiten geehrt worden sind: Ion Bratanov, Richard Eisenhut, Christina Geichlan, Reinhard Hartwich, Monika Himmelsbach, Sieglinde Jäger-Haselmeier, Walter Kümmerlen, Marco Meßner, Kathrin Müller, Christian Odenwälder, Manfred Papke, Hans-Joachim Schäfer, Mert Toplamahmutoglu und Simona Zawadzki. Einige der Geehrten konnten aufgrund ihrer Schichtarbeit an der Verleihung nicht teilnehmen.

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