Die Schwenninger Wild Wings, in dieser Szene der Schwenninger Torschütze zum 1:0, Marcel Kurth (links), gegen Jerry D' Amigo, ha
Die Schwenninger Wild Wings, in dieser Szene der Schwenninger Torschütze zum 1:0, Marcel Kurth (links), gegen Jerry D' Amigo, hatten gegen den ERC Ingolstadt nach einer 2:0-und 3:2-Führung am Ende mit 3:4 das Nachsehen. (Foto: Direvi)
Heinz Wittmann

Erstmals hat es an einem Wochenende unter Trainer Paul Thompson für die Wild Wings in der Deutschen Eishockey-Liga keine Punkte gegeben. Der Engländer ist nach der 2:5-Pleite in Iserlohn und dem 3:4 gegen Ingolstadt ziemlich bedient.

„Die Mannschaft hat sich zweimal nicht an meine Vorgaben und an das System gehalten“, ärgerte sich der enttäuschte Engländer. Der 53-Jährige betont, dass seine Vorgaben nicht reines Offensiv-Eishockey waren, sondern, dass man eben auch die Defensive nicht aus dem Augen verlieren dürfe.

Besonders bitter war die Pleite am Sonntag zu Hause gegen den ERC Ingolstadt. Mit den Schanzern kam eine verunsicherte Mannschaft, die in den sieben Spielen zuvor keinen Dreier geholt hatte. Die Wild Wings führten nach dem ersten Drittel 2:0 und nach dem zweiten immerhin noch 3:2. Innerhalb von 43 Sekunden kassierten sie im letzten Drittel aber noch zwei Gegentore und standen so mit leeren Händen da. Die Verteidiger waren nicht auf ihrer Position, die Gastgeber hatten am Ende vogelwild agiert. Thompson: „Ich verstehe das nicht. Da muss ich doch schauen, dass ich den einen Punkt wenigstens heimbringe. Das war am Ende ein regelrechter Zusammenbruch, das hässliche Gesicht meiner Mannschaft.“

Und dabei hatte Verteidiger Kyle Sonnenburg in seinem 69. Spiel für die Wild Wings endlich ins Schwarze getroffen, den 3:2-Führungstreffer für Schwenningen markiert. „Es war höchste Zeit, dass ich mal ein Tor mache, und es hätte wegen mir schon viel früher passieren können“, befand der 32-Jährige. Sonnenburg ist sich auch sicher, dass die beiden Niederlagen nichts mit dem offensiveren System von Thompson gegenüber dem strikten Defensivsystem des geschassten Coaches Pat Cortina zu tun haben. „Ich bin Fan des Systems von Thompson. Leider haben wir uns nicht daran gehalten und Fehler gemacht. Das ist aber Eishockey. Da passieren Fehler. Wir müssen nach vorne schauen und es nächstes Mal besser machen.“

Ganz schwach war im zweiten Drittel das Fünf gegen-Drei-Überzahlspiel, als sich die Schwenninger gegenseitig im Weg standen, anstatt Chancen zu kreieren. „Da hätten wir mehr draus machen müssen“, wusste auch Sonnenburg. Zuletzt fünf Spiele in zehn Tagen – das glanzvolle 4:0 gegen Mannheim am vergangenen Mittwoch kostete viel Kraft – da können einem auch mal die Körner ausgehen. Sonnenburg: „Nein, das wäre ein Ausrede, die anderen haben die gleichen Belastungen wie wir, sie sind auch nicht so frisch.“

Am Donnerstag in Köln

Die Wild Wings müssen nun aber am Donnerstag schon wieder ran. Dann gastieren sie bei den Kölner Haien. Am Sonntag haben die Wild Wings gegen die Mannschaft der Stunde, die Fischtown Pinguins Bremerhaven, Heimrecht. In beiden Partien wird Vili Sopanen an Bord sein. Der finnische Stürmerneuzugang hatte vereinbarungsgemäß am Sonntag gegen seinen Ex-Klub ERC Ingolstadt nicht gespielt. Am Freitag in Iserlohn war der 31-jährige Finne aufgelaufen, hatte dabei Licht und Schatten gezeigt. Er hatte in der Offensive mit einigen guten Schüssen Chancen, auch an der Bande dank seiner körperlichen Robustheit einen Zweikampf gewonnen, im Defensivverhalten aber gleich mehrfach gepatzt.

Sopanen sollte in der vergangenen Saison bei Red Kunlun Star Peking in der KHL auflaufen. Er blieb aber wegen einer Atemwegserkrankung in Finnland, wo er sich HIFK anschloss und in 60 Spielen gute 40 Scorerpunkte (15 Tore/25 Vorlagen) erreichte. Mit Helsinki absolvierte er in der vergangenen Saison auch ein Champions League-Spiel und erzielte dabei auch einen Trefffer.

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