Demenzwoche will Barrieren abbauen

Lesedauer: 4 Min
Auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune findet vom 15. bis 18. Juni die zweite Tuttlinger Demenzwoche in Tuttlingen stat
Auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune findet vom 15. bis 18. Juni die zweite Tuttlinger Demenzwoche in Tuttlingen statt. (Foto: Patrick Pleul)

Das Programm:

Ein modernes Schauspiel um das Vergessen, die Liebe und was bleibt: „Dementieren zwecklos“ bildet den Auftakt am Freitag, 15. Juni, um 18 Uhr im Rathausfoyer. Britta Martin und Uwe Spille, die beiden Schauspieler, stehen dabei als Moderatoren im Gespräch mit dem Publikum. Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann vom Kreisklinikum Tuttlingen gibt dann einen fachlichen Input zum Thema demenzielle Erkrankungen.

Weiter geht es am Samstag, 16. Juni, ab 14 Uhr am Place de Draguignan. Dort geben Line Dance des DRK Kreisverband Tuttlingen zum Ausprobieren und ein Mitmachkonzert allen Interessierten die Möglichkeit, sich zu beteiligen: „Neues auszuprobieren hält das Gehirn auf Trab“, erklärt Ulrike Irion. Besonders, wenn Körper und Geist gleichzeitig gefördert würden. Stiefels Buchladen organisiert zudem eine kleine Lesung zur Kaffeestunde, eine Bewirtung ist vorgesehen. Den Abschluss findet die Demenzwoche am Montag, 18. Juni, im Scala-Kino Tuttlingen. „Eines Tages...“, ein Spielfilm mit Horst Janson wird gezeigt. Er erzählt in drei Episoden von Menschen mit Demenz. (iw)

Einklappen  Ausklappen 

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungen, die mit dem Verlust geistiger Fähigkeiten, wie Denken, Erinnern und Orientieren, einhergehen. Den Betroffenen und ihren Angehörigen Mut machen und Barrieren und Ängste abbauen – das ist das Ziel der zweiten Tuttlinger Demenzwoche. Sie startet am Freitag, 15. Juni.

Der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und das Erlöschen der Persönlichkeit betrifft in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen – etwa zwei Prozent der Bevölkerung. Das heißt, dass es allein in Tuttlingen rund 700 Betroffene gibt. Tendenz steigend: „In den vergangenen ein bis zwei Jahren hat sich das sehr verstärkt“, sagt Ramona Storz vom Seniorenbüro der Stadt Tuttlingen und meint damit die Nachfragen und den Informationsbedarf von Tuttlinger Bürgern zu diesem Thema.

Ja älter eine Gesellschaft wird, desto mehr Erkrankte gibt es. Umso wichtiger sei es, gemeinsam Strategien des guten Umgangs zu finden, so Ulrike Irion vom Caritas-Diakonie-Zentrum, eine der zwölf Institutionen, die den Arbeitskreis (AK) Demenz bilden. Deshalb gibt es vom 15. bis 18. Juni die zweite Tuttlinger Demenzwoche seit 2016. „Unser Ziel ist es, die Barrieren und Ängste, die mit dieser Erkrankung einhergehen, im Umfeld und der Gesellschaft ein Stück weit abzubauen“, machen Ramona Storz, Ulrike Irion und Angela Köhler vom Arbeitskreis deutlich. Dazu gibt es eine Reihe von Angeboten (siehe Kasten).

Viele Angehörige von Demenzkranken können schlecht loslassen – das haben die Mitarbeiter des AK vielfach erfahren: „Sie haben vielleicht die Angst, dass ihr Angehöriger in einer anderen Umgebung noch mehr unter Orientierungslosigkeit leidet, als sonst“, so Irion. Oder sie spürten einen hohen moralischen Druck, sich zu kümmern, ergänzt Köhler. Deswegen hätten die Pflegenden kaum Auszeit, die Belastung steige – ein Teufelskreis. Der AK Demenz hat deshalb sogenannte Demenzbegleiter ausgebildet, die zu Hause nach dem Erkrankten sehen, während der Pflegende nach sich schaut. Dafür gibt es Wohlfühlangebote des Arbeitskreises. Zum Beispiel Gehirntraining mit Humor oder Kosmetik aus Naturprodukten herstellen. Das nächste Angebot ist „Wohlfühlgymnastik“ mit Nicola Döderlein, das am 4. Juli ab 14.30 Uhr im Haus der Senioren stattfindet.

Der monatliche Gesprächskreis für pflegende Angehörige Demenzkranker ist jeden ersten Mittwoch im Monat – also am 6. Juni – im Caritas-Diakonie-Zentrum. Hier ist Raum zum persönlichen Austausch und Unterstützung bei fachlichen Fragen. Auch in diesen eineinhalb Stunden könnte ein Demenzhelfer vermittelt werden, sagt Storz. Eine Idee, die aber noch nicht spruchreif sei, lautet, dass die Demenzhelfer auch im Krankenhaus eingesetzt werden könnten, um Patienten mit demenzieller Erkrankung zu begleiten.

Das Programm:

Ein modernes Schauspiel um das Vergessen, die Liebe und was bleibt: „Dementieren zwecklos“ bildet den Auftakt am Freitag, 15. Juni, um 18 Uhr im Rathausfoyer. Britta Martin und Uwe Spille, die beiden Schauspieler, stehen dabei als Moderatoren im Gespräch mit dem Publikum. Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann vom Kreisklinikum Tuttlingen gibt dann einen fachlichen Input zum Thema demenzielle Erkrankungen.

Weiter geht es am Samstag, 16. Juni, ab 14 Uhr am Place de Draguignan. Dort geben Line Dance des DRK Kreisverband Tuttlingen zum Ausprobieren und ein Mitmachkonzert allen Interessierten die Möglichkeit, sich zu beteiligen: „Neues auszuprobieren hält das Gehirn auf Trab“, erklärt Ulrike Irion. Besonders, wenn Körper und Geist gleichzeitig gefördert würden. Stiefels Buchladen organisiert zudem eine kleine Lesung zur Kaffeestunde, eine Bewirtung ist vorgesehen. Den Abschluss findet die Demenzwoche am Montag, 18. Juni, im Scala-Kino Tuttlingen. „Eines Tages...“, ein Spielfilm mit Horst Janson wird gezeigt. Er erzählt in drei Episoden von Menschen mit Demenz. (iw)

Einklappen  Ausklappen 
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen