Corona-Krise: „Es gibt Wichtigeres als zwei Punkte“

Lesedauer: 4 Min
 TTC-Vorsitzender Günther Stickel
TTC-Vorsitzender Günther Stickel (Foto: privat)
rosp

Der Handballverband Württemberg (HVW) hat am Donnerstag mit sofortiger Wirkung beschlossen, den Spielbetrieb der Männer- und Frauenmannschaften auszusetzen. Der Spielbetrieb im Jugendbereich wurde für diese Saison komplett beendet.

Grund sei, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO am Tag zuvor Covid-19 zur Pandemie erklärt habe, teilt der Verband mit. Auch, dass die kommenden Spieltage in deutschen Bundesligen nicht stattfinden, ist Teil der Begründung. Ob und wie es in den kommenden Wochen weitergeht, steht noch aus. „Spätestens bis zum 19. April wird die mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der Männer und Frauen oder die Wertung der Saison 2019/2020 in den jeweiligen Landesverbänden beschieden und veröffentlicht.“ Bei den Verantwortlichen der überregional spielenden Handballmannschaften aus dem Kreis wird diese Entscheidung geschlossen befürwortet. „Wir sind in der Pflicht, der Gesellschaft gegenüber unseren Beitrag zu leisten“, kann Gunter Haffa die Unterbrechung der Saison nachvollziehen. Der langjährige sportliche Leiter der HSG Rietheim-Weilheim erhofft sich, dass im Sport konsequent gehandelt und nicht beispielsweise an einem Ort ohne Zuschauer gespielt wird.

Bezogen auf Handball sagt Haffa: „Es gibt Wichtigeres als zwei Punkte.“ Auch Trainer Alexander Job steht hinter der Entscheidung der Funktionäre. „Gesellschaftlich ist es die vernünftigste Lösung. Es ist eine Fürsorge, die man trägt; und es ist sinnvoll meines Erachtens, erstmal auszusetzen.“

Dass die Gesundheit vorgeht und einen höheren Stellenwert hat, sehen auch Frank Rohrmeier (Trainer HSG Fridingen/Mühlheim Frauen) und Holger Hafner (TV Aixheim) so. „Ich kann das Ganze nachvollziehen. Es ist die richtige Entscheidung, die Sicherheit geht vor“, so Hafner. Eine weitere Schwierigkeit sieht er aus sportlicher Sicht in der Wertung bei Mannschaften, die um den Aufstieg oder gegen den Abstieg spielen. „Es ist auch eine ganz schwierige Entscheidung: Schicke ich meine Mannschaft ins Training oder nicht?“

Während der TVA nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben wird, stand Ligakonkurrent Rietheim-Weilheim vor entscheidenden Spielen in den kommenden Wochen. „Wir können nicht von der Bundesliga etwas fordern, wenn wir es selbst nicht machen“, ist auch Hafner für eine gleichumfassende Lösung für alle Teams.

Die Frauen der HSG Fridingen/Mühlheim erspielten sich in der Frühjahrsrunde bislang eine optimale Ausgangslage, um sich die Qualifikation für die eingleisige Württembergliga im Saisonendspurt zu sichern. „Natürlich steht immer die Gesundheit im Vordergrund“, stellt Trainer Rohrmeier klar. „Man sieht es im internationalen Fußball, beim Eishockey ohne Play-Offs. Es trifft jetzt auch die Verbände und Bezirke.“ Aus sportlicher Sicht sei die Wertung der Saison die größte Herausforderung. Generell erhofft er sich den richtigen Umgang damit im Sport, auch weil die ganze Thematik um das Virus „für jeden verdammt schwer einzuschätzen ist“, die Folgen unklar seien und die Medizin noch nicht weit genug sei.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen