Das Wunder von Nendingen bleibt aus

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Oleksandr Shyshman (oben) hatte seinen Schifferstädter Gegner Vladlen Kozliuk beim 5:0-Punktsieg sicher im Griff. Obwohl der ASV
Oleksandr Shyshman (oben) hatte seinen Schifferstädter Gegner Vladlen Kozliuk beim 5:0-Punktsieg sicher im Griff. Obwohl der ASV Nendingen sieben der zehn Kämpfe im zweiten Halbfinale gewann, reichte es für die Donaustädter nicht, um nach dem 5:21 im Hinkampf ins Finale einzuziehen. Weitere Bilder finden Sie auf unserer Internetseite www.schwaebische.de (Foto: HKB)
Manuel Schust

Trotz eines 14:9-Heimerfolgs gegen den VfK Schifferstadt ist der ASV Nendingen im Halbfinale um die Meisterschaft in der Deutschen Ringerliga (DRL) ausgeschieden. Nach dem 5:21 im Hinkampf sorgten die ASV-Ringer für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Sie gewannen sieben der zehn Kämpfe.

Eine Woche nach der krachenden Niederlage im ersten Halbfinale in Schifferstadt hatte sich beim ASV niemand mehr Chancen ausgerechnet, den Rückstand von 16 Punkten aufzuholen und ins Finale einzuziehen. ASV-Geschäftsführer Markus Scheu bekräftigte vor dem Kampfbeginn in der Tuttlinger Mühlauhalle sogar, dass er nicht an ein Wunder glaube. „Wir wollen dennoch alles geben, um gegen Schifferstadt im vierten Anlauf den ersten Sieg einzufahren“, sagte er.

Nach dem ersten Kampf kam dann doch Hoffnung auf einen Comeback-Sieg auf. Ivan Cherkas (60 kg, GR) brauchte nur 39 Sekunden um seinen Gegner mit einem Schultersieg zu bezwingen und beim Publikum den Funken Euphorie überspringen zu lassen. Hallensprecher Stefan Mayer heizte die Stimmung zusätzlich an und wendete sich energiegeladen an die Zuschauer: „Nendingen, glaubt ihr jetzt an das Wunder?“ Als auch im Kampf der Schwergewichte Georgi Sakandelidze (130 kg, F) ein Punktsieg (7:1) gelang und der ASV 6:0 in Führung ging, schnupperte Nendingen kurz an der Sensation. Doch die deutliche Punktniederlage (0:8) von Adama Diatta (63 kg, F) gegen Zelimkhan Abakarov war ein Dämpfer bei den ASV-Fans. Zwar gewann Oleksandr Shyshman (97 kg, GR) den Folgekampf, aber als Schifferstadts Sanal Semenov nach 2.24 Minuten kurzen Prozess mit Donior Islamov (67 kg, GR) machte, war der vage Traum vom Finale beim 8:7-Halbzeitstand eigentlich geplatzt.

Piotr Ianulov siegt bei seiner Rückkehr nach Punkten

Zwar schaffte es der ASV in Durchgang zwei, den Vorsprung auszubauen. Das 16-Punkte-Polster, das sich Schifferstadt im Hinkampf aufgebaut hatte, war nicht einzuholen. Dem von seinem Blinddarmdurchbruch genesenen Piotr Ianulov (87 kg, F) gelang zum Auftakt der zweiten Halbzeit ein überzeugender Punktsieg (6:3). Ex-Weltmeister Zurabi Iakobishvili feierte anschließend sein Heimdebüt und konnte in einer hochklassigen Auseinandersetzung mit Andriy Kvyatkosky einen knappen Punktsieg erringen (1:1). Wie schon vor sieben Tagen gewann Zhan Belenyuk (87 kg, GR) gegen Alan Ostaev. Daniel Cataraga (77 kg, GR) konnte sich für die Niederlage im Hinkampf revanchieren und dieses Mal Kazbek Kilov nach Punkten besiegen. Der letzten Kampf des Abends ging dann aber an die Gäste: Tsotne Baramidze (77 kg, F) blieb im wohl schwächsten Duell chancenlos gegen Vasil Mihalov.

ASV-Geschäftsführer Markus Scheu war trotz des Ausscheidens zufrieden: „Nach der Enttäuschung letzte Woche überwiegt bei uns die Freude darüber, dass wir die Saison mit einem Sieg beenden konnten. Schifferstadt zieht verdient ins Finale ein. Unser Fazit für die Saison fällt positiv aus: Unser Rückrundenkader war der stärkste der Liga!“

Im Finale um die Meisterschaft in der DRL trifft Nendingen-Bezwinger Schifferstadt nun auf den Hauptrunden-Ersten, SV Germania Weingarten, der sich im zweiten Halbfinale 9:5 gegen Vorjahresmeister KSV Ispringen durchsetzen konnten. Im Hinkampf war Weingarten in Ispringen noch 10:11 unterlegen.

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