Denkpfad bringt Gedächtnis in Schwung

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Die Denkpfad-Teilnehmer üben die erlernte Merktechnik.
Die Denkpfad-Teilnehmer üben die erlernte Merktechnik. (Foto: D. Keilbach)
Schwäbische Zeitung
Dorina Keilbach

Ein „Denkpfad“ hat am Montagnachmittag unter der Leitung von Gedächtnistrainerin Birgit Leibold bei Sommer im Park stattgefunden. Der „Spaziergang für die Sinne“, wie Leibold den Denkpfad selbst gerne nennt, sollte bei allen Interessierten „Herz und Hirn in Schwung bringen“.

Als ganzheitliches Gedächtnistraining wurden mit den abwechslungsreichen, simplen Übungen alle Sinne angesprochen und beide Gehirnhälften gleichermaßen trainiert.

In einer entspannten, familiären Atmosphäre fanden sich alle Teilnehmer im Garten Momo ein. Leibold legte gleich bei ihrer Einführung mit einem kleinen Denkspiel los: In ihren Willkommensgruß streute sie Zwillingswörter ein, die sie von ihren Gästen vervollständigen ließ. So waren die Teilnehmer zum Beispiel schnell „Feuer“ – „und Flamme“ für den Denkpfad und „mit Lust“ – „und Liebe“ bei der Sache. Auch in der Vorstellungsrunde wurde schon fleißig nachgedacht und interagiert. Ab hier wurde die Aktion dann tatsächlich zu einem Pfad. Dazu ging es entlang der Donau weiter. Das Thema des Tages lag somit auf der Hand. Es drehte sich alles um Flüsse, speziell die Donau.

Während die Teilnehmer schon mal mit einer kleinen Denkübung ihre Gehirne auf Touren brachten, begaben sie sich zum Birkenhain. Dort war das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Körper gefragt. Eine Hand über dem Kopf kreisen, mit der anderen sanft auf den Bauch klopfen und dann wechseln. „Das ist ja ganz schön kompliziert“, waren sich die Teilnehmer einig und lachten gemeinsam über ihr Misslingen. Am Kneipp-Armtauchbecken ließ niemand die Gelegenheit aus, sich etwas abzukühlen.

Gedächtnistraining ist vielseitig

Auf der zweiten Hälfte des Birkenhain-Wegs leitete Leibold durch eine Konzentrationsübung. „Zunächst könnte man denken, Konzentration habe nicht viel mit Gedächtnistraining zu tun. Aber weit gefehlt“, klärte Leibold auf. Es gäbe zwölf Ziele des ganzheitlichen Gedächtnistrainings nach dem Bundesverband Gedächtnistraining. Unter anderem zählten zu diesen Zielen Fantasie, Urteilsfähigkeit und eben auch Konzentration. Mit einem weiteren Ziel, nämlich der Wahrnehmung, ging es dann direkt neben dem Sängersteg weiter. Dort nahm sich die Gruppe dem Gedenkwegweiser der ehemaligen deutschen Städte an. Dort wurde besprochen, was es mit dem Schild auf sich hat und was hinter den Wappen steckt. Dann die Überraschung: Nachdem die Gruppe sich schon lange und ausgiebig damit befasst hatte, stellten die Teilnehmer fest, dass auch die Rückseite beschriftet war. „Es lohnt sich immer, mal genauer hinzusehen und nicht nur das Offensichtliche hinzunehmen“, sagte Leibold.

Allen Teilnehmern war der Spaß am Denkpfad deutlich anzusehen. Teilnehmerin Sigrid Bühler findet das Training sehr spannend. „Am Anfang wusste ich gar nicht, was auf mich zukommt, aber ich habe mich darauf eingelassen. Jetzt bin ich positiv überrascht“, meint sie. Man merke, dass einfache Methoden schon einen riesigen Effekt bewirken können. Auch die Interaktion in der Gruppe kommt gut an. „Die Partnerübungen machen besonders Spaß“, fährt Bühler fort.

„Tolle Tricks“ zum Merken

Es folgte ein weiteres Denkspiel als Wegbegleiter zu den Naturwiesen. Dort teilte Leibold Kärtchen aus, auf denen jeweils ein Land stand, durch das die Donau fließt. Allerdings als Buchstabensalat, den es zu entwirren galt. Dann wurden die Länder entlang der Donau-Fließrichtung sortiert. Da wurde es kniffelig, denn: „Wie soll man sich denn die zehn Begriffe in der richtigen Abfolge merken?“ – „Alles kein Problem, für so etwas gibt es tolle Tricks“, erklärte Leibold. Eine fantasievolle Merktechnik brachte sie den Teilnehmern gleich an diesem Beispiel bei. Man nehme die Anfangsbuchstaben der Städte in der entsprechenden Reihenfolge. Daraus bilde man andere Wörter, die in dieser Reihenfolge einen sinnvollen oder lustigen Satz ergeben. Fertig ist die individuelle Eselsbrücke. „So wird das Gehirn auf spielerische Weise und ganz ohne Stress trainiert“, so Leibold.

Birgit Leibold veranstaltet immer einmal monatlich ein Gedächtnistraining im Haus der Senioren. Der nächste Termin ist am 9.September, 14.30 Uhr.

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