Pfarrer Matthias Figel.
Pfarrer Matthias Figel. (Foto: Kukla)
Schwäbische Zeitung

Vor fünf Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde Hausen o.V. Zuwachs bekommen. Ursprünglich gehörte Seitingen-Oberflacht zu Hausen, dann kamen Durchhausen und Gunningen noch dazu. Unsere Mitarbeiterin Andrea Utz hat mit Pfarrer Matthias Figel über diese Veränderung im Rückblick gesprochen.

Seit fünf Jahren haben Sie eine größere Kirchengemeinde. Was waren damals die Gründe dafür, dass es eine Neuordnung gab?

Der Grund hierfür war der Pfarrplan. Dies ist ein Prozess in der evangelischen Landeskirche in Württemberg, der bereits vor zwei Jahrzehnten begann und auch noch andauert. Alle sechs Jahre wird geschaut, wie sich die Gemeindegliederzahlen entwickeln und wie viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Gemeinden eingesetzt werden können. Ziel des Pfarrplanprozesses ist es, dass auch in Zukunft alle Kirchengemeinden mit Pfarrerinnen und Pfarrern versorgt werden können. Dazu müssen die Kirchengemeinden Schritt für Schritt größere Einheiten bilden, da alle sechs Jahre etwa drei Pfarrstellen pro Kirchenbezirk eingespart werden. Und so fusionierten die beiden Kirchengemeinden Schura und Trossingen miteinander, Weigheim kam zu Schwenningen, und Durchhausen samt Gunningen zur evangelischen Kirchengemeinde Hausen ob Verena.

Welche Folgen hatte dies für Sie persönlich?

Als Pfarrer bekam ich rund 400 Gemeindeglieder in Durchhausen und Gunningen hinzu, für die ich seit 2015 verantwortlich bin. Und das ausgesprochen gerne. Ich habe bei Geburtstagsbesuchen, Tauf- und Traugesprächen in beiden Orten viele schöne Begegnungen gehabt. Bei Beerdigungen konnte ich bereits einige Trauerfamilien begleiten und bisher zwölf Konfirmanden aus Gunningen und neun aus Durchhausen konfirmieren. Im aktuellen Konfi-Kurs sind es sogar vier aus Durchhausen.

Wie hat sich die Gemeinde seither entwickelt?

Unserem Kirchengemeinderat ist es sehr wichtig, dass wir uns – auch wenn wir aus vier Kommunen kommen – doch als eine evangelische Kirchengemeinde verstehen und erleben. Darum haben wir 2015 den Gemeindebrief ins Leben gerufen, der seither zwei Mal jährlich erscheint und alle Gemeindeglieder über die Kirchengemeinde informiert. Wir haben 2016 einen Gottesdienst in der Mitte der vier Kommunen auf dem Filder gefeiert und 2019 damit begonnen, jährlich mit der katholischen Seelsorgeeinheit Trossingen einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Der nächste wird am 12. Juli in Hausen ob Verena stattfinden. Ich freue mich sehr, dass wir seit der Kirchenwahl im Dezember 2019 auch eine Vertreterin aus Durchhausen in unserem Kirchengemeinderat begrüßen können. Nicht weniger freut es mich, dass bereits seit mehreren Jahren eine Frau aus Gunningen an der Seitinger-Oberflachter Grundschule Evangelische Religion unterrichtet und eine Jugendliche aus Durchhausen in die Leitung der Kinderjungschar in Hausen ob Verena eingestiegen ist. Die Vernetzung hat begonnen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Kirchengemeinde für die Zukunft?

Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir gute Ideen finden, damit sich evangelische Gemeindeglieder aus Durchhausen, Gunningen, Seitingen-Oberflacht und Hausen ob Verena begegnen und sich als eine Kirchengemeinde wahrnehmen.

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