CDU und LBU sehen sich stark aufgestellt

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Schwäbische Zeitung

Die CDU und die Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) haben ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 25. Mai vorgestellt. Beide sehen sich gut aufgestellt, CDU-Vorsitzender Konrad Wachter sprach gar davon, dass „wir noch nie so eine starke Liste hatten“.

„In Nendingen hätten wir noch einen Platz frei... gibt es Vorschläge?“ CDU-Kreisvorsitzender Tobias Schumacher hatte wohl selbst nicht geglaubt, dass sich noch ein Freiwilliger finden würde, als er bei der Nominierungsversammlung am Donnerstagabend bei Mutpol diese Frage in den Raum stellte, und verstohlen zum Tisch schaute, an dem sich die Nendinger versammelt hatten. Prompt schlug Ortschaftsrat Franz Schilling die neue Nendinger CDU-Vorsitzende Ilse Schnepf vor. Die war zwar erst etwas perplex, meinte aber nach kurzem Zögern: „Dann mach ich’s halt.“

Dass der Platz überhaupt frei war, lag daran, dass Hans-Dieter Schwarz, Ortsvorsteher von Nendingen und Gemeinderat, erst in der vergangenen Woche angekündigt hatte, nicht mehr anzutreten. Grund sind die anhaltenden Querelen über den Standort des MC-Vereinsheims – und die hatte auch die LBU zu spüren bekommen. „In Nendingen war es ganz schwer“, sagt die Fraktionsvorsitzende Petra Schmidt-Böhme. Erst kurz vor der Nominierungsversammlung hätten sich noch zwei Kandidaten gefunden. Der dritte Platz – Nendingen hat grundsätzlich drei Sitze im Gemeinderat – blieb leer.

Dennoch sieht sich die LBU gut aufgestellt. Zum einen seien fast alle aktuellen Gemeinderäte wieder dabei (Kathrin Kreidler tritt nicht mehr an), zum anderen „zeichnet uns vor allem der Anteil der Frauen aus“, findet LBU-Stadtrat Hans-Martin Schwarz. 14 von 31 Kandidaten sind weiblich, vor allem von der abtrünnigen SPD-Gemeinderätin Simone Bühler erhofft sich die Liste Stimmen, Bühler steht immerhin auf Rang sieben.

Kandidatinnen wie Heidi Mattheß und Martina Gröne sind alte Bekannte auf der Liste, sie hätten sich inzwischen aber in Tuttlingen etabliert und seien auch durch ihr ehrenamtliches Engagement bekannt. Hinzu kommen Vertreter verschiedener Berufssparten, vom Mechaniker über die Sozialpädagogin bis hin zur Hebamme, über deren Kandidatur sich Schwarz besonders freue: „Dass sich Katja Rommelspacher als Sprecherin der Hebammen im Kreis engagieren will, finde ich toll.“

Die CDU hat sich ihrerseits quer über alle Berufsgruppen ein paar Rosinen herausgepickt. Da wäre zum Beispiel der ehemalige Nahverkehrsamtsleiter Klaus Storz, Stadtbrandmeister Klaus Vorwalder oder Rolf Brohammer und Thomas Gfrörer, die für die Organisation des Laufevents run & fun und auch sonst in der Sportszene wohl bekannt sind. Wie Brohammer bezeichnete sich übrigens Neuling Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann bei der Nominierungsversammlung als „politisches Greenhorn“. Nichtsdestotrotz könnte sie als Ärztin in der Geriatrie des Klinikums Tuttlingen Chancen haben.

Auch in Tuttlingen treten neun von 13 amtierenden Gemeinderäten wieder an. Siegfried Aberle und Edith Hofer hatten sich ebenso wie Hans-Dieter Schwarz gegen eine erneute Kandidatur entschieden. Zumindest könnten für Edith Hofer zwei Vertreter ihres Berufs nachrücken: Mit Ulrich Diener und Franz Schilling stehen zwei Landwirte auf der Liste.

Immerhin zehn von 34 Kandidaten auf der CDU-Liste sind übrigens weiblich. Nur konnte sich die CDU nicht durchringen, die Frauen auch wie vorgeschlagen, abwechselnd mit den Männern aufzustellen. Die Teilnehmer der Nominierungsversammlung stimmten dagegen, und so bleibt es bei der CDU traditionell, nämlich alphabetisch.

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