„Es ist an der Zeit“: Bernd Schilling hört nach 20 Jahren als Abteilungskommandant der FReiwilligen Feuerwehr Nendingen auf.
„Es ist an der Zeit“: Bernd Schilling hört nach 20 Jahren als Abteilungskommandant der FReiwilligen Feuerwehr Nendingen auf. (Foto: Anja Schuster)

Seit 20 Jahren ist Bernd Schilling Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Nendingen. Doch bei den anstehenden Wahlen am 9. März stellt er sich nicht mehr zur Verfügung. „Es ist an der Zeit“, sagt Schilling.

40 Jahre in der Wehr, davon 20 als Abteilungskommandant. Bernd Schilling blickt auf viele Jahre zurück, in denen er sich bei der Feuerwehr engagiert, die Abteilung in Nendingen geprägt hat. In dieser Zeit ist die Abteilung gewachsen – hat mittlerweile 37 aktive Kameraden – ebenso das Feuerwehrhaus, das die Feuerwehrler mit viel Eigenleistung um- und ausgebaut haben. Bis Ende des Jahres wird ein viertes Einsatzfahrzeug in der Halle stehen, ein GWT, ein Gerätewagen Technik. Dann allerdings wird Schilling nicht mehr an vorderster Front stehen. Sondern einer seiner bisherigen Stellvertreter. Denn: Eine Lücke, wie sie in anderen Wehren nach dm Abtritt eines langen Kommandanten oftmals entsteht, wird es in Nendingen nicht geben.

Zwei potenzielle Nachfolger

Als potenzielle Nachfolger stehen gleich zwei seiner Kameraden bereit: Dominik Reichle, 36 Jahre alt, und Daniel Weininger, 31 Jahre alt. „Ich habe mir in den vergangenen fünf Jahren zwei Stellvertreter gegönnt.“ Und diese habe er „ausgebildet, gefördert und gefordert“. Beide hätten „die letzte Weihe als Zugführer“ herhalten, die notwendig sei, um Abteilungskommandant zu werden. „Die drängeln nicht“, sagt Schilling, aber sie seien absolut bereit für den Posten. Nun müssten die Kameraden bei der Hauptversammlung Anfang März entscheiden, wer sie künftig führen soll. Ob derjenige dann auch so lange wie er selbst im Amt bleibt, weiß er natürlich nicht. Doch: „Viele Kommandanten hören nach einer Wahlperiode (fünf Jahre, Anm. d.R.) auf. Die Dinosaurier mit 15, 20 Jahren Amtszeit sterben aus.“

„Absolut nicht müde“

Er selbst sei „absolut nicht müde“, sagt Schilling. Er sei auch gefragt worden, ob er nochmal antreten wolle, aber er sei zum einen als Leiter der gesamten spanenden Fertigung bei der Firma Leibinger in Tuttlingen „sehr gefordert“ und zum anderen habe er „eine junge Familie“. Doch er will auf jeden Fall weiter in der aktiven Wehr bleiben, auch wenn er die Voraussetzungen erfülle, um in die Altersabteilung zu gehen. Doch: „Wir haben eine Riesen-Kameradschaft hier, wir sind wie eine Familie.“ Alle Aktiven kämen direkt aus Nendingen, da treffe man sich nicht nur bei den Feuerwehraktivitäten, sondern helfen sich auch sonst regelmäßig.

Wie gut der Zusammenhalt in der Wehr ist, zeigt auch die Entwicklung der Jugendfeuerwehr, die unter der Ägide Schillings 2012 entstanden ist. Bislang wurden daraus acht Mitglieder für die aktive Wehr gewonnen. Aktuell sind 17 Jungs und drei Mädchen in der Jugendwehr. „Wer einmal bei uns ist, bleibt in der Regel auch“, sagt Schilling. Zum Wir-Gefühl trage auch bei, dass sich die Spinde der Jugendlichen mittlerweile mit denen der Aktiven abwechselten, sie quasi mittendrin seien.

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