Jens Bürkle
Jens Bürkle (Foto: imago)
Schwäbische Zeitung

Die ersten Pflichtspiele der Saison hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten bereits absolviert. In der Qualifikationsrunde zum DHB-Pokal konnte sich die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle zwar nicht durchsetzen. Das ist aber auch spätestens am Samstag (19 Uhr) abgehakt. Beim Vorjahresdritten VfL Lübeck-Schwartau startet der HBW in die neue Saison. Vor dem Liga-Auftakt sprach unser Redakteur Matthias Jansen mit Balingen-Weilstettens Trainer Jens Bürkle.

Herr Bürkle, der HBW hat sich am Wochenende nicht für das Achtelfinale im DHB-Pokal qualifiziert. Wie bewerten Sie die Leistung Ihrer Mannschaft in den beiden Spielen?

Im ersten Spiel gegen den Drittligisten TSG Haßloch war das souverän. Gegen ein Team, das in der Vorsaison Vierter in der 3. Liga war, mit zehn Toren Differenz zu gewinnen, ohne an die Grenzen zu gehen, ist schon eine vernünftige Leistung. Auch gegen Göppingen haben wir beim 24:25 eine gute Leistung gezeigt. Leider hat es nicht für das Weiterkommen im DHB-Pokal gereicht. Aber wir können damit leben, raus zu sein. Es waren zwei erkenntnisreiche Spiele. Jetzt können wir uns auf die Liga konzentrieren.

So wirklich traurig hört sich das nicht an.

Den DHB-Pokal zu gewinnen, ist schwer. Das ist ein zäher Wettbewerb. Trotzdem war die Niederlage gegen Göppingen ärgerlich. Wir hätten einen Erstligisten schlagen können. Und Frischauf ist kein x-beliebiger Bundesligist. Die Mannschaft gehört in den Bereich der Top Ten. Deshalb können wir auf die Leistung stolz sein.

Nun gilt die Konzentration der zweiten Bundesliga. Was sind dort Ihre Ziele?

Wir wollen näher oben herankommen. In der vergangenen Saison waren wir Fünfter. Der Punkteabstand nach oben war aber zu groß, die Top-Teams zu weit weg. Wir wollen in dieser Saison eine gute Runde spielen und den Abstand zur Spitze bei den Punkten verringern. Das wird aber schwer. Die zweite Liga ist bärenstark, hat eine extreme Entwicklung genommen. Sieben, acht Mannschaften kämpfen um die vorderen Plätze. Dazu gehören neben Lübeck-Schwartau auch der HSV Hamburg, der HSC Coburg, der TuS Nettelstedt-Lübecke oder der ASV Hamm-Westfalen. Das sind alles Vereine, die schon einmal in der Bundesliga gespielt haben. Sie haben einen großen Etat, große Hallen und können viele Zuschauer begeistern.

Sie haben es schon angesprochen: Der HBW hatte in der vergangenen Saison als Fünfter einen deutlichen Abstand zur Spitze. Was macht Sie optimistisch, dass es in dieser Saison besser wird?

Wir hatten eine gute Vorbereitung. Auch wenn wir in den Testspielen gegen Erstligisten ausschließlich knappe Niederlagen einstecken mussten. Aber wir waren nah dran in den Spielen gegen die Bundesligisten. Im vergangenen Jahr durften wir Erfahrungen sammeln, die nicht leicht für uns und die junge Mannschaft waren, aber von diesen Erfahrungen haben wir profitiert. Bei der Zusammenstellung des Kaders haben wir schon unsere Lehren aus dem Vorjahr gezogen.

Inwiefern?

Wir haben im vergangenen Jahr viele Fehler aus Unerfahrenheit gemacht. Ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hätten uns gut getan. Die Konstanz in den Spielen hat gefehlt. Deshalb war es unser Ziel, mehr Erfahrung in den Kader zu bekommen. Jungs, die schon ein paar Spiele mit viel Stress gespielt haben. So wie Romas Kirveliavicius, Benjamin Meschke oder Marcel Niemeyer. Spieler, die schon was gesehen haben. Neben der Erfahrung haben wir jetzt auch mehr Körperlichkeit im Kader. Wir haben jetzt mehrere Spieler mit mehr als 100 Kilogramm und zwei Metern Größe. Das unterscheidet uns deutlich zu vergangener Saison.

Viele Spieler stammen dennoch aus dem eigenen Nachwuchs.

Das ist richtig. Es ist vielleicht deutschlandweit einmalig, so viele Spieler im Kader zu haben, die man selbst ausgebildet hat (neun Spieler in der Vorsaison/Anm.d.Red.). Das zeigt unsere gute Jugendarbeit. Wir wissen aber auch, wo wir herkommen. Deshalb haben wir auch Spielern aus der zweiten Mannschaft die Chance gegeben. Und sie haben das gut gemacht.

Wie sehr sind Sie in die Jugendarbeit eingebunden? Mit Max Oehler, der nun nach Stuttgart gegangen ist, Elias Huber oder Johannes Roscic gab und gibt es Talente aus Spaichingen, die für die JSG Balingen-Weilstetten spielen.

Max hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Aber Elias Huber sehe ich bald regelmäßig im Elitetraining. Das ist ein Angebot an Spieler im B- und A-Jugendalter, die es einmal zu den Profis schaffen können. In diesem zusätzlichen Training wird individuell mit den Jungs in kleinen Gruppen gearbeitet. Auch, um neue Impulse zu setzen. Ich habe zudem einen engen Kontakt zur zweiten Mannschaft und zum Jugend-Koordinator.

Am Samstag geht es mit dem Auswärtsspiel beim VfL Lübeck-Schwartau in der zweiten Liga los. Der Vorjahresdritte ist bereits ein Prüfstein, oder?

Das ist eine Hausnummer. Das stimmt. Der VfL Lübeck-Schwartau ist vielleicht die beste Mannschaft dieser zweiten Bundesliga. Die Luft wird in dieser Partie brennen. Das wird geil. Aber insgesamt ist unser Auftaktprogramm schwer. Die weiteren Spiele sind gegen den HSV Hamburg und den ASV Hamm-Westfalen. Das sind echte Hausnummern. Aber vielleicht ist es von Vorteil, und es lassen sich etwas leichter Punkte holen, als später in der Saison. Die ersten Spiele werden extrem spannend. Da kommen Mannschaften mit Riesenqualität auf uns zu. Aber ich freue mich darauf.

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