Der Mann hinter dem „Männle“

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Kaan Heck

Nicht einmal zwei Jahre hat Maik Nagel in Tuttlingen gelebt. Trotzdem lässt es sich der 35-jährige Wahl-Münchner nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder das Männle BMX-Turnier zu organisieren – mittlerweile zum fünften Mal. Damit bereichert er den „Sommer im Park“ am 3. und 4. August mit einer spektakulären Sportveranstaltung.

Mit seiner eigenen Agentur „Innovative Booking“ hat es der studierte Event-Manager geschafft, eine von namhaften Sponsoren getragene Veranstaltung in die Stadt zu bringen. Diese lockt mittlerweile auch über regionale Grenzen hinaus ambitionierte BMXer und Schaulustige in den Tuttlinger Skatepark. Aber wer ist eigentlich der Mann hinter dem Männle?

„Ich fahre einfach gern“, sagt Nagel im Telefoninterview und meint damit weder Auto noch Schlittschuh. Seit der radsportbegeisterte Adrenalinjunkie vor gut zehn Jahren vom Mountainbike auf das kleinere BMX wechselte, lassen ihn der Sport und vor allem die Szene, das ganze Drumherum und der Lebensstil, einfach nicht mehr los. Als er vor fünf Jahren nach Tuttlingen kam, sei er vor allem „mit den Locals gefahren“, erklärt Nagel. Locals heißen die Fahrer, die sich in der Gegend auskennen und einem Neuling die besten „Spots“ zeigen können. So entwickelten sich schnell Freundschaften und als fester Bestandteil der Tuttlinger BMX-Gemeinschaft knüpfte Nagel bald die richtigen Kontakte, um eine Veranstaltung wie das „Männle“ auf die Beine zu stellen.

Mittlerweile sei das Turnier angekommen, sagt der Organisator und meint damit in erster Linie die immer unkomplizierter werdende Kommunikation zwischen den Instanzen. Sponsoren zu bekommen sei längst nicht mehr so schwierig wie in den Anfangstagen und auch die Zusammenarbeit mit Marion Gerlich von der Stadt funktioniere hervorragend. Aus diesen Gründen (und anlässlich des fünfjährigen Bestehens) wird das BMX-Turnier in diesem Jahr auch zum ersten Mal auf zwei Tage ausgeweitet.

BMXer packen im „Dirtpark“ selbst mit an

Neben dem etablierten Wettbewerb am Samstag, 3. August, bei dem vor allem die jungen „Männle“ eine Chance bekommen sollen, der Öffentlichkeit im Skatepark ihre Tricks zu demonstrieren, machen die BMXer tags darauf einen Ausflug in den sogenannten „Dirtpark“. Die künstlich angelegte Geländestrecke mit Hügeln und viel, viel Dreck, die vor drei Jahren gebaut und seither eher stiefmütterlich gepflegt wurde, musste für das Turnier allerdings komplett saniert werden. Auch in diesem Fall gereichte Nagel seine Popularität in der Tuttlinger BMX-Szene zum Vorteil. Via Facebook habe er die Fahrer aufgefordert: „Leute, wie sieht’s aus? Habt ihr Zeit?“, und die Jugendlichen kamen in Scharen. Binnen weniger Tage wurden die Hügel „in Form gebracht“, wurde Gras gemäht und Unkraut ausgerissen. Sogar ein Bagger wurde herangeschafft, mit dem Nagel und seine Helfer die Fahrspuren neu anlegen konnten.

Nun sind also beinahe alle Vorbereitungen getroffen. „80 Prozent sind geschafft“, sagt Nagel und klingt dabei bereits vorfreudig. Das „Männle 2013“ soll genauso locker und entspannt verlaufen, wie die Turniere in den vergangenen Jahren. Missgunst unter den Fahrern und kompetitive Bissigkeit Fehlanzeige. Nagel: „Ich möchte einen Contest, der nicht allzu sehr nach Contest riecht.“ Was das genau bedeutet? Das bedeutet coole Typen, gute Musik, eine tolle Show, und vor allem: Jede Menge Spaß.

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