Das Reparatur-Café wird stark genutzt

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Die Heilmacher – so könnte man das Team der Ehrenamtlichen, die sich im Reparatur-Café engagieren, nennen.
Die Heilmacher – so könnte man das Team der Ehrenamtlichen, die sich im Reparatur-Café engagieren, nennen. (Foto: Simon SCHNEIDER)
Simon Schneider

Wenn die Lötkolben heiß sind und die Bohrmaschine läuft, dann sind die ehrenamtlichen Helfer des Reparatur-Cafés im Lebenswerk der Kreisdiakonie Tuttlingen voll im Einsatz – und das mit Leidenschaft.

Das auf Spendenbasis angewiesene Angebot gibt es mittlerweile seit über zweieinhalb Jahren in der Föhrenstraße – und der Erfolg spricht für sich. „Manchmal sind es bis zu 50 verschiedene Geräte, die an einem Samstagmorgen hier bei uns eingehen“, weiß Wolfgang Welte, der im Reparatur-Café nicht mehr wegzudenken ist und kräftig mit anpackt.

„Das Angebot dürfen alle nutzen und nicht nur Bedürftige“, betont der Geschäftsführer der Kreisdiakoniestelle Tuttlingen, Jürgen Hau. Immer am zweiten Samstag eines jeden Monats steht von 9 bis 12 Uhr das Reparatur-Café mit einer mittlerweile gut ausgestatteten Werkstatt der Bevölkerung zur Verfügung. Egal, ob es Elektrogeräte sind, Fahrräder, Lampen oder Nähmaschinen – die ehrenamtlichen Fachmänner versuchen zu reparieren, was möglich ist.

Zunächst wird für jedes Gerät bei der Annahme am Samstagvormittag eine Arbeitskarte ausgefüllt, worauf dokumentiert wird, was defekt ist. Danach wandert das Gerät weiter in die Werkstatt. Dort gilt das Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Hilfesuchenden und die Helfer sollen gemeinsam reparieren. Nicht immer können die derzeit bis zu zehn Ehrenamtlichen weiterhelfen. Rund 60 Prozent aller defekten Gegenstände können sie aber direkt reparieren. „Manchmal ist nur ein herausgerissenes Kabel schuld, eine defekte Glühbirne, der Antriebsriemen eines Schallplattenspielers oder die Kaffeemaschine ist nur nicht entkalkt“, zählt Welte die Reparaturen auf, für die die ehrenamtlich Engagierten meist selbst ihre gewohnten Werkzeuge von Zuhause mitbringen. Über Sach- und Finanzspenden ist die Diakonie bei diesem Projekt dennoch angewiesen, denn repariert wird kostenlos.

Welte weiß genau, warum er monatlich mit anpackt und hilft. „Die Arbeit im Reparatur-Café macht mir deshalb viel Spaß, weil wir ein tolles Team sind und wir freundschaftlich auch fernab Unternehmungen und sonstige Aktivitäten anstellen“, sagt der Ruheständler und ergänzt: „Vor allem ist es für mich persönlich ein tolles Erlebnis, mit einem reparierten Gerät jemandem eine Freude zu machen. Das gibt mir ein gutes Gefühl.“

Was das Team dringend sucht, sind weitere fachkundige Helfer für Elektroreparaturen, denn 80 Prozent aller defekten Geräte hätten etwas mit der Elektrotechnik zu tun.

Um dem Namen eines Cafés gerecht zu werden, bieten ehrenamtliche Helfer im Lebenswerk in den Räumlichkeiten neben der Werkstatt während der Wartezeit Kaffee und Kuchen an. Dabei kommen der soziale Aspekt und die Kontaktpflege sowie der Austausch untereinander ins Spiel, auf den die Diakonie großen Wert legt.

„Das Reparatur-Café ist ein Aushängeschild und wichtiger Teil unserer Einrichtung und hat bei weitem die größte Öffentlichkeitswirkung. Wir hätten es nie erwartet, dass das Reparatur-Café in so kurzer Zeit so gut angenommen wird“, betonte Geschäftsführer Hau. Er erinnert daran, dass dieses Projekt aufgrund der Nachhaltigkeit gut zur Diakonie passe. Außerdem stehe die Wieder- und Weiterverwertung und damit auch der Umweltaspekt im Vordergrund des Projekts.

Die Kreisdiakonie Tuttlingen veranstaltet am Dienstag, 12. November, um 19 Uhr im Lebenswerk in der Föhrenstraße 3 in Tuttlingen einen Infoabend für alle Interessierten, die sich beim Reparatur-Café als ehrenamtliche Helfer einbringen wollen. Dabei werden die Arbeiten und das Team des Reparatur-Cafés vorgestellt.

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