Birgit Hakenjos-Boyd wird vom IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez (links) und ihrem Vorgänger Dieter Teufel zu ihrer Wahl als
Birgit Hakenjos-Boyd wird vom IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez (links) und ihrem Vorgänger Dieter Teufel zu ihrer Wahl als neue Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg gratuliert. (Foto: Christian Gerards)
Schwäbische Zeitung
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Fachkräfte, Unternehmensförderung und Standortentwicklung. Das sind die Themen, die sich Birgit Hakenjos-Boyd auf die Fahnen geschrieben hat. Die 52-Jährige wurde am Mittwochnachmittag bei der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg zur neuen Präsidentin gewählt. Sie trat damit die Nachfolge von Dieter Teufel an, der das Amt 20 Jahre lang inne hatte.

Die Findungskommission für die Teufel-Nachfolge sei auf sie zugekommen und habe gefragt, ob sie das Amt übernehmen wolle, berichtete Hakenjos-Boyd bei einem Pressegespräch am Mittwochabend. Das habe sie gerne gemacht. Und diese Entscheidung gab ihr recht. Die Vollversammlung wählte sie mit 41 Ja-Stimmen, bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. „Ein überwältigendes Ergebnis“, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez kommentierte.

Rad nicht neu erfinden

Richtig Neues werde man von ihr nicht erwarten können. Die Themen seien unter der Präsidentschaft schon gesetzt worden. „Ich will die Wege breiter treten. Ich will das Rad nicht neu erfinden“, sagte sie. Sie würde es gerne schaffen, den ländlichen Raum anders zu benennen. Dazu habe sie einen Ideenwettbewerb im Auge.

Seit 16 Jahren ist Hakenjos-Boyd Geschäftsführerin der Schwenninger Hakos Präzisionswerkzeuge Hakenjos GmbH, die bereits im Jahr 1910 von Andreas Hakenjos gegründet worden ist. „Ich weiß, wo der Schuh drückt und möchte mich einbringen“, sagt die 52-Jährige, die erstmals in die Vollversammlung der IHK gewählt worden ist und erst die dritte Frau ist, die in Baden-Württemberg derzeit einer IHK als Präsidentin vorsteht. Zwölf Jahre lang saß sie im Beirat des Wirtschaftsverbands Industrieller Unternehmen (WVIB) in Freiburg.

Die Schlagzahl an öffentlichen Terminen, wie sie ihr Vorgänger Dieter Teufel vorgelegt habe, werde sie nicht schaffen. Sie habe aber ein hochwertiges Präsidium, das sich viele Aufgaben teilen werde. „Ich werde gut überlegen, welche Termine wichtig sind“, sagte sie. Albiez betonte aber, dass die drei Landkreise Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar im Präsidium mit je zwei Vize-Präsidenten gut vertreten seien.

Und Dieter Teufel? „20 Jahre vergehen wie im Flug“, sagte er. Es gäbe viel über diese Zeit zu erzählen. Doch wolle er, der an diesem Abend zum Ehrenpräsidenten der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg ernannt wurde, zu seinem Abschied nur zwei Dinge hervorheben. Zum einen habe er es mit seinem Präsidium geschafft, den Mitgliedsbeitrag um die Hälfte zu reduzieren: „Wir waren die erste IHK, die 1999 eine Beitragsrückerstattung gemacht hat“, sagte er. Umgerechnet 350 000 Euro seien damals an die Unternehmen zurück geflossen.

Neujahrstreff wird Erfolg

Zum anderen erinnerte er an den IHK-Neujahrstreff, der sich inzwischen zu einem wahren Großereignis mit 2000 bis 2500 Gästen entwickelt habe. Angefangen habe er mit rund 200 Gästen in den Räumen der IHK-Geschäftsstelle in Villingen. Später sei er in das Theater am Ring und dann auf die Schwenninger Messe verlegt worden.

Er habe im vergangenen Jahr eine kluge Entscheidung getroffen: „Man muss gehen, so lange der eine oder andere das noch bedauert“, meinte Teufel. Es sei Zeit für einen Stabwechsel gewesen. Von daher gehe er mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Das Präsidentenamt ist ein Ehrenamt, mit dem man keinen Cent reicher wird. Aber mein Leben hat es bereichert.“

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