„Carpa Diem“ setzt doppelten Höhepunkt

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„Carpa Diem“ begeistern das Publikum beim Gauklerfest in Tuttlingen.
„Carpa Diem“ begeistern das Publikum beim Gauklerfest in Tuttlingen. (Foto: Schn)
Simon Schneider

In ihrer ganzen Farbenpracht und mit lustigen und atemberaubenden Auftritten auf dem Marktplatz dominierten die Gaukler das Geschehen am Wochenende in der Tuttlinger Innenstadt. Damit haben sie viele kleine und große Zuschauer begeistert.

Die mittlerweile 18. Auflage des Gauklerfestes lockte mit ihrer Straßenhochkultur alle Generationen in die Donaustadt. Und das Publikum bekam die volle Bandbreite an Gauklern zu Gesicht – von Pantomime-Clowns über Musiker bis hin zu den Akrobaten. Es herrschte ein buntes Treiben, dem selbst das unbeständige Wetter mit mehreren Regengüssen am Samstag nichts entgegenzusetzen hatte.

Schon gar nicht dem Artisten-Duo „Circo Carpa Diem“ aus Südtirol, dem in mehrfacher Hinsicht der Höhepunkt des Gauklerfestes gehörte. Zum einen zogen sie die meisten Zuschauer in ihren Bann, zum anderen formten sie tatsächlich mit ihrem chinesischen Mast den über sechs Meter hohen Höhepunkt des Gauklerfestes. Nach ihren Auftritten dürften die Tuttlinger gelernt haben, wie akrobatisch und waghalsig ein Teig in Südtirol hergestellt wird. Ina begeisterte mit verschiedenen Handständen, auf ihrem Einrad und in der Jonglage. Luca hingegen ging auf dem Mast hoch hinaus und rutschte spektakulär bis wenige Zentimeter über den Boden den Mast hinunter – ein Moment, bei dem so manchem Zuschauer die Luft wegblieb. Für diese durchweg gelungenen und beeindruckenden Showeinlagen und ihre perfekt mit Mimik und Gestik in Szene gesetzte Partnerakrobatik erhielt „Carpa Diem“ haufenweise Applaus von den Zuschauern.

Balancieren auf einer Flasche

Die Nummer auf dem Einrad beherrschte auch das „Duo Looky“, das gemeinsam mit einer Freiwilligen Cocktails mixte. Beim Balancieren auf letztlich einer Flasche konnte so mancher Zuschauer nur noch mit einem Auge hinsehen. Viel Applaus erhielten die israelischen Zirkusartisten auch mit ihrem Balletauftritt.

Country-Musik gab es von „Crazy Pony“ auf die Ohren, die bei ihren Auftritten häufig das Publikum einbezogen und viele Lacher mit ihrem Mix aus Musik, Zirkus und Comedy auf ihrer Seite hatten. Das „Duo Minuusch“ lockte die kleinen Festbesucher an – und das ohne Worte, denn schließlich wissen die Pantomime-Clowns, was den Nachwuchs zum Lachen bringt. Dem Bienensterben wirkte „Samuelito“ in seinem blauen Anzug mit einer Drohne entgegen. Der Unterhaltungskünstler improvisierte viel, reagierte spontan und gekonnt auf das Publikum.

Die Festbesucher holten sich zur Entspannung ihrer Lachmuskeln Crêpes und weitere Leckereien an den Ständen auf dem Marktplatz. Überhaupt spielte sich alles zentral um den Brunnen ab. „Aufgrund des Wetters“ verzichtete Organisator Christof Manz auf die vier geplanten Bühnen. Lediglich eine davon fand das Publikum auf dem Marktplatz wieder sowie ein weiterer Platz, auf dem sich das bunte Treiben der Gaukler letztlich im Wechsel abspielte.

Muttertagskonzert des Jugendblasorchesters

Viele Besucher statteten zudem der Musikschule bei ihrem Jahresfest einen Besuch ab und verfolgten das Muttertagskonzert des Jugendblasorchesters auf dem Marktplatz. Der musikalische Nachwuchs spielte unter der Leitung von Oliver Helbich unter anderem den „Earth Song“ von Michael Jackson. Außerdem verteilten sie rote Rosen für alle Mütter passend zum Muttertag.

Über die 18. Auflage des Gauklerfestes zeigte sich auch Christof Manz zufrieden, der mit einem kleinen Team das Gauklerfest organisierte: „Ich bin über das Fest glücklich und dankbar. Aufgrund der Witterungsverhältnisse bin ich sehr zufrieden mit der Durchführung. Es hat mich gefreut, dass viele Zuschauer auch von auswärts den Weg nach Tuttlingen zum Gauklerfest gefunden haben“, sagte er unserer Zeitung nach Ende der Veranstaltung. Aufgrund des Wetters musste manche Aufführung abgesagt oder in einem zweiten Anlauf vorgeführt werden.

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