Celia Funkler präsentiert sich im deutschen Olympia-Anzug.
(Foto: hkb)

Für die 17-jährige Nendingerin Celia Funkler beginnt am Aschermittwochmorgen die Mission für die zweiten Olympischen Jugend-Winterspiele vom 12. bis 21. Februar in Lillehammer (Norwegen) mit dem Treffpunkt am Flughafen München. Dort trifft sich die deutsche Olympiamannschaft, 21 Athletinnen und 23 Athleten, die von 22 Trainern und Offiziellen begleitet werden, zum Abflug nach Lillehammer.

Dort wurden auf den Tag genau vor 22 Jahren die Olympischen Spiele 1994 eröffnet. Celia Funkler ist nach Rainer Schilling 1964 in Tokio, die zweite Olympionikin, die aus Nendingen stammt.

Die Olympischen Jugendspiele sind für die Sportler ein wichtiges Zwischenziel, um ihrem olympischen Traum ein Stück näher zu kommen. An den neun Wettkampftagen stehen 70 Entscheidungen in den 15 olympischen Wintersportarten auf dem Programm. Rund 1100 Sportler im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus 70 Ländern lassen die Wettkämpfe zu einem Wintersportfest des Nachwuchses geraten.

Und mitten drin ist die 17-jährige Gymnasiastin Celia Funkler, die seit vergangenem Jahr am Sportinternat in Berchtesgaden lebt. Mit drei Jahren stand sie erstmals auf Skiern, als sie das Skifahren beim heimischen VfL lernte. Mit sechs Jahren ging sie zur TG Tuttlingen, wo sie im Sommer auch Inlinewettbewerbe bestreitet.

„Ich brauche das Kopf-an-Kopf-Rennen“

Funkler wechselte schließlich 2014 nach jahrelanger Aktivität im Bereich Ski alpin nun zu der Trendsportart Skicross. „Ich brauche das Kopf-an-Kopf-Rennen“, so Funkler. Skicross ist eine Wintersport-Disziplin, die vielseitige skifahrerische Fähigkeiten erfordert. „Da liegt für mich der Reiz“, so Funkler, „wenn es im direkten Kontakt zur Mitkonkurrentin über Wellen, Steilkurven und hohe Sprünge geht. Skicross ist eine Sportart, bei der man Ellenbogen braucht und unbedingten Siegeswillen und Mut. Das ist mein Ding.“

Die 17-Jährige wird am Skiinternat Berchtesgaden, wo sie die elfte Klasse des Gymnasiums besucht, ausgebildet. „Zeit, um durchzuhängen, gibt’s nicht“, weiß Celia zu berichten. Das Internatsleben ist schließlich eng getaktet, Freiräume sind rar und Zeit zu besonderen Hobbys gibt es auch nicht. Morgens um 5.30 Uhr beginnt der Tag mit dem ersten Training. Ab 9 Uhr heißt es für die Elftklässlerin, sechs Unterrichtsstunden lang an Mathematik und Fremdsprachen statt an Skicross zu denken. Mittagessen, Hausaufgaben für den nächsten Schultag erledigen, und wieder Training. Ab 22 Uhr heißt es dann Bettruhe.

Auf die Frage, das ist ja wie ein Kasernenleben, antwortet Celia freimütig „das ist es wert.“

„Stress macht meiner Tochter wenig aus.“ Vielleicht liege das an Celia Gelassenheit. „Ihre größte Stärke ist, dass sie sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie ist geerdet und steht mit beiden Beinen auf dem Boden“, so ihr Vater Wolfgang Funkler.

Was sie in Lillehammer erwartet? Funkler: „Zunächst geht für mich ein Traum in Erfüllung. Alles andere wird man sehen.“

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