Bunter Reigen reicht von Abba bis „Nabucco“

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 Für dauerhaften Hörgenuss sorgten die Akteure des Liederabends des KMV Tuttlingen.
Für dauerhaften Hörgenuss sorgten die Akteure des Liederabends des KMV Tuttlingen. (Foto: KMV Tuttlingen)
Schwäbische Zeitung

Unter dem Motto „Ein bunter Reigen beliebter Melodien“ hat der gemischte Chor des Katholischen Männervereins (KMV) Tuttlingen sein Herbstkonzert im Gemeindehaus St. Josef gegeben. Die Leitung oblag Atanaska Seeger. Pianistin Friederike Weber begleitete am Flügel, Gastchöre waren der Gesangverein Eintracht Rietheim und der Seemannschor Möhringen.

Vorsitzender Hubert Lock begrüßte Gäste und Gastchöre. Die Gastgeber waren laut Pressemitteilung durch Gastsänger verstärkt worden.

Mit der flotten Melodie „Lieder sind die besten Freunde“ startete das Konzert. Daran schloss sich die Ballade von Reinhard Mey, „Welch ein Geschenk ist ein Lied“, an. Die Tenöre konnten glänzen bei „Die kleinen Wunder dieser Welt“. Mit dem Abba-Hit „Mich trägt mein Traum (I have a dream)“ endete der erste Teil. Der Chor konnte sein Können unter Beweis stellen.

Der Seemannschor kam mit passender Kleidung und Mütze auf die Bühne. Es folgte ein schwungvoll dargebotenes und stimmlich gut besetztes Potpourri aus der Seemannskiste. Lustige Ansagen machte Dirigent Eberhardt Graf zu den Liedern „Blaue Jungs“, „13 Mann und ein Kapitän“, „Capitano“ und „Es gibt nur Wasser überall“. Die Zuhörer waren vom Sound begeistert und tolle Stimmung kam auf.

Der Chor aus Rietheim folgte. Chorleiter Henry van Engen hatte seine stattliche Zahl von Aktiven sehr gut vorbereitet und leitete die Vorträge mit elegantem Schwung. „Der Türmer“, nach dem Arrangement von Siegfried Burger, wurde einfühlsam und stilsicher interpretiert. Die Motette „Sprich nicht schön’s Lieb“ enthielt mit dem altdeutsch anmutenden Text eine Vielzahl von Liebesgeständnissen. Das Lied von Brahms, „In stiller Nacht“ hat der Chor gut artikuliert und leise vorgestellt. Mit „Hör gut zu“ folgte ein moderner Titel.

Der kleine Männerchor stellte einen modernen Song mit dem Titel „Mir im Süden“ vor, den man scherzhaft die inoffizielle Schwabenhymne nennt.

Nach der Pause trug der Rietheimer Chor aus der Oper „Nabucco“ den Gefangenenchor mit dem Titel „Va pensiero“ vor. Henry van Engen begleitete am Flügel. Feierlich und ausdrucksstark wurde das Werk gesungen. Mit Ausflügen nach Irland und Frankreich hörte man „Danny Boy“, die inoffizielle irische Nationalhymne, und das Volkslied „Auf der Straße nach Dijon“. Starker Applaus belohnte die Rietheimer, die die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen konnten.

Der Seemannschor hatte eine Palette von schönen Shanties auf Lager. Sie steigerten sich mit Liedern wie „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ und „Schön ist die Liebe im Hafen“ sowie „ Hoch im Norden“. Das Publikum sang und schunkelte mit. Auch hier wurde eine Zugabe eingefordert.

Den letzten Teil des Liederabends hat wieder der Chor des KMV gestaltet. Die Evergreens „Heimat Deine Sterne“ und „Wo meine Sonne scheint“ standen an. Sicher und voller Lebensfreude ging man auf Italienreise. „Frauen und Wein“, „Bella, bella Donna“, „ O mia bella Napoli“ und „Capri-Fischer“ wurden gesanglich bewundert. Der Chor überzeugte mit der Klangfülle der Melodien und der einfühlsamen Leitung der Dirigentin. Allein die Begleitung durch die Pianistin war ein besonderes Erlebnis. Auch hier ging es nicht ohne Zugabe.

Moderationen und Liedansagen der beiden Chöre lag in den Händen von Winfried Schmitt (Tuttlingen) und Katharina Raible (Rietheim). Stilsicher und locker wurden Liedtexte und Hintergründe beleuchtet und Anekdoten angemerkt. Ein gelungener Abend mit einem schönen und kontrastreichen Programm ging zu Ende.

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